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Institut für Fertigungstechnik und Produktion der Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft kann Maschinenleihgaben

27.04.2007 - (idw) Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

Am heutigen Freitag, 27. April 2007, können am Institut für Fertigungstechnik und Produktion (IFP) der Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft Maschinenleihgaben im Gegenwert von 1,2 Millionen Euro feierlich in Betrieb genommen werden.

Mit den hochmodernen Maschinen können die Studierenden der Fakultät für Maschinenbau und Mechatronik mit den aktuellsten Schlüsseltechnologien des Werkzeug- und Formenbaus vertraut gemacht werden, beispielsweise mit den CNC-Technologien in der heutigen Fertigungstechnik. Am Institut stehen damit alle im Werkzeug und Formenbau üblichen Bearbeitungsverfahren zur Verfügung. Die Studierenden können so die Prozesse und Abläufe in einer industriellen Produktion direkt nachvollziehen und Problemlösungen unter realen Bedingungen erarbeiten.
"Der Einsatz modernster Maschinen ist für die Aktualität einer praxisorientierten, ingenieurwissenschaftlichen Hochschulausbildung besonders wichtig", so Dr. Rüdiger Haas, Professor an der Fakultät für Maschinenbau und Mechatronik sowie dortiger Leiter des Instituts für Fertigungstechnik und Produktion, "doch die Entwicklungszyklen der Maschinen im Werkzeug- und Formenbau sind inzwischen so kurz, dass eine solche Maschine nach zwei, drei Jahren nicht mehr dem aktuellsten Stand entspricht." Aus hochschuleigenen Finanzmitteln ist jedoch ein Neuerwerb solcher Maschinen in diesen zeitlichen Abständen nicht möglich.

Das Problem konnte am IFP der Hochschule Karlsruhe in einzigartiger Form gelöst werden: Namhafte Maschinenbauunternehmen wie Agie GmbH (Erodiermaschinenhersteller), Cimatron GmbH (CAD/CAM-Softwarehersteller), GTD Graphit Technologie GmbH (Graphithersteller), Maschinenfabrik Berthold Hermle AG (Werkzeugmaschinenhersteller), LMT Deutschland GmbH (Werkzeuge und Spannsysteme), Mikron GmbH (Werkzeugmaschinenhersteller), Sescoi GmbH (Produktplanungs- und Steuerungssysteme), Syscam GmbH (CAD/CAM-Softwarevertrieb), System 3R Deutschland (Palettiersysteme und Automatisierungslösungen), Titex-Prototyp-Werke GmbH (Werkzeughersteller), ZERMET Zerspanungstechnik GmbH & Co KG (Werkzeughersteller), Zwicker Systems GmbH (Organisation- und Automationslösungen) und Oelheld GmbH (Kühlschmierstoffhersteller) stellen dem Institut modernste Maschinen als Leihgabe zur Verfügung und sorgen für entsprechende Programme und Betriebsmittel.

"Dies entspricht einem völlig neuen Konzept", betont Rektor Prof. Dr. Karl-Heinz Meisel "mit dem wir in Zusammenarbeit mit Industriepartnern die Aktualität unserer Hochschulausbildung auch längerfristig sicherstellen können." Die Maschinen werden der Hochschule als Leihgabe auf unbestimmte Zeit zur Verfügung gestellt. Nach zwei bis drei Jahren werden sie von den beteiligten Unternehmen gegen die entsprechenden Nachfolgemodelle ausgetauscht.

Anfang Februar 2007 wurde mit dem Umbau des Instituts für Fertigungstechnik und Produktion in Erwartung neuer Maschinen begonnen. Mit dem heutigen 27. April 2007 sind diese abgeschlossen und alle neuen Maschinen können in Betrieb genommen werden. Zum einen wurden vorhandene Maschinen gegen neuere ausgetauscht, zum anderen kamen aber auch neue hinzu. Alleine die im März und April 2007 ausgetauschten und neu installierten Maschinen verfügen über einen Gesamtwert von rund 1,2 Mio Euro. "Paradestücke" sind dabei zwei neue 5-Achs-Fräsmaschinen zur Bearbeitung sehr komplexer Bauteile und eine vollautomatisierte Fertigungszelle bestehend aus einer Senkerosionsmaschine des Unternehmens Agie GmbH, die durch einen Roboter der Firma System 3R mit einer HSC-Fräsmaschine zur Elektrodenfertigung der Mikron GmbH verknüpft wurde.

Das Institut für Fertigungstechnik und Produktion ging unter Leitung von Prof. Dr. Rüdiger Haas 2006 aus dem 2002 an der Hochschule gegründeten Produktionstechnischen Labor hervor. Zu seinem einjährigen Jubiläum kann das Institut auf eine Unterstützung seitens der Industrie im Umfang von insgesamt zwei Millionen Euro zurückblicken. "Mit der augenblicklichen Ausstattung zählt das Institut zu den modernsten seiner Art in der gesamten deutschen Hochschullandschaft", bestätigt Institutsleiter Prof. Dr. Rüdiger Haas nicht ohne Stolz.

Für die Unternehmen besteht der Nutzen in der Kooperation darin, dass die Studierenden bereits während des Studiums an firmeneigenen Maschinen ausgebildet werden - damit sparen sie Ausbildungszeit und Geld, denn als künftige Mitarbeiter entfallen damit Einarbeitungszeiten fast gänzlich. Und auch wenn die heutigen Studierenden später nicht Mitarbeiter dieser Industrieunternehmen werden, sehen diese durchaus positive Aspekte im Engagement an der Hochschule: Etliche Studierende werden in ihrem späteren Berufsleben einmal Positionen bekleiden, in denen es auch um die Anschaffung von Maschinen im Werkzeug- und Formenbau gehen wird - sie sind dann schon mit der Funktionalität und der Qualität der Produkte bestens vertraut.

Hauptaufgabe des Instituts ist die praktische Ausbildung von Maschinenbaustudierenden der Vertiefungsrichtungen Produktion und Konstruktion. Verschiedene Projekte werden mit Studierenden auch fakultätsübergreifend durchgeführt. Die neuen Maschinen werden zudem für aktuelle Projekte in der angewandten Forschung und im Technologietransfer eingesetzt. Insbesondere gehören hierbei kleinere und mittelständische Unternehmen des Werkzeug- und Formenbaus zu den Projektpartnern des Instituts. Für diese wurde auch das Karlsruher Werkzeug- und Formenbauforum gegründet, das ein bis zweimal jährlich mit Fachtagungen, Intensivseminare und Workshops Neuerungen, aktuelle Problemstellungen und Lösungsmöglichkeiten innerhalb des Werkzeug- und Formenbaus aufgreift.

"Voraussetzung für eine praxisorientierte ingenieurwissenschaftliche Hochschulausbildung ist eine moderne Labor- und Institutsausstattung", so Rektor Prof. Dr. Karl-Heinz Meisel, "diese ist für die Hochschule aber auch ein erheblicher Kostenfaktor, den sie nicht allein aus eigenen Mitteln finanzieren kann. Für die Bereitstellung hochwertiger Maschinen in beträchtlichem Wert sind wir daher unseren Kooperationspartnern in der Industrie ausgesprochen dankbar. Diese privatwirtschaftliche Unterstützung trägt ganz wesentlich dazu bei, dass die Hochschule ihren Studierenden eine zeitgemäße Ingenieurausbildung bieten kann."


Welcher Stellenwert dem Institut und seine Ausstattung inzwischen in Hochschul- und Industriekreisen beigemessen wird, verdeutlicht unter anderem die Anwesenheit eines Ehrengastes zur feierlichen Inbetriebnahme der neuen Maschinen: Artur Fischer - auf ihn geht nicht nur der nach ihm benannte "Fischer-Dübel" zurück, sondern mit 1.080 Patenten und 5.867 Schutzrechten ist der Unternehmer einer der erfolgreichsten Erfinder weltweit.
Weitere Informationen: http://www.hs-karlsruhe.de/servlet/PB/menu/1049853/index.html
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