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Museumsinsel Berlin: Die Entstehung des Politischen im Alten Orient

04.06.2007 - (idw) Union der deutschen Akademien der Wissenschaften

Gemeinsame Veranstaltung und Ausstellung:
Union der deutschen Akademien der Wissenschaften und
Staatliche Museen zu Berlin - Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Pressekonferenz: Mittwoch, 20.6.2007, 11 Uhr
Museumsinsel Berlin/Pergamonmuseum, Antikensammlung/Theodor-Wiegand-Saal
Gemeinschaftsveranstaltung: Mittwoch, 20.6.2007, 19 Uhr
Antikensammlung/Altarsaal im Pergamonmuseum
Ausstellungseröffnung: Mittwoch, 20.6.2007, 21.45 Uhr
Antikensammlung/Altarsaal im Pergamonmuseum Das Jahr der Geisteswissenschaften macht es möglich: Die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften und die Staatlichen Museen zu Berlin haben sich zu einem Kooperationsprojekt zusammengefunden und laden am Mittwoch, den 20. Juni 2007 zu einer zentralen Veranstaltung in das Pergamonmuseum auf die Museumsinsel Berlin ein.

An die Vortrags- und Diskussionsveranstaltung (ab 19 Uhr) schließt sich die Eröffnung der gemeinsamen Ausstellung "Sprache - Schrift - Bild: Wege zu unserem kulturellen Gedächtnis" (ab 21.45 Uhr) an.

Laufzeit: "Sprache - Schrift - Bild: Wege zu unserem kulturellen Gedächtnis" von Donnerstag, den 21. Juni bis Freitag, den 31. August 2007 im Pergamonmuseum und im Alten Museum, Museumsinsel Berlin.

Das Abend-Programm am Mittwoch, den 20.6.2007

Nach einer Ansprache von Bundesforschungsministerin Annette Schavan werden renommierte Fachgelehrte der in der Union zusammengeschlossenen deutschen Akademien der Wissenschaften und der Staatlichen Museen zu Berlin sowie weitere prominente Gäste des Abends die Entstehung des Politischen im Alten Orient erörtern.
Im Anschluss an einen einführenden Vortrag des Ägyptologen Jan Assmann diskutieren u.a. der Orientalist Walter Burkert und der in diesem Bereich als Autor hervorgetretene Altbundespräsident Roman Herzog über die historischen Wurzeln der Politik. An die Diskussion im Altarsaal des Pergamonmuseums schließt sich die Eröffnung der Ausstellung "Sprache - Schrift - Bild: Wege zu unserem kulturellen Gedächtnis" an.

Die Ausstellung besteht aus Projektstationen, an denen Forschungsergebnisse der deutschen Akademien der Wissenschaften präsentiert werden. Sie sind integriert in die ständigen Ausstellungen der antiken Altertümer im Pergamonmuseum (in der Antikensammlung, dem Vorderasiatischen Museum und dem Museum für Islamische Kunst) sowie im Alten Museum (in dem Ägyptischen Museum und der Papyrussammlung). Zu den Forschungsergebnissen der Akademien werden passende, zum Teil erstmals einer größeren Öffentlichkeit vorgestellte Exponate aus dem Besitz der Staatlichen Museen zu Berlin gezeigt.

Die Veranstaltung zur Entstehung des Politischen im Alten Orient soll einen Beitrag zur Verständigung mit den heute im "afro-asiatischen Halbmond" lebenden Völkern leisten und den politischen Diskurs zwischen Juden, Christen und Muslimen neu beleben. Die Akademienunion und die Staatlichen Museen zu Berlin wollen deutlich machen, dass in dem, was scheinbar trennt, ein gemeinsamer Ursprung erkennbar ist.

So ist Politik in jenem Großraum zwischen Ägypten, Palästina, Syrien, Anatolien und Mesopotamien entstanden, in dem derzeit die schärfsten politischen Gegensätze der Weltpolitik ausgetragen werden. Spuren politisch verfasster Siedlungen finden sich im geographischen Raum Anatoliens, Syriens und Palästinas schon im fünften vorchristlichen Jahrtausend. Sichere Anzeichen für eine politische Organisation gibt es in den Flusstälern von Nil, Euphrat und Tigris vom vierten vorchristlichen Jahrtausend an. Die Ausweitung des Warenverkehrs, sprunghafte Fortschritte in der Technik und die Transformation von Sprache zur Schrift ermöglichten großflächige Reiche mit einer leistungsfähigen Administration sowie einer weit verzweigten Diplomatie. Neben den sich schnell entwickelnden Kriegstechniken fungierte das Recht als wichtigstes Herrschaftsmittel. Damit war die Institution geschaffen, die das Politische bis heute trägt. Zu diesem Themenfeld gibt es neue Forschungen, die die Veranstalter anschaulich darstellen und erörtern möchten.

Die im Rahmen der Veranstaltung zu eröffnende Ausstellung "Sprache - Schrift - Bild: Wege zu unserem kulturellen Gedächtnis" zeigt aktuelle Forschungsergebnisse aus dem Gebiet des Alten Orients sowie des antiken Mittelmeerraums. So beschäftigen sich die deutschen Akademien der Wissenschaften im Rahmen ihres Forschungsprogramms, dem Akademienprogramm, u. a. mit den Wurzeln unserer Gesellschaft in fremden Kulturen. Sie stellen die Frage nach kulturellen Gemeinsamkeiten und Unterschieden in der gesellschaftlichen Entwicklung. Die in der Stiftung Preußischer Kulturbesitz verbundenen Staatlichen Museen zu Berlin, die mit ihren Sammlungen und Ausstellungen für Millionen von Besuchern den Blick auf Originale und in die Kulturgeschichte ermöglichen, belegen dies mit Artefakten aus 6000 Jahren Menschheitskulturgeschichte.

Beide Institutionen wollen ein möglichst großes Publikum ansprechen auf fremde und eigene Kultur-Welten und so im Jahr der Geisteswissenschaften einen zentralen Beitrag zum interkulturellen Verständnis leisten.

Die Ausstellung "Sprache - Schrift - Bild: Wege zu unserem kulturellen Gedächtnis"

Anlässlich des "Jahres der Geisteswissenschaften" präsentieren sieben der in der Union zusammengeschlossenen deutschen Akademien der Wissenschaften 17 ihrer Forschungsprojekte zu den Kulturen des antiken Mittelmeerraumes.

Die Ausstellung besteht aus insgesamt 17 Projektstationen, die über das gesamte Pergamonmuseum - Antikensammlung, Vorderasiatisches Museum und Museum für Islamische Kunst - und das Obergeschoss des Alten Museums - mit dem Ägyptischen Museum und der Papyrussammlung - verteilt sind.

Diese Präsentationen verbinden die Darstellung aktueller Forschungsergebnis-se, die von Hethitischen Schriften, dem Altägyptischen Wörterbuch und literarischen Keilschrifttexten aus Assur bis zum Kirchenlehrer Augustinus reichen, mit zahlreichen Originalwerken in den archäologischen Sammlungen auf der Museumsinsel. Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, Antikensammlung, Museum für Islamische Kunst und Vorderasiatisches Museum stellen sich als archäologisches Kompetenz-Zentrum und Partner altertums¬kundlicher Forschung an den deutschen Akademien dar.

In Form von Postern und Exponaten in Vitrinen zeigen die Wissenschaftler aus den Akademien gemeinsam mit den Staatlichen Museen zu Berlin, wie unsere Vorfahren lebten, indem sie die von ihnen hinterlassenen Botschaften entschlüsseln: alte Inschriften, Totenbücher, Urkunden, antike Vasen legen noch heute Zeugnis ab vom Leben und Sterben, dem Streben nach Wohlstand und Glück, den familiären und gesellschaftlichen Verhältnissen der Menschen, die Jahrhunderte bis Jahrtausende vor uns gelebt haben. Diese Botschaften zu verstehen, ist wegen der Unterschiede in Sprache, Schrift und kulturellem Verständnis sehr schwer. Weil wir aber gleichwohl ein großes Interesse daran haben, zu erfahren, woher wir kommen, nehmen sich Experten in den deutschen Akademien der Wissenschaften und den Staatlichen Museen zu Berlin der antiken Überlieferungen an und interpretieren sie für uns. Ein Teil der dabei zutage geförderten Botschaften wird in dieser Ausstellung vom 21. Juni bis zum 31. August 2007 auf der Museumsinsel Berlin zu sehen sein.

Das Jahr der Geisteswissenschaften 2007

2007 stehen erstmals die Geisteswissenschaften im Mittelpunkt eines Wissenschaftsjahres. Nach sieben Jahren, die sich den Naturwissenschaften widmeten, werden nun die Vielfalt und Bedeutung der geisteswissenschaftlichen Fächer, Themen und Methoden in die Öffentlichkeit gerückt. Ausgerichtet vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und gemeinsam mit zahlreichen Einrichtungen und Partnern aus Wissenschaft und Kultur werden die Geisteswissenschaften erlebbar: durch Diskussionen, Ausstellungen, Lesungen, Performances, Wettbewerbe und Publikationen.

Die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften ist die Dachorganisation von acht Wissenschaftsakademien, die sich zur Umsetzung gemeinsamer Interessen zusammengeschlossen haben. Unter dem Dach der Union sind mehr als 1600 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen verschiedenster Fachrichtungen vereint, die zu den national und international herausragenden Vertretern ihrer Disziplinen gehören. Die Union koordiniert das "Akademienprogramm", das eines der größten und bedeutendsten geisteswissenschaftlichen Forschungsprogramme der Bundesrepublik Deutschland darstellt. Sie fördert die Kommunikation zwischen den Akademien, betreibt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und organisiert Veranstaltungen über aktuelle Probleme der Wissenschaft. Die Akademienunion kommuniziert mit Wissenschaftsorganisationen des In- und Auslandes und entsendet Vertreter in nationale und internationale Wissenschaftsorganisationen. Eine organisierte Zusammenarbeit der deutschsprachigen Akademien der Wissenschaften gibt es bereits seit über 100 Jahren. Sie geht zurück auf das sogenannte "Kartell", das 1893 in Leipzig für die Betreuung von über 30 gemeinsamen Akademie-Forschungsvorhaben gegründet wurde.

Weitere Informationen: http://www.smb.museum/smb/presse/index.php?lang=de&p=6&j=2007&n=2&r=1 http://www.akademienunion.de
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