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Greifswald baut medizinisch-pharmakologische Forschung aus

06.04.2007 - (idw) Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

2,5 Mio. Euro Bundesfördergelder für die nächsten fünf Jahre

Auf dem Weg zu seinem "Einsatzort" hat ein Medikament viele bekannte und unbekannte Hindernisse zu überwinden. Das "Anfluten" eines Arzneimittels am Ort seiner Wirkung im menschlichen Körper erfolgt durch ein komplexes Zusammenspiel extrem dynamisch, diskontinuierlich und bei gleichzeitig ablaufenden körperlichen Prozessen. Die Optimierung dieser Vorgänge in der klinischen Anwendung lautet ein neuer Forschungsauftrag für einen Verbund an Greifswalder Pharmakologen, Pharmazeuten, Radiologen und Arzneimittelunternehmen des Landes. Unter 127 Bewerbern aus den neuen Bundesländern konnte sich die Forschungsgruppe um den Leiter der Abteilung für Klinische Pharmakologie, Prof. Werner Siegmund (Foto), im Rahmen der Innovationsinitiative "Unternehmen Region"* durchsetzen. Unter den 14 Projektgruppen, die in der zweiten Ausschreibungsrunde des Programms InnoProfile eine fünfjährige Förderung erhalten, ist die Greifswalder Gruppe die einzige in Mecklenburg-Vorpommern. Mit dem geplanten Neubau des Instituts für Pharmakologie und Pharmazie am Naturwissenschaftlichen Campus und dem bereits aktiven bestehenden Netzwerk entwickelt sich der Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Greifswald immer mehr zu einem Zentrum der Arzneimittelforschung im Nordosten. "Der Zuschlag der hochkarätig besetzten Jury ist ein weiterer großer Erfolg für die Universität Greifswald und die Region. Spitzenforschung zieht motivierte Fachkräfte und Studenten an und ist der Grundstein für neue Arbeitplätze in Zukunftsbranchen", so der Rektor der Universität, Prof. Rainer Westermann.

Die Nachwuchsforschungsgruppe wird sich in den kommenden fünf Jahren mit der Entwicklung innovativer Verfahren für die Erprobung und Zubereitung von Arzneimitteln beschäftigen. Im Fokus stehen dabei neue Methoden für einen effektiveren und schonenden Wirkstofftransport innerhalb des menschlichen Körpers. Gebildet wird die Forschungsgruppe im "Research Center for Pharmacology and Experimental Therapeutics" der Universität Greifswald. Dafür stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) 2,5 Mio. Euro zur Verfügung. Gleichzeitig können die Wissenschaftler sowohl die neuen Tierversuchsflächen im BioTechnikum als auch den modernsten Kleintier-Magnetresonanztomographen (MRT) nutzen, der nach Greifswalder Vorgaben derzeit angefertigt wird. Das vom BMBF finanzierte medizinische Hightechgerät kostet 2,8 Mio. Euro und wird in Kürze ebenfalls im BioTechnikum installiert. In der Forschungsgruppe werden bevorzugt ambitionierte Absolventen der Pharmazie, Medizin und Humanbiologie arbeiten, die eine Fachqualifikation auf dem Gebiet der Arzneimittelforschung anstreben und ihre Entwicklungsergebnisse als Grundlage einer zukünftigen Anwendung in der regionalen Wirtschaft oder in eigenen Unternehmen sehen.

Von den Ergebnissen des Forschungsvorhabens können Firmen der pharmazeutischen Industrie, der Biotechnologie, der Wirkstoffprüfung, der Tierproduktion und des Gerätebaus unmittelbar profitieren. Zu den zehn Netwerkpartnern aus der Wirtschaft gehören unter anderem die Riemser Arzneimittel AG, die PRIMACYT Technology GmbH Schwerin, das Institut für Diabetes Gerhardt Katsch e. V. Karlsburg sowie die CORTRONIC GmbH & Co. KG aus Rostock.

*http://www.unternehmen-region.de

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert seit 1999 herausragende regionale Forschungsverbünde in den Neuen Ländern. Ziel der geförderten Initiativen ist es, regionale Kompetenzen mit Innovationspotenzial strategisch, auf hohem technologischem Niveau und nach unternehmerischen Kriterien zu regionalen Clustern zu entwickeln. Die Fördergelder sind Startkapital und Investitionen für unternehmerisch denkende, planende und handelnde Regionen.

Die BMBF-Gesamtinitiative "Unternehmen Region" basiert auf fünf Programm-Eckpfeilern:

InnoRegio
Innovative regionale Wachstumskerne
Zentren für Innovationskompetenz (ZIK)
Innovationsforen
InnoProfile

Für die Förderung stellt das BMBF für den Zeitraum von 1999 bis 2007 insgesamt knapp 500 Mio. Euro zur Verfügung.

Bereits seit 2003 wird in der Universitäts- und Hansestadt das Interfakultäre Zentrum (ZIK) für Funktionelle Genomforschung im Rahmen der Gesamtinitiative mit rund 10 Mio. ¤ gefördert. Das Zentrum für Genomforschung wird vom Greifswalder Proteomikforscher und Mikrobiologen Prof. Michael Hecker leitet.


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Geschäftsführender Direktor:
Prof. Dr. med. Werner Siegmund
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F +49 3834 86-56 31
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