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"Globaler Wandel"

11.04.2007 - (idw) Justus-Liebig-Universität Gießen

Ringvorlesung des Präsidenten im Sommersemester 2007 startet am 16. April 2007 mit dem Hamburger Klimaforscher Prof. Hans von Storch Mit dem Vortrag Der Mythos der Stürme - auf die Sünde muss die Strafe folgen eröffnet der Hamburger Klimaforscher Prof. Dr. Hans von Storch am 16. April 2007 die Ringvorlesung des Präsidenten im Sommersemester 2007. Thematisch werden sich die Vorträge der zweisemestrig angelegten Reihe sowohl im Sommersemester 2007 als auch im Wintersemester 2007/08 mit dem "Globalen Wandel" befassen, einem Thema, das einen engen Zusammenhang zum universitären Schwerpunkt der Umweltforschung aufweist. Hans von Storch ist Professor für Meteorologie an der Universität Hamburg und Direktor des Instituts für Küstenforschung am GKSS-Forschungszentrum Geesthacht.

Die Ringvorlesung wendet sich gleichermaßen an universitäres Publikum und an interessiertes Publikum aus Stadt und Region. Die Vorträge finden in der Aula der Justus-Liebig-Universität Gießen statt (Ludwigstraße 23, 35392 Gießen) und beginnen jeweils um 19 Uhr c.t. Aufgrund der andauernden Renovierungsarbeiten in der Aula findet der Vortrag von Prof. von Storch im Biologischen Hörsaal des Universitätshauptgebäudes statt.

Während die Tatsache, dass die Menschheit einer rapiden und starken Klimaveränderung ausgesetzt ist, von Seiten der Wissenschaft als gesichert gilt, sind die Folgen des "Globalen Wandels" noch weitgehend unbekannt. Auch die Antworten auf die entscheidende Frage, auf welche Weise und mit welchen Mitteln Wissenschaft, Technik und Gesellschaft auf die neuen Herausforderungen des Wandels reagieren sollen, werden noch sehr kontrovers diskutiert. International renommierte Naturwissenschaftler, Ökonomen und Juristen sowie im Umweltbereich ausgewiesene Politiker nehmen im Rahmen der 400-Jahrfeier der Universität Gießen zentrale Fragen auf:

- Mit welchen Folgen für Mensch, Gesellschaft und Ökosysteme müssen wir rechnen und welche Lösungsansätze gibt es?
- Welche Energieträger werden wir in Zukunft nutzen können? Sollte Kernenergie doch langfristiger genutzt werden, um den CO2 Verbrauch nicht noch weiter zu erhöhen?
- Ist Energie aus nachwachsenden Rohstoffen eine Strategie, um unsere Klimaziele zu erreichen?
- Ist Gentechnik eine Möglichkeit, den Eintrag von Pestiziden und Düngern zu reduzieren und damit die Ökobilanzen der Landwirtschaft zu verbessern?
- Mit welchen sozialen bzw. gesellschaftlichen Herausforderungen geht der Globale Wandel einher und welche politischen Konzepte können zur Lösung der Probleme beitragen?

Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) setzt sich im zweiten Vortrag mit den ökonomischen Kosten des Klimawandels auseinander und knüpft dabei an den brisanten Bericht des (ehemaligen) Weltbankökonomen Sir Nicholas Stern an, der vor einigen Monaten die dramatischen Folgen des Klimawandels für die Weltökonomie aufgezeigt und damit die Klimadiskussion weltweit angefacht hatte.

Der Frage, wie sich der Globale Wandel regional in Deutschland auswirken wird, geht der Frankfurter Klimaforscher Christian-Dietrich Schönwiese nach. Der Berliner Klimaforscher Ulrich Cubasch stellt Modellierungen des globalen Klimas und seine Projektionen für das 21. Jahrhundert vor. In einer ebenfalls weit reichenden zeitlichen Perspektive verortet der Träger des Alternativen Nobelpreises, Hermann Scheer (MdB, SPD), seinen Beitrag zur Energiepolitik und seine Forderung eines Wechsels zu Erneuerbaren Energien, den er als "existenzielle Jahrhundertaufgabe" beschreibt. Eine gesellschaftliche Ausrichtung erfährt die Behandlung des Themas in dem Beitrag von Klaus Töpfer, dem früheren deutschen Umweltminister und langjährigen Unter-Generalsekretär der Vereinten Nationen, Generaldirektor des Büros der Vereinten Nationen in Nairobi und Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP). Er verbindet in seinem Beitrag den Globalen Klimawandel mit Fragen der Überwindung von Armut. Klaus Töpfer ist derzeit Professor an der Tongji-Universität Shanghai.
Gerd Eisenbeiß, Berater der früheren rot-grünen Bundesregierung in Sachen Nachwachsender Rohstoffe, legt einen energiepolitischen Akzent: Der Vortrag Nachhaltige Energieversorgung - Biomasse im Spektrum unserer Möglichkeiten wird der Frage nachgehen, ob Energie aus nachwachsenden Rohstoffen dazu beitragen kann, unsere Klimaziele zu erreichen. Den Abschluss des ersten Teils der Ringvorlesung im Sommersemester macht der Jurist Ulrich Beyerlin, Direktor des Max-Planck-Instituts für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht (Heidelberg). Er spricht über Nord-Süd-Konflikt als Hemmschuh globaler Umweltschutzkooperation: Ursachen und Wirkungen, und völkerrechtliche Konzepte zur Abhilfe.

Termine und Referenten der Ringvorlesung im Überblick (Sommersemester 2007)

16. April o Prof. Dr. Hans von Storch, Institute of Coastal Research, GKSS Forschungszentrum Geesthacht: Der Mythos der Stürme - auf die Sünde muss die Strafe folgen

30. April o Prof. Dr. Claudia Kemfert, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW): Die ökonomischen Kosten des Klimawandels

14. Mai o Prof. Dr. Christian-Dietrich Schönwiese, Institut für Atmosphäre und Umwelt (IAU), Goethe-Universität Frankfurt a. M.: Klimawandel in Deutschland

4. Juni o Prof. Dr. Ulrich Cubasch, Institut für Meteorologie, FU Berlin: Modellierung des globalen Klimawandels und seine Projektionen für das 21. Jahrhundert

18. Juni o Dr. Hermann Scheer: MdB, SPD; Träger des Alternativen Nobelpreises:
Der Wechsel zu Erneuerbaren Energien - eine existenzielle Jahrhundertaufgabe

2. Juli o Prof. Dr. Klaus Töpfer*, Tongji-Universität Shanghai, Former Under Secretary General United Nations: Globaler Klimawandel und Überwindung von Armut (* Vorlesung in Verbindung mit dem Umweltrechtlichen Praktikerseminar)

9. Juli o Dr. Gerd Eisenbeiß, Ehemaliger Vorstand für Energieforschung im Forschungszentrum Jülich und Koordinator der Helmholtz-Energieforschung: Nachhaltige Energieversorgung - Biomasse im Spektrum unserer Möglichkeiten

16. Juli o Prof. Dr. Ulrich Beyerlin, Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und -Völkerrecht, Heidelberg: Nord-Süd-Konflikt als Hemmschuh globaler Umweltschutzkooperation: Ursachen, Wirkungen und völkerrechtliche Konzepte zur Abhilfe


Auftakt:
Start der Ringvorlesung des Präsidenten am 16. April 2007, 19 Uhr, Biologischer Hörsaal des Hauptgebäudes, Ludwigstraße 23, 35390 Gießen

Kontakt:
Prof. Dr. Karl-Heinz Kogel
JLU-Vizepräsident
Ludwigstraße 23, 35390 Gießen
Telefon: 0641 99-12020, Fax: 0641 99-12029
E-Mail: Karl-Heinz.Kogel@agrar.uni-giessen.de

Andreas Schulte M.A., Dipl.-Journ.
Persönlicher Referent
Telefon: 0641 99-12005, Fax: 0641 99-12009
E-Mail: Andreas.Schulze@admin.uni-giessen.de

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