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Strategien gegen den Ingenieurmangel

11.04.2007 - (idw) Universität Stuttgart

Modellprojekte, die jungen Menschen die technischen Berufe schmackhaft machen sollen, gibt es wie Sand am Meer. Fundierte Kriterien zur Bewertung der Effizienz der oft mit viel Engagement betriebenen Initiativen fehlen jedoch bisher. Ein neues Forschungsprojekt an der Universität Stuttgart nimmt deshalb die Aktivitäten zur Technikvermittlung an Zielgruppen wie Schüler und Jugendliche kritisch unter die Lupe. Die Wissenschaftler wollen dem Aktionismus angesichts des viel zitierten Mangels an technisch-naturwissenschaftlichen Fachkräften ein Ende setzen und stattdessen konzeptionelle Studien erarbeiten. Ziel ist es, das Interesse an Technik und den entsprechenden akademischen Ausbildungen nachhaltig zu erhöhen. Die Mit-Initiatoren, Prof. Günter Pritschow vom Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen, Prof. Ortwin Renn vom Institut für Sozialwissenschaften sowie Dr. Uwe Pfenning von der Dialogik GmbH, wollen dem Aktionismus angesichts des viel zitierten Mangels an technisch-naturwissenschaftlichen Fachkräften ein Ende setzen. Stattdessen erarbeiten sie konzeptionelle Studien mit dem Ziel, das Interesse an Technik und den entsprechenden akademischen Ausbildungen nachhaltig zu erhöhen.
Ebenso ist unklar, welche Effekte durch gelungene Projekte bewirkt werden und welche negativen Auswirkungen ein gescheitertes Projekt unter Umständen hat. Vor diesem Hintergrund geht die Studie von der Frage aus, mit welchen technisch-naturwissenschaftlichen Themen und mit welchen pädagogischen Konzepten bei den verschiedenen Altersgruppen das Interesse für Technik und Naturwissenschaften geweckt werden kann. Die zweite zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, die Ergebnisse in soziologische Modellkonzepte zur Verbesserung der Techniksozialisation umzusetzen. "Wir gehen davon aus, dass primär solche längerfristigen, sozialisativen Projekte nachhaltige Effekte und ein erhöhtes Interesse an Technik und Naturwissenschaft bewirken", vermutet Dr. Uwe Pfenning.

Systematische Erfassung und Typologisierung
Die Stuttgarter Wissenschaftler werden zunächst alle verfügbaren Modellprojekte systematisch erfassen und nach dem Grad der Institutionalisierung, der Angebotspalette, Zielgruppen, des Budgets, der Trägerschaft und anderen Kriterien typologisieren. Anschließend werden Teilnehmer in Modellprojekten zu mindestens zwei Messzeitpunkten befragt, um signifikante Effekte untersuchen zu können. Die Untersuchungen sind Teil eines interdisziplinären Projektverbundes. Beteiligt sind die RWTH Aachen, die Universität Stuttgart und der Konvent für Technikwissenschaften der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften (acatech), der federführend am Projekt mitwirkt. Das Unternehmen Georgsmarienhütte Holding und acatech fördern die Studie mit einem Volumen von 385.000 Euro und einer Laufzeit von drei Jahren.

Die Mangelsituation in den technisch-naturwissenschaftlichen Berufen war bereits verschiedentlich Anlass für Forschungsstudien Stuttgarter Wissenschaftler, so an der ehemaligen TA-Akademie zur Technikfolgenabschätzung sowie am Lehrstuhl von Prof. Renn an der Uni Stuttgart. Hierdurch konnte ein Stuttgarter Kompetenzzentrum zu diesem Thema geschaffen werden. Angesichts der erstarkten Konjunktur wird der Ingenieurmangel als Wachstums- und Innovationsbremse besonders brisant. Dementsprechend werden die Stuttgarter Forschungsergebnisse derzeit verstärkt nachgefragt.

Weitere Informationen bei Dr. Uwe Pfenning, Tel. 0711/685-83617, e-mail uwe.pfenning@sowi.uni-stuttgart.de.

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