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Gießener Universitäts-Aula erstrahlt in neuem Glanz

02.05.2007 - (idw) Justus-Liebig-Universität Gießen

Wissenschaftsminister Corts und Universitätspräsident Prof. Dr. Hormuth erfreut über die gelungene Modernisierung der Aula zum 400-jährigen Universitätsjubiläum

Die Universitäts-Aula der Justus-Liebig-Universität Gießen erstrahlt in neuem Glanz: Aus Anlass der Feiern zum 400-jährigen Bestehen der Universität Gießen wurde die Aula im Rahmen umfangreicher Renovierungs- und Sanierungsarbeiten im Hauptgebäude der Universität (Gesamtkosten: knapp 5 Mio. Euro) in einem ersten Bauabschnitt (Kosten: 1,73 Mio. Euro) in Anlehnung an das historische Erscheinungsbild modernisiert und saniert. Zugleich wurde die technische Ausstattung grundlegend erneuert. Minister Corts: "Die umfassende und gelungene Modernisierung der Aula wird den anstehenden Feierlichkeiten zum 400-jährigen Universitätsjubiläum wie auch der Tagung der Hochschulrektorenkonferenz am 3. und 4. Mai 2007 in Gießen unter Beteiligung von Herrn Ministerpräsidenten Roland Koch einen würdigen und zeitgemäßen Rahmen bieten." "Die Aula der Universität, ein Geschenk des Landes zum 300-jährigen Bestehen der Universität Gießen im Jahr 1907, die bereits für das Jubiläum und die Wiedereröffnung der Justus-Liebig-Universität im Jahr 1957 erneuert wurde, erhält jetzt eine zeitgemäße Gestaltung", so Universitätspräsident Prof. Dr. Stefan Hormuth. "Sie ist klar und hell geworden, ein würdiger Raum, der jedoch hinter den Anlässen und Formen der Veranstaltungen, denen er dient, zurücktreten wird. Die Universität Gießen freut sich über dieses erneute Geburtstagsgeschenk des Landes Hessen, das nicht nur den Mitgliedern der Universität, sondern auch allen Gießener Bürgerinnen und Bürgern einen schönen und angenehmen Rahmen für die unterschiedlichsten Veranstaltungen mit vielfältigen Präsentationsformen bietet."

Im Zuge der Renovierung des Universitätshauptgebäudes, stand auch die Sanierung der im Jahre 1907 erbauten und letztmalig 1957 umgestalteten Aula an. Im Jahr 2004 wurde das Architekturbüro Kraus_Milkovic - neben anderen Architekten - aufgefordert, einen Planungsvorschlag zur Neugestaltung des Innenraumes der Aula auszuarbeiten. Das Präsidium der Universität entschied sich für die Entwurfsidee von Kraus_Milkovic, das Aula-Gebäude durch einen behutsamen Rückbau in Anlehnung an das historische Erscheinungsbild zu modernisieren. Grundlage war ein postkartengroßes Foto des Innenraumes, das den Zustand der Aula zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts zeigt. Das Erscheinungsbild wurde im Wesentlichen durch eine kassettierte Tonnendecke und bis an die umlaufende Galerie reichende Wandvertäfelungen bestimmt.

Durch die Umgestaltung in den fünfziger Jahren wurde aus der ehemaligen Tageslichthalle ein nur mittels Kunstlicht beleuchteter Innenraum, und die historische Tonnendecke existierte nicht mehr. Die Galerie wurde auf die Ostseite verlegt, und der Zugang zur Aula erfolgte durch ein neues Foyer mit Belichtung über Glasbausteinwände.

Als wichtigstes Element der Neugestaltung durch Kraus_Milkovic erfolgte eine annähernde Rekonstruktion der Tonnendecke mit Gurtbögen und kassettierten Deckenfeldern. In diese wurden Beleuchtung, Verfolgungsscheinwerfer, Abluftgitter etc. integriert. Über wieder geöffnete Gaubenfenster und Erdgeschoss-Fenster der Südseite erhält die Aula ihre Tageslichtatmosphäre zurück. In Anlehnung an die historischen Wandvertäfelungen erhielten die seitlichen Wände und die Stirnseite eine Vorsatzschale mit Stuccolustro-Oberfläche. Dahinter befinden sich Zuluftkanäle, die Medienversorgung sowie Verdunklungseinrichtungen der multifunktional nutzbaren Halle. Der Orgelraum hinter der Szenenfläche kann mit motorgesteuerten Schiebe-Elementen aus glasperlgestrahlten Metall geöffnet werden. Über der Szenenfläche wurde eine Hochzuganlage mit Traversen zur Befestigung von Scheinwerfern, Lautsprechern und sonstiger Veranstaltungsdekoration eingebaut.

Die Umbauarbeiten bezogen auch die Erneuerung der gesamten technischen Einrichtung der Aula mit ein. So ist jetzt die Aula-Rückwand mit Unterseite der Empore als Schall absorbierende Fläche ausgebildet, um erforderliche Nachhallzeiten sicher zu stellen. Zusammen mit der neuen Bestuhlung dienen diese Maßnahmen zur Verbesserung der Raumakustik. Aufgrund der umfangreichen haustechnischen Modernisierung, speziell der Lüftung, war die Errichtung einer neuen Technikzentrale erforderlich. Zusammen mit der Neuerschließung der Empore wurde diese als Anbau Ost in einem minimalistischen Erscheinungsbild konzipiert und außen farblich dem Naturstein der historischen Fassaden angepasst.

Die Neugestaltung des Foyers wird im Wesentlichen bestimmt durch die rote Außenwand der Aula, die hier zur Innenwand wird. Auf der gegenüber liegenden Seite befinden sich Garderoben, Schränke und Theken in einer einheitlich gestalteten Schrankwand aus gekalkter Eiche. Über ein Oberlicht und eine stirnseitige Verglasung erhellt Tageslicht das Foyer, das auch unabhängig von der Aula für Veranstaltungen genutzt werden kann.


Zu Beginn des Jahres 2006 hatte das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst dem Hessischen Baumanagement den Auftrag zur Modernisierung der Aula erteilt. Seit Juli 2006 wurden die Universitätsaula, das Foyer und auch der Vorplatz der Aula an der Goethestraße umgestaltet und erneuert. Das Richtfest fand im Dezember 2006 statt.

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