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Neue Impulse durch Vernetzung

27.04.2007 - (idw) Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

DFG richtet 13 weitere Schwerpunktprogramme ein Nr. 21
27. April 2007

Neue Fragestellungen der Grundlagenforschung vernetzt bearbeiten - das ist das Erfolgsrezept der Schwerpunktprogramme der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Am 27. April 2007 entschied der Senat der DFG über die Einrichtung 13 neuer Projekte und fördert somit ab Anfang 2008 insgesamt 117 Initiativen in diesem Verfahren. Für die Programme, die aus 47 eingereichten Konzepten ausgewählt wurden, sind in der ersten Förderperiode rund 63 Millionen Euro vorgesehen.
Schwerpunktprogramme sollen Forschungsaktivitäten in einem umgrenzten, zukunftsträchtigen Themengebiet deutschlandweit und international vernetzen und durch die koordinierte, ortsverteilte Förderung wichtiger neuer Fragestellungen spürbare Impulse zur Weiterentwicklung der Forschung geben. Die Laufzeit von Schwerpunktprogrammen beträgt in der Regel sechs Jahre.

Die neuen Schwerpunktprogramme im Überblick:

Die Rolle von sogenannten Ubiquitin-ähnlichen Proteinmodifikationen (UbF) in Zellen untersucht das Projekt "The Regulatory and Functional Network of Ubiquitin Family Proteins". Dabei stehen die in den vergangenen Jahren neu entdeckten UbF und Netzwerkeigenschaften im Mittelpunkt. (Koordinator: Professor Wolfgang Dubiel, Charité - Universitätsmedizin Berlin)

Das Projekt "Polymer-Festkörper-Kontakte: Grenzflächen und Interphasen" untersucht Verbünde aus Polymeren und anderen Festkörpern. Diese sind zwar allgegenwärtig und von großer Bedeutung, aber aus wissenschaftlicher Sicht immer noch nicht verstanden. (Koordinator: Professor Florian Müller-Plathe, Technische Universität Darmstadt)

Der volkswirtschaftlich und umweltpolitisch hochaktuellen Frage der Energiegewinnung mittels Photovoltaik widmet sich das Projekt "Elementarprozesse der Organischen Photovoltaik". Gerade organische Solarzellen sind aufgrund der besseren Verfügbarkeit der Rohstoffe für einen breiten Einsatz von großer Relevanz. (Koordinator: Professor Karl Leo, Technische Universität Dresden)

Die in den 1990er Jahren erstmals synthetisierten Metallorganischen Gerüstverbindungen (MOFs) gehen aufgrund ihres modularen Aufbaus weit über das Speichervermögen und die Funktionalität herkömmlicher poröser Materialien hinaus. Im gleichnamigen Schwerpunktprogramm wollen Chemiker und Physiker MOFs maßschneidern, die für die Energiespeicherung, für die Trennung von Stoffen, für die selektive Katalyse und als Sensoren mit speziellen optischen und elektrischen Eigenschaften eingesetzt werden können. (Koordinator: Professor Stefan Kaskel, Technische Universität Dresden).

Das Schwerpunktprogramm "Wirtsadaptierter Metabolismus von bakteriellen Infektionserregern" befasst sich mit der für die Infektionsbiologie wichtigen Frage, wie der Stoffwechsel von Bakterien mit dem seines Wirtes zusammenhängt. Gerade vor dem Hintergrund der sich weltweit ständig neu entwickelnden und resistenten Infektionskrankheiten wird die Relevanz dieser Fragestellung klar. (Koordinator: Professor Michael Hensel, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg)

Die Erforschung neuer Konzepte, Materialien und Technologien für Systeme mit veränderbaren optischen Eigenschaften wie Linsen mit veränderlicher Fokuslänge oder Abbildungsvergrößerung ist Thema des Schwerpunktprogramms "Aktive Mikrooptik". Mögliche Einsatzgebiete dieser Forschung sind unter anderem optische Messtechniken und Sensorik, die Medizintechnik oder Überwachungskameras in schwer zugänglichen Umgebungen. (Koordinator: Professor Hans Zappe, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg)

Die Wissenschaftler des Schwerpunktprogramms "Optisch erzeugte Sub-100-nm-Strukturen für biomedizinische und technische Applikationen" suchen nach einer ganzheitlichen Theorie und daraus abgeleiteten optimierten Prozessen, um Werkstoffe im Nanometerbereich zu strukturieren und nutzbar machen zu können. (Koordinator: Dr.-Ing. Andreas Ostendorf, Laser-Zentrum Hannover)

Im Schwerpunktprogramm "Scalable Visual Analytics: Interaktive visuelle Analysesysteme für komplexe Informationswelten" geht es um die Zusammenschau von wissenschaftlicher Visualisierung, Datenanalyse und Mensch-Maschine-Interaktion. (Koordinator: Professor Daniel A. Keim, Universität Konstanz)

Ein Forschungsthema aus der aktuellen Diskussion gibt den Rahmen für das Schwerpunktprogramm "Biologische Transformation von Kohlenwasserstoffen ohne Sauerstoff: Vom molekularen zum globalen Maßstab". Auf Basis erst in den vergangenen zehn Jahren erzielter Ergebnisse steht der anaerobe mikrobielle Abbau von Kohlenwasserstoffen im Fokus. (Koordinator: Professor Matthias Boll, Universität Leipzig)

Die Modellierung und Simulation von hochkomplexen, insbesondere hochdimensionalen Systemen ist eine zentrale Grundlage für die technologische Entwicklung in den Natur-, Ingenieur- und Finanzwissenschaften und Thema des Projekts "Extraktion quantifizierbarer Information aus komplexen Systemen". (Koordinator: Professor Stephan Dahlke, Philipps-Universität Marburg)

In dem Projekt "South Atlantic Margin Processes and Links with Onshore Evolution (SAMPLE)" untersuchen Wissenschaftler unterschiedlicher geowissenschaftlicher Fachrichtungen den Zusammenhang zwischen der Dynamik des Erdmantels und Veränderungen an der Erdoberfläche. (Koordinatoren: Professor Dr. Hans-Peter Bunge, Ludwig-Maximilians-Universität München, Professor Jan Behrmann, IFM-GEOMAR, Kiel, Professor Michael Weber, GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ))

Wie Geologie, Klima und Ökologie auf dem tibetischen Hochplateau zusammenhängen, ist Thema des Schwerpunktprogramms "Tibetan Plateau: Formation - Climate - Ecosystems (IIP)". Davon versprechen sich die Wissenschaftler ein besseres Verständis von globalen Fragen wie der Wasserverfügbarkeit in Teilen Ost- und Südostasiens. (Koordinatoren: Professor Dr. Erwin Appel, Eberhard-Karls-Universität Tübingen und Professor Volker Mosbrugger, Forschungsinstitut und Naturkundemuseum Senckenberg, Frankfurt)

Das Schwerpunktprogramm "Pluripotency and Cellular Reprogramming" behandelt die Entwicklungsfähigkeit von Stammzellen in andere Zelltypen. Dieses Thema steht besonders beim Vergleich embryonaler und adulter Stammzellen derzeit in der Diskussion. Ein Ziel der Arbeit ist es, die Pluripotenz im Hinblick auf therapeutische Anwendungen zu erforschen. (Koordinator: Professor Albrecht M. Müller, Julius-Maximilians-Universität Würzburg)


Weitere Informationen

Weitere Informationen zu den Schwerpunktprogrammen der DFG finden Sie im Internet unter www.dfg.de/forschungsfoerderung/koordinierte_programme/schwerpunktprogramme/index.html.
Weitere Informationen: http://www.dfg.de/forschungsfoerderung/koordinierte_programme/schwerpunktprogramme/index.html
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