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Hohe Transparenz in brillanten Farben / Der LCD-Bildschirm bekommt Konkurrenz

16.05.2007 - (idw) PhotonicNet GmbH Kompetenznetz Optische Technologien

Der Kaiser-Friedrich-Forschungspreis 2007 geht für eine vollkommen neuartige Displaytechnologie an die TU Braunschweig. Ein Chirurg steht vor der schwierigen Entscheidung, wo er den nächsten Schnitt ansetzt. Über ein transparentes Display erhält er simultan Informationen über die Lage verdeckter Gefäße eingeblendet, ein zugeschalteter Kollege schickt schnell noch einen Hinweis zur OP über den Bildschirm.
Mechaniker arbeiten Hand in Hand an der Konstruktion eines komplizierten Triebwerks - Bauteile müssen mit allerhöchster Präzision in perfekter Abstimmung zusammengesetzt werden. Wie von Geisterhand geschrieben erscheinen, ohne den Blick auf das Werkstück zu verdecken, Arbeitsanweisungen und Beschriftungen für die nächsten Schritte, das zeitgleiche Montieren der richtigen Elemente.

Mit fortschreitender Technologie lassen sich gar futuristische Anwendungsszenarien wie virtuelle Kunstwerke, das Bedienen nicht-realer Geräte oder Computerspiele in freiem Gelände vorstellen. All das wird möglich, wenn man Bildschirme herstellen kann, die durchsichtig sind und dabei hoch aufgelöste Bilder liefern.

Forscher vom Institut für Hochfrequenztechnik (IHF) der TU Braunschweig haben eine vollkommen neuartige und derzeit im internationalen Vergleich führende Displaytechnologie realisiert - ein entscheidender Fortschritt zur Verwirklichung dieser und vieler anderer Anwendungen transparenter Displays. Dafür wurde Ihnen jetzt der Kaiser-Friedrich-Forschungspreis 2007 verliehen. Die feierliche Preisverleihung fand am 15. Mai im Rahmen des InnovationsForums Photonik in der Goslarer Kaiserpfalz statt.

< Die Technologie >
Konventionelle Flüssigkristall- und Plasma-Displaytechnologien kennzeichnet eine Licht-undurchlässige Si-Treiberelektronik. OLED mit transparenten Kontakten verfügen dagegen über eine Transparenz im sichtbaren Spektralbereich und erobern bereits seit einigen Jahren Marktanteile z.B. in MP3-Playern und Mobiltelefonen. Sie versprechen als Konkurrenz zum etablierten LCD-Bildschirm eine höhere Farbbrillanz, ein geringeres Gewicht sowie niedrigere Herstellungskosten.

Doch vollständig transparente Bildschirme waren bisher eine pure Vision aus Science-Fiction-Filmen oder Animationen von Automobilherstellern. Aufgrund der stromzuführenden Metallschichten war auch die Transparenz der OLED deutlich begrenzt. Die Display-Arbeitsgruppe am IHF unter der Leitung von Dr. Hans-Hermann Johannes hat diese Metallschichten durch amorphe Metalloxide (Oxid-Halbleiter) ersetzt und erreicht damit eine Transparenz der OLED von bis zu 70 Prozent. Die Elektronik-Arbeitsgruppe um Dr. Thomas Riedl kombinierte diese mit einer transparenten Treiberelektronik, so dass ein transparentes Aktiv-Matrix Display entsteht, das eine bislang unerreichte Effizienz von bis zu 70 cd/A erzielt

< Rückkehr auf Weltniveau >
Es konnten bereits erste transparente Display-Demonstratoren realisiert werden, die auf hohes industrielles Interesse stoßen. So werden derzeit Anwendungen in Fahrzeug-Kombiinstrumenten, in Scheiben und Spiegeln und sogar in großflächiger Außenwerbung untersucht.
Deutschland und auch ganz Europa haben ihre ehemals führende Rolle in der Displayproduktion längst vollständig an Asien verloren. Die von der TU Braunschweig entwickelte neuartige Display-Technologie, könnte durchaus für eine spürbare Rückkehr in den hart umkämpften Displaymarkt sorgen.

< Der Forschungspreis >
Der mit 15.000 Euro dotierte Kaiser-Friedrich-Forschungspreis wird bundesweit alle zwei Jahre für herausragende und anwendungsnahe Forschung in den Optischen Technologien vergeben. Bisherige Ausschreibungsthemen waren "Optische Sensoren" (2003) und die "Biophotonik" (2005); in diesem Jahr ist der Preis innovativen Lichtquellen-Konzepten gewidmet. Preisstifter ist der Goslarer Unternehmer Dr. Jochen Stöbich, für den die Förderung exzellenter Wissenschaft das Fundament unternehmerischer Entwicklung und erfolgreicher Positionierung am Weltmarkt darstellt.
Die siebenköpfige Jury aus Wissenschaft und Wirtschaft hatte in diesem Jahr aufgrund der sehr unterschiedlichen Bewerbungen von überwiegend hohem wissenschaftlichem Niveau erstmals vier Arbeiten für den Forschungspreis nominiert. Am Ende hat sich die Arbeit der TU Braunschweig aufgrund ihres hohen Innovationscharakters und der großen industriellen Bedeutung durchgesetzt.

Der Kaiser-Friedrich-Forschungspreis sowie das InnovationsForum Photonik als Rahmenprogramm zur Preisverleihung wurden vom niedersächsischen Kompetenznetz Optische Technologien PhotonicNet und der TU Clausthal organisiert.


Kontakt Preisträger:
Dr. Thomas Riedl
Institut für Hochfrequenztechnik
TU Braunschweig
Schleinitzstr. 22
38106 Braunschweig

Tel.: 0531 / 391-2008
Fax: 0531 / 391-2045
Mail: t.riedl@tu-bs.de
Weitere Informationen: http://www.kaiser-friedrich-forschungspreis.de/kontakt_presse.htm http://www.photonicnet.de/content/kffp/tu-bs/- Informationen & Bildmaterial zum Preisträger
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