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Lange Lesenacht: Nach den Kriegen?04.06.2007 - (idw) Kulturwissenschaftliches Institut
Eine Lesung und Podiumsdiskussion zur Langen Nacht der Wissenschaften mit Bora Cosic (Serbien, Berlin), Asmir Kujovic (Bosnien, Sarajevo), Edo Popovic (Kroatien, Zagreb), Ivana Sajko (Kroatien, Zagreb) am 9. Juni 2007 um 21.00 Uhr in der Universität Duisburg-Essen, Campus Essen (Bibliothek). Die Diskussion wird moderiert von Dr. Alida Bremer (Münster).
Wo finden Kriege statt? Wann beginnen sie? Wann sind Kriege wirklich beendet? Die Wissenschaften erforschen Orte, Daten und Befunde. Systematisch verfolgen sie verworrene Fäden politischer Konflikte, berechnen ökonomische Verluste, zählen Tote, führen Kontroversen über Schuld, Unschuld, Beihilfe, Mittäterschaft, Verbrechen, Traumata, Wiedergutmachungsleistungen. Dennoch bleibt persönliches Leid weitgehend im Dunkeln. Nach den Kriegen wird in vielerlei Sprachen geschwiegen, bei Siegern und Besiegten. Alte Schlachten besetzen die Seelen, manchmal lebenslang.
Die Autoren aus Serbien, Bosnien und Kroatien haben den Krieg erlebt, hinter verschiedenen Fronten, als Mann oder Frau, im Exil, zu Hause bei der Familie, als Kriegsteilnehmer, als Kriegsreporter, als Angehörige unterschiedlicher Erfahrungsgenerationen. Für alle geladenen Künstler steht die Auseinandersetzung mit dem erlebten Krieg im Zentrum ihrer literarischen Arbeiten.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Kulturwissenschaftlichen Instituts mit dem Schreibheft, Zeitschrift für Literatur und zugleich Auftakt des Projekts: "Europa in der Metropole Ruhr: Dialoge an Erinnerungsorten". Ziel dieses Projektes ist es, innere Verbindungen des Ruhrgebiets mit europäischen Vergangenheiten zu erforschen und in diesem Kontext Dialoge zwischen jüngeren und älteren Generationen aus verschiedenen Ländern Europas künstlerisch in Szene zu setzen. Die Konzeption der Lesung entwarfen Dr. Michaela Hänke-Portscheller (Kulturwissenschaftliches Institut) und Norbert Wehr (Schreibheft).
Die Veranstaltung ist öffentlich. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.kwi-nrw.de oder unter der Telefonnummer 0201/7204-213.
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