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Ministerin Annette Schavan: "Europa bündelt seine Kompetenzen auf dem Gebiet des Höchstleistungsrechnens"

17.04.2007 - (idw) Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

15 Staaten beschließen gemeinsamen Aufbau neuer Infrastruktur
Die verfügbare Rechenleistung wird immer mehr zu einem Erfolgsfaktor für Wissenschaft und Wirtschaft: Ob es um das Klima, das Erbgut oder um ingenieurwissenschaftliche Fragestellungen geht - Forscherinnen und Forscher benötigen zunehmend Computerpower, um im internationalen Wettbewerb mitzuhalten. Europas Wissenschaftler und Ingenieure können nun auf neue Möglichkeiten beim Höchstleistungsrechnen setzen: Denn mit dem Unterzeichnen einer Absichtserklärung zur Gründung eines europäischen Supercomputer-Netzwerkes haben Spitzenvertreter von Großforschungseinrichtungen aus 15 Staaten die Grundlage für eine international führende Höchstleistungsrechner-Infrastruktur geschaffen.

"Europa bündelt damit seine Kompetenzen auf dem Gebiet des Höchstleistungsrechnens", begrüßte Bundesforschungsministerin Annette Schavan am Dienstag in Berlin das Memorandum of Understanding, das die Spitzenvertreter der europäischen Rechenzentren im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterzeichneten. Die Ministerin hatte zuvor die Gründung der Partnership for Advanced Computing in Europe (PACE) vorangetrieben.

"Ich bin sehr froh, dass wir gemeinsam mit unseren europäischen Partnern während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft die Voraussetzungen für den Start von PACE geschaffen haben", sagte die Ministerin. "Das wissenschaftliche Rechnen mit Supercomputern bekommt damit eine europäische Dimension." Das geplante Computernetzwerk zeige, dass Europa nur gemeinsam gelinge. "Forschung und Innovation spielen dabei eine Schlüsselrolle." Schavan betonte das Engagement der Wissenschaft, durch enge Koordination der technischen und wissenschaftlichen Kompetenzen diese weltweit einzigartige Rechner-Infrastruktur zu schaffen. Die Ministerin: "Damit sind wir einen wichtigen Schritt vorangekommen, den europäischen Forschungsraum zu stärken."

Kerngedanke des neuen Supercomputerzentrums ist die gemeinsame Nutzung der Kapazitäten mehrerer Höchstleistungsrechner. "Es wird ein gemeinsames Netzwerk mit verschiedenen Standorten geben, die durch modernste Netztechnik miteinander verbunden sein werden", sagte die Ministerin. Der weit überwiegende Teil der auf rund 500 Millionen Euro geschätzten Kosten soll von den 15 Staaten getragen werden, deren Rechenzentren an dem Projekt beteiligt sind. Den Rest stellt die Europäische Union aus dem 7. EU-Forschungsrahmenprogramm bereit. Ziel ist es, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Europa einen optimalen Zugang zum Höchstleistungsrechnen zu verschaffen.

Dem PACE-Konsortium haben sich Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Finnland, Griechenland, Italien, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz und die Türkei angeschlossen. Konsortialführer ist das deutsche Gauß-Centrum für Supercomputing. Es bündelt die Aktivitäten der drei deutschen Höchstleistungsrechenzentren in Jülich, Stuttgart und Garching. Sprecher dieses nationalen Verbundes ist Professor Achim Bachem, Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich. Zusammen versorgt das Gauß-Zentrum Forscherinnen und Forscher in Deutschland und Europa mit zurzeit rund 90 Teraflops Rechenleistung.

"Wissenschaft und Wirtschaft brauchen Rechenleistung auf höchstem Niveau", sagte Bachem bei dem Treffen in Berlin. "In allen Naturwissenschaften sind Supercomputer zum unverzichtbaren Werkzeug geworden. Die großen Erkenntnissprünge der Zukunft sind nur noch mit Hilfe von aufwändigen Simulationen zu schaffen." Neben Theorie und Experiment hat sich die Simulation längst zur entscheidenden dritten Säule in der internationalen Spitzenforschung entwickelt.

Das BMBF hatte im vergangenen Jahr die Initiative ergriffen, durch die Vernetzung und bessere Koordinierung der nationalen Höchstleistungsrechenzentren in Deutschland deren Effizienz zu erhöhen. Ergebnis dieser Initiative war die Gründung des Gauß-Centrums für Supercomputing am 13. April 2007. Damit wiederum wurde die Grundlage für ein gemeinsames Auftreten in Europa zum Aufbau eines weltweit führenden europäischen Supercomputerzentrums an verschiedenen Standorten geschaffen.


Weitere Informationen zur europäischen Forschungspolitik und zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft finden Sie im Internet unter http://www.bmbf.de und unter http://www.eu2007.de.
Weitere Informationen: http://www.bmbf.de/press/2021.php
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