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Spitzenstellung der Uni Würzburg in Biomedizin wird weiter ausgebaut

20.02.2003 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Nördlich des Klinikums der Uni Würzburg nimmt ein neues Gebäude Gestalt an: Das Zentrum für Experimentelle Molekulare Medizin (ZEMM) soll die biomedizinische Forschung weiter voranbringen. In seinen Laboren werden Mediziner und Naturwissenschaftler die Tumorentstehung sowie Erkrankungen des zentralen Nervensystems und des Blutkreislaufes erforschen. Am Donnerstag, 20. Februar, wurde Richtfest gefeiert; die Festrede hielt Bayerns Wissenschaftsminister Hans Zehetmair.

Die Baukosten für das ZEMM belaufen sich auf rund 31 Millionen Euro und werden jeweils zur Hälfte vom Freistaat und vom Bund getragen. Der Bau begann im September 2001 mit dem Abbruch von Teilen der Lungenmedizin und zwei Schwesternwohnheimen. Der feierliche Spatenstich war dann im Dezember 2001.

Der Baukörper umschließt ein Volumen von 40.500 Kubikmetern, was etwa 80 Einfamilienhäusern entspricht. Der Hauptzugang liegt am Zinklesweg. Laut Unibauamt setzen die Außenanlagen den Charakter des Luitpoldkrankenhauses als "Gartenstadt-Klinikum" mit parkartigen Grünflächen, durchzogen von Spazierwegen, fort.

Die 3.000 Quadratmeter Nutzfläche des ZEMM verteilen sich auf drei unterirdische Geschosse und den dreigeschossigen langgestreckten Labortrakt, der sich an die medizinisch-theoretischen Institute an der Versbacher Straße anschließt. Anfang 2005 soll der Bau den Nutzern übergeben werden.

"Mit dem Zentrum für Experimentelle Molekulare Medizin bauen wir ein Forschungszentrum, das bundesweit einmalig sein dürfte", so Minister Zehetmair. Die modernsten Laborflächen und Tierhaltungseinrichtungen würden es den Würzburger Wissenschaftlern erlauben, ihre klinischen Forschungsaktivitäten in Zusammenarbeit mit den Grundlagenfächern ebenso wie die Durchführung von Drittmittelvorhaben noch einmal deutlich zu intensivieren.

Das neue Zentrum fügt sich dem Minister zufolge in ein "ungeheuer starkes, interaktives und kompetitives Forschungsumfeld ein, ergänzt es und wird seine Attraktivität weiter steigern". Es könne mit seinen hoch modernen und erstklassigen Arbeitsbedingungen dazu beitragen, die nationale und internationale Spitzenstellung der Würzburger Biomedizin zu verteidigen und auszubauen.

Wie Universitätspräsident Prof. Dr. Theodor Berchem sagte, reihe sich das Richtfest für das ZEMM in eine Serie von Erfolgen ein, die in Würzburg im Bereich der Medizin verbucht wurden. Er erinnerte unter anderem an die Grundsteinlegung für die Innere Medizin und die Eröffnung des Rudolf-Virchow-Zentrums für experimentelle Biomedizin.

Das ZEMM wird laut Prof. Berchem in erster Linie der Medizinischen Fakultät und den Kliniken für die Grundlagenforschung zur Verfügung stehen. Ein noch zu konstituierender Beirat werde nach einer Nutzungsordnung, die in Vorbereitung ist, das Nutzungsrecht an Arbeitsgruppen vergeben, die sich vorwiegend über Drittmittel finanzieren. Dies werde die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Würzburger Forscher weiter fördern.

Wofür die Medizinische Fakultät das neue Gebäude braucht, erläuterte Dekan Prof. Dr. Stefan Silbernagl: Obwohl die Baupläne für die Proteine des Körpers bekannt seien, wisse die Forschung noch ganz wenig über deren äußerst dynamisches und komplexes Zusammenspiel in der Zelle und in ihrer Umgebung. Hier mehr zu lernen, sei eine Voraussetzung dafür, um Defekte und Fehlregulationen in diesem funktionellen Netzwerk identifizieren und eventuell korrigieren zu können.

Vor diesem Hintergrund solle im ZEMM experimentell an Zellkulturen oder Tieren geforscht werden. "Mäuse sind uns so nahe verwandt, dass die allermeisten ihrer Gene mit denen des Menschen weitgehend identisch sind. Und wenn wir wissen wollen, was passiert, wenn Gene fehlen oder falsch reguliert sind, können uns Mäuse helfen, denen zum Beispiel ein oder mehrere Gene fehlen", so Prof. Silbernagl. Die Zucht solcher Tiere sei nur unter optimalen Bedingungen möglich, und diese werde das neue Gebäude, das den hohen Anforderungen des Tierschutzgesetzes entspricht, gewährleisten.

Weitere Grußworte sprachen Hans Bock, Leiter des Universitätsbauamtes, und Würzburgs Oberbürgermeisterin Pia Beckmann.

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