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Schwebende Tische und hörbares Licht

27.04.2007 - (idw) PhotonicNet GmbH Kompetenznetz Optische Technologien

Der Zukunftstag der LZH Laser Akademie machte Erstaunliches möglich! Wenn auf einem Stück Plexiglas wie von Geisterhand geschrieben plötzlich ein Name steht, dann könnte man meinen, es ginge nicht mit rechten Dingen zu. Doch 25 Schülerinnen und Schüler aus Hannover und Umgebung konnten sich am Zukunftstag im Laser Zentrum und der dazu gehörigen Akademie persönlich davon überzeugen, dass es dafür eine physikalische Erklärung gibt. Bevor die 11- bis 16-jährigen allerdings in die Labore gehen und den Wissenschaftlern auf die Finger schauen durften, hieß es erst einmal die schnöde Schulbank drücken. Jonathan Fuchs und Johannes Haseitl, zuständig für das Schüler-Labor der Laserakademie, gaben sich viel Mühe, so schwierige Fragen wie "Was ist überhaupt Licht?" und "Wie funktioniert ein Laser?" zu erklären. Dabei ging es schon ein wenig wie in der richtigen Universität zu - nur das die Schüler deutlich ruhiger und interessierter wirkten als so manch ein waschechter Student.

"Ich habe schon mal gehört, dass man mit Lasern Augen operieren kann. Da wollte ich einfach mehr drüber wissen", war für die 11-jährige Carolin Makus der Grund, warum sie sich für den Berufe-Schnuppertag das Thema Laser ausgesucht hatte. Ihre Freundin Theresa Müller kannte Laser aus Filmen und fand das einfach spannend. Und Hannover ist eine Stadt die in punkto Licht & Laser eine Menge zu bieten hat, wie z. B, das bekannte Laser Zentrum im Wissenschaftspark Marienwerder. Seit 20 Jahren erforscht man dort die Möglichkeiten der so genannten Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation oder zu Deutsch "Lichtverstärkung durch Emissionsanregung von Strahlung". In fünf Gruppen besuchten die SchülerInnen hier die Abteilungen Lasermedizin, Laserentwicklung, Schneiden und Schweißen und den Aufbau von Formen (Rapid Prototyping) mit dem Laser. Begleitet wurden sie dabei von den angehenden Wissenschaftlerinnen und Ingenieurinnen Silvia Schumacher, Nina Wardenga, Katrin Harley, Sandra Mebben sowie Sonja Dudziak. Mit viel Begeisterung stellten sie ihre Forschungsthemen am LZH überaus engagiert vor.

Dass die Energie von Licht mit einem Laser so stark gebündelt werden kann, dass sie ausreicht um Materialien wie Stahl, Glas oder Kunststoffe zu schneiden, zu schweißen oder gar zu durchbohren hatten einige der SchülerInnen schon einmal gehört. Aber dass die Beschriftung der Tasten ihrer Handys auch mit einem Laser gemacht wird, war fast allen neu. Glück hatte die Gruppe, die dabei zusehen durfte, wie der Laser das Material quasi 'verdampft' und mit welch enormen Tempo die Namen der Kinder oder des Lieblings-Fußballvereins auf Schlüsselanhängern erschienen. Dabei mussten natürlich alle eine Schutzbrille aufsetzen, denn was der Laser im Kunststoff 'kaputt' macht, kann im wahrsten Sinne des Wortes auch "ins Auge gehen" und dort schwere Schäden verursachen!
Ein anderer Laser hingegen wird in der Medizin gerade dafür eingesetzt, im Auge gezielt zu schneiden um Fehlsichtigkeiten zu beseitigen. Oder in einer winzigen Zelle sehr feine Schnitte zu machen, ohne die gesamte Zelle zu zerstören. Eine echte Tüftelei, die der Hilfe besonderer Mikroskope und leistungsstarker Computer bedarf.

Und die Möglichkeiten der Lasertechnologie sind noch weitaus vielfältiger: So kann man aus einem Haufen Titanpulver und einem Laser - Schicht für Schicht - eine richtig komplizierte Form wie ein Kniegelenk entstehen lassen. Andere Forscher gehen der Frage nach, wie Schweißverbindungen stabiler werden können, um z. B. sicherere Fahrzeuge bauen zu können. Im Labor der Spacegruppe, werden Laser entwickelt, die man in den Weltraum schickt, um dort Spuren von Leben zu suchen oder Entfernungen zu messen. Hier probierte eine Gruppe erfolgreich, mit Hilfe von Spiegeln und Linsen einen Laserstrahl auf eine Zielscheibe auszurichten.

In der letzten Stunde durften dann alle TeilnehmerInnen im Schüler-Labor der LZH Laser Akademie den Weg eines Lichtstrahls einmal selber auf einen bestimmten Punkt lenken und dabei gleichzeitig Musik mit dem Licht zu einem Empfänger transportieren. Und nicht nur das: Mit großer Begeisterung standen am Ende alle am massiven Labortisch, der sich mittels Kompressor in ein 'Luftkissenboot' verwandelte. Durch leichtes Trommeln auf der Tischplatte erzeugten sie gemeinsam ein Konzert der verrücktesten Töne. So kann selbst ein kompliziert aussehendes Messgerät mit dem kaum aussprechbaren Namen Michelson-Interferometer zu einer tollen Erfahrung werden, die man sicher so schnell nicht vergisst.
Am Ende schwirrte allen der Kopf. An einem Tag alle Möglichkeiten des Lasers erfassen, geschweige denn verstehen? Unmöglich! Aber man könnte ja mit der Klasse wiederkommen - zu einem (kostenfreien) Thementag unter dem Motto "Discover Light".

"Mir hat es gut gefallen" war die häufigste Rückmeldung auf den Zukunftstag an der LZH Laser Akademie. Für die 11-jährige Isabel von der Christoph-Lichtenberg Gesamtschule in Göttingen hat sich die weite Anreise richtig gelohnt. "Ich könnte mir vorstellen, später mal was mit Lasertechnologie zu machen". Na, wenn das kein Kompliment an die Veranstalter ist!


Bericht & Bilder: Anja Nieselt-Achilles, PhotonicNet GmbH - Kompetenznetz Optische Technologien / http://www.photonicnet.de

Weitere Informationen

Lehrer-Schüler-Labor Discover Light
Dipl.-Ing. Markus Klemmt
LZH Laser Akademie GmbH
Garbsener Landstr. 10
30419 Hannover

Tel.: 0511 / 277 1729
Fax: 0511 / 277 1805
E-Mail: info@lzh-laser-akademie.de
Weitere Informationen: http://www.photonic-net.de/Bilder/Zukunftstag_LZH - Bildergalerie zum Zukunftstag an der LZH Laser Akademie in Hannover http://www.discover-light.de - Das Lehrer-Schüler-Labor rund um die Anwendungsmöglichkeiten des Lasers
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