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Versorgungszentrum Schlaganfall Mittelhessen

21.02.2003 - (idw) Justus-Liebig-Universität Gießen

Enge Zusammenarbeit der Neurologischen Universitätsklinik Gießen mit den Neurologischen Kliniken in Braunfels und Bad Salzhausen

Über die Entwicklung einer gemeinsamen Integrierten Versorgungsstruktur (nach §140 SGB V) für Schlaganfallpatienten von der Akutphase der Erkrankung bis zum Abschluss der stationären Rehabilitation informierten kürzlich die Neurologische Klinik des Universitätsklinikums Gießen (Leiter: Prof. Dr. Manfred Kaps) in Kooperation mit der Neurologischen Klinik Braunfels und der Asklepios Neurologische Klinik Bad Salzhausen Das Projekt folgt dem integrativen Ansatz eines Diseasemanagement-Programmes, mit dem sektoral aufgesplitterte Diagnostik und Therapie von Schlaganfallpatienten durch eine strukturierte, möglichst evidenzbasierte Versorgung von der Akutphase bis zur stationären Rehabilitation ersetzt wird. Unterstützt und gefördert wird dieses Projekt durch das Institut für Integrative Versorgung in der Medizin (IVM) und die AOK Hessen.

In den letzten zwölf Monaten wurden von den beteiligten Kliniken Leit- und Therapierichtlinien erarbeitet und die Organisation der Verlegungsabläufe geregelt. Parallel dazu wurde ein behandlungsbegleitendes Datenbanksystem entwickelt, mit dem Behandlungsabläufe erfasst und die befundübergreifende Informationsvermittlung durchgeführt wird. Für Patienten, die im Anschluss an die Akutversorgung keine direkte neurologische Rehabilitation benötigen und zunächst in medizinische Abteilungen verlegt werden, sind mit regionalen Kliniken Kooperationen vereinbart worden. Dies betrifft das Evangelische Krankenhaus, das Krankenhaus Balserische Stiftung und das St. Josefs-Krankenhaus in Gießen. Die in der Neurologischen Klinik seit Jahren vorhandene Schlaganfall-Spezialstation wurde im Zusammenhang mit dieser Prozess-Reorganisation von der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe zertifiziert. Angestrebt wird im nächsten Schritt auch die Kooperation mit niedergelassenen Ärzten speziell in Hinblick auf die Sekundärprävention.

Der Begriff "Schlaganfall" beschreibt keine einheitliche Erkrankung, sondern wird für eine Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen verwendet, die verschiedene Ursachen und damit auch unterschiedliche therapeutische Erfordernisse haben. Gemeinsames Merkmal ist, dass sie ihre Ursache in einer Erkrankung von Gefäßen und des Rückenmarks haben. Beim Schlaganfall kommt es zu einer meist plötzlich auftretenden Funktionsstörung des zentralen Nervensystems auf Grund von Durchblutungsstörungen oder Blutungen. Je nach Ursache sprechen Ärzte präziser von Hirninfarkt, wenn der Schlaganfall durch eine Minderdurchblutung des Hirns hervorgerufen wurde, oder von einer Hirnblutung, wenn der Schlaganfall durch den Austritt von Blut in das Hirngewebe verursacht wurde. Die Symptome setzen unvermittelt ein. Dabei handelt es sich z.B. um Lähmungserscheinungen, Gangunsicherheit, Seh- und Sprachstörungen.

Geschätzte 7,5 Mrd. Euro geben die Krankenkassen jedes Jahr für die Behandlung von Schlaganfallpatienten aus. Allerdings gibt es keine genauen Statistiken, wie diese Kosten entstehen und wofür diese Summen konkret ausgegeben werden. Für die optimale Behandlung der Patienten müssen unterschiedliche Fachdisziplinen eng zusammenarbeiten. Speziell in der Akutsituation darf keine Zeit verloren gehen, da sonst entscheidende Behandlungsoptionen ungenutzt bleiben. Dasselbe gilt für die Rehabilitation, die das Ziel hat, verlorengegangene Funktionen durch Krankengymnastik, Ergotherapie und Logopädie wiederzuerlangen und den Patienten zu einer bestmöglichen Gestaltung seines Lebens zu befähigen. Hierfür sind hochspezialisierte kooperative Versorgungsstrukturen erforderlich, die sowohl die Notfallversorgung als auch die weitere Behandlung sicherstellen.


Kontakt:

Prof. Dr. M Kaps
Medizinisches Zentrum für
Neurologie und Neurochirurgie
Am Steg 14
35392 Gießen
Tel.: 0641/99-45300
Fax: 0641/99-45309
e-mail: Manfred.Kaps@neuro.med.uni-giessen.de
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