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Die Sprache der Religion

18.04.2007 - (idw) Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt (Main)

Religion und Zukunftsdeutung / Prophetische und Orakeltexte aus dem Vorderen Orient und dem hellenistischen Griechenland FRANKFURT. Ist Religion an der Sprache erkennbar? Unterliegen religiöse Äußerungen bestimmten sprachlichen Mustern? Welchen sprachlichen Zeichensystemen folgen religiöse Texte und religiöse Institutionen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt eines neuen Forschungsschwerpunktes am Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Frankfurt. Am Beispiel der Traditionsliteratur des antiken Judentums und seiner kulturgeschichtlichen Vernetzung zur Zeit des Hellenismus sollen hier in den nächsten fünf Jahren die Grundmuster religiöser Sprachformen aus sprachwissenschaftlicher, literaturgeschichtlicher und anthropologischer Perspektive erarbeitet werden. Die Zeit des Hellenismus bietet sich dazu besonders an, denn im Schatten des Zuges Alexanders des Großen durch Kleinasien und den Alten Vorderen Orient und die damit einhergehende kulturelle Durchmischung von Orient und Okzident entstanden neuartige Formen religiöser Literatur.

Der neue Forschungsschwerpunkt umfasst
· den Aufbau einer Forschungsstelle zur althebräischen Sprache, an der ein neues Hebräisch-Deutsches Handwörterbuch, das den lexikalischen Bestand des Biblischen Hebräisch, der althebräischen Inschriften und der Qumrantexte enthält, für Studierende erstellt wird und
· die Abfassung eines Teilbandes zur Althebräischen-frühjüdischen Literaturgeschichte, die in Verbindung mit den Instituten für Altes Testament an den Universitäten Heidelberg, Zürich und Jena entsteht.

Flankierend dazu wird die Projektgruppe ?Altorientalisch-Hellenistische Religionsgeschichte? (AHRG), die im Rahmen der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Theologie arbeitet und die sich gezielt um den Austausch zwischen Altorientalistik, Bibelwissenschaften, Klassischer Philologie und Archäologie, Alter Geschichte sowie
antiker Literatur- und Religionsgeschichte bemüht, ihre nächsten Jahressymposien den neuen Gattungen religiöser Literatur im Hellenismus widmen.

Die Auftakttagung dazu findet am 28. April am Fachbereich Evangelische Theologie der Johann Wolfgang Goethe-Universität statt und steht unter dem Titel ?Religion und Zukunftsdeutung - Prophetische und orakelhafte Texte aus dem Vorderen Orient und aus Griechenland aus hellenistischer Zeit.? Sie beginnt um 10 Uhr mit einem Stehkaffee im Campus Westend.
Die vier Hauptvorträge werden gehalten von Prof. Eva Cancik-Kirschbaum (Lehrstuhl für Altorientalistik, Freie Universität Berlin), Prof. Joachim F. Quack (Lehrstuhl für Ägyptologie, Universität Heidelberg), Prof. Michael Erler (Lehrstuhl für klassische Philologie, Universität Würzburg) und PD Stefan A. Nitsche (Kirchliche Hochschule Neuendettelsau).

Wann?
28. April 2007, 10 bis 17 Uhr

Wo?
IG Hochhaus/Nebengebäude, Campus Westend, Raum 2.701
Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main

Die Teilnahme ist kostenfrei. Allerdings ist aus organisatorischen Gründen eine verbindliche Anmeldung erforderlich unter: b.moll@em.uni-frankfurt.de

Die Tagung wird finanziell durch die Burse - Gemeinnütziger Verein zur Förderung der Studentenhilfe an der Universität Frankfurt am Main unterstützt.

Informationen: Prof. Markus Witte, Fachbereich Evangelische Theologie (Altes Testament), Tel.: (069) 798-33315, Fax: (060) 798-32036, M.Witte@em.uni-frankfurt.de.
Weitere Informationen: http://www.evtheol.uni-frankfurt.de/at/forschung/ index.html
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