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Tropeninstitut rät Reisenden zur Tollwutimpfung

19.04.2007 - (idw) Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin

Vor dem Hintergrund des aktuell nach Deutschland importierten Tollwutfalles rät das Tropeninstitut Reisenden, sich über das Tollwutrisiko in ihrem Zielland zu informieren und sich ggf. rechtzeitig impfen zu lassen. Ist es im Reiseland zu einer Tierverletzung gekommen, ist auch eine nachträgliche Tollwutimpfung ratsam.
Als Gesundheitsproblem ist die Tollwut beispielsweise in Indien, China, Marokko und anderen Ländern Afrikas und Asiens relevant. In den betroffenen Ländern sterben nach WHO-Schätzungen 60.000 Menschen jährlich an der Tollwut. Hauptüberträger sind Hunde, aber auch infizierte Affen können bei der Übertragung eine Rolle spielen. Nach Europa importierte Fälle sind in der Vergangenheit mehrfach beschrieben worden.

Hintergrund: Tollwut
Tollwut wird durch ein Virus verursacht, dass sich im zentralen Nervensystem vermehrt. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 3-8 Wochen. In einigen Fällen sind jedoch Inkubationszeiten von mehreren Monaten beschrieben. Nicht jeder Biss durch ein erkranktes Tier führt auch zur Infektion des Menschen. Der Ausbruch der Krankheit kann durch eine postexpositionelle passive und aktive Impfung verhindert werden. Bei der passiven Impfung werden schützende Immunglobuline verabreicht, bei der aktiven Impfung abgetötete Viren. Kommt die Krankheit jedoch zum Ausbruch, endet sie normalerweise tödlich. Die aktive Tollwut-Impfung hat eine Langzeitwirkung und wird auch als vorbeugende Schutzimpfung eingesetzt (Impfprophylaxe).
Die Zahl der registrierten Tollwutfälle hat sich in Deutschland seit 1990 drastisch reduziert (von 5.572 im Jahr 1990 auf 43 im Jahr 2002, davon die meisten bei Fuchs, Hund und Katze. Quelle: RKI). Tollwuterkrankungen beim Menschen wurden 1996, 2004 und 2005 registriert. Der letzte importierte Fall war besonders tragisch, da die Infektion nicht erkannt und Organe der Patientin transplantiert wurden. Drei der sechs Organempfänger verstarben.
In Europa wird in den letzten Jahren auch der Fledermaustollwut große Aufmerksamkeit gewidmet. Sie wurde jedoch nur selten nachgewiesen. Beide Tollwut-Erreger sind Lyssaviren aus der Familie der Rhabdoviren.
Weitere Informationen: http://www.bni-hamburg.de http://www.gesundes-reisen.de Korrektur vom 19.04.2007Im Fall des aktuell am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf behandelten Patienten wurde vom Hamburger Tropeninstitut ein marokkanischer Virussstamm nachgewiesen. Der Befund bestätigt die Annahme, dass sich der Patient auf einer Reise vor ca. sechs Wochen infizierte. Somit steht fest, dass es sich auch hier um einen importierten Fall handelt.
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