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Pinkwart: Brauchen erheblich mehr Absolventen in Ingenieur- und Naturwissenschaften

16.05.2007 - (idw) Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie NRW

Aktuelle Studie spricht von über 10.000 Vakanzen im Jahr 2006 in NRW "Wir setzen alle Hebel in Bewegung, um mehr junge Leute für Ingenieurberufe zu interessieren." Dies versprach NRW-Innovationsminister Prof. Andreas Pinkwart am Mittwoch während des Kongresses "Zukunft durch Innovation" in der Düsseldorfer Universität. Rund 500 Teilnehmer aus Unternehmen, Verbänden, Wissenschaft, Schule und Politik widmeten sich der Frage: Wie begegnen wir dem gravierenden Ingenieurmangel?

Nach einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) haben nordrhein-westfälische Unternehmen im Jahr 2006 knapp 10.600 Vakanzen mangels Bewerbern nicht besetzen können. Jedes siebte NRW-Unternehmen, das Ingenieure beschäftigt, hatte erhebliche Probleme, freie Stellen zu besetzen. "Wir bräuchten also erheblich mehr Absolventen als wir tatsächlich haben", sagte Pinkwart. Betroffen vom Ingenieurmangel sind vor allem der Dienstleistungsbereich, also z.B. Ingenieurbüros, und Industriebranchen des Verarbeitenden Gewerbes wie Maschinenbau, Elektroindustrie oder Fahrzeugbau. Im Jahr 2005 verließen rund 7.900 Absolventen mit ingenieurwissenschaftlichen Studienabschlüssen die nordrhein-westfälischen Hochschulen.

Pinkwart und Schulministerin Barbara Sommer betonten die Dringlichkeit, mehr Kinder und Jugendliche für Technik zu begeistern. Dafür tritt die Landesinitiative "Zukunft durch Innovation" ein, die den gleichnamigen Kongress veranstaltete. Die Initiative wirbt mit Schülerkalendern, Roboter-Wettbewerben und Schülerlabortagen für technische Berufe, informiert über Studienangebote, unterstützt regionale Projekte und fördert Technik-Unterricht in Schulen.

Pinkwart kündigte an, bei der Umsetzung des Bund-Länder-Hochschulpakts, der bis 2010 Geld für 26.000 neue Studienplätze an NRW-Hochschulen bereit stellt, die Schaffung von neuen Kapazitäten in natur- und ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen besonders zu fördern. "Wir setzen auf Information und auf Anreize - und zwar nicht nur im Interesse unserer Unternehmen, sondern auch im Interesse der jungen Menschen, die später beste Arbeitsmarktchancen und gute Einstiegsgehälter haben möchten", sagte Pinkwart. "Wichtig ist auch, dass wir die Abbrecherquote senken und den Frauenanteil erhöhen." Deshalb werden in NRW bei der leistungsorientierten Mittelvergabe Hochschulen mit vielen Absolventinnen in diesen Fächern besonders belohnt.


Minister Pinkwart zeichnet während des Kongresses fünf Projekte aus, in denen Wirtschaft, Hochschule und Schule in einer Region besonders erfolgreich naturwissenschaftlich-technischen Nachwuchses fördern. Prämiert werden zudem drei Projektträger für besonderes Engagement. "Der Wettbewerb hat gezeigt: Überall im Land gibt es hervorragende Projekte. Ich bin sicher, diese Projekte werden viele junge Menschen ansprechen und davon überzeugen, wie spannend Technik und Naturwissenschaften sind", sagte Pinkwart. Mit insgesamt rund 150.000 Euro Preisgeld ist der Wettbewerb der Initiative Zukunft durch Innovation der höchstdotierte Wettbewerb seiner Art in Deutschland. Einsendeschluss für die zweite und letzte Runde ist im September.

Den Preis in Höhe von 15.000 Euro erhalten:

1. Das Albert-Schweitzer-Gymnasium in Marl für ein innovatives Konzept zur Förderung technischer Bildung. Die Preisträger wollen das Geld zur Startfinanzierung zur Einrichtung eines regionalen Technikzentrums für alle weiterführenden Marler Schulen nutzen.

2. Das Pascal Technikum in Grevenbroich für seine Kurse, in denen Praktiker aus Wirtschaft und Wissenschaft Schülerinnen und Schülern ab Klasse 10 von weiterführenden Schulen der Region Grevenbroich hinter die Kulissen schauen lassen. Die Kursteilnehmer treffen sich zwei Jahre lang jeden Samstag.

3. Das Kinder- und Jugendtechnologiezentrum KITZ-do! in Dortmund für seine Projekte, die naturwissenschaftliche Begabungen von Kindergartenkindern bis hin zu Abiturienten entdecken helfen.

4. Das Max-Planck-Gymnasium Duisburg für die Einführung eines naturwissenschaftlich-informationstechnologischen Profils.

5. Das Saerbecker Technik-Schulnetz für die Weiterentwicklung des Technikunterrichts an der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule Saerbeck in Zusammenarbeit mit Unternehmen der Region, der Universität Münster, der FH Bocholt und des VDI-BV Münsterland.

Den Sonderpreis in Höhe von 2.000 Euro erhalten:

1. Der Verein Phänomenta in Lüdenscheid für Technikvermittlung an Vorschulkinder. Bereits 800 Vorschulkinder haben das Erlebniszentrum Phänomenta besucht.

2. Die Hauptschule Höhscheid in Solingen für das Projekt "Vorm Messerschmitt Kabinenroller zum 0-Emission-Auto". Dabei planen, konstruieren und bauen Schüler der 8. Jahrgangsstufe ein Fahrzeug, das elektrisch oder mit Muskelkraft ein bis zwei Personen emissionsfrei befördern kann.


3.Das Labor e.V. in Bochum für seine Workshops, bei denen ehrenamtliche Tutoren der Ruhr-Universität Bochum und umliegender Unternehmen Interessierte bei eigenen Elektronik- und Softwareprojekten unterstützen.
Weitere Informationen: http://www.zukunft-durch-innovation.de
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