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"Der Zauber der Schrift"

05.06.2007 - (idw) Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Hanns-Josef Ortheil hat in diesem Semester die Poetikprofessur an der Uni Bamberg inne. "Wie Romane entstehen" - unter diesen Titel stellt Hanns-Josef Ortheil, der dieses Jahr die Poetikprofessur an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg innehat, seine Vortragsreihe. Am 14. Juni heißt es "Spuren lesen - Wie Roman-Ideen entstehen". Die Lesung am 21. Juni hat Ortheil "Planen und bauen - Die Architektur des Romans" genannt. Am 28. Juni spricht er über "Skizzieren und schreiben - Die lange Arbeit am Roman". Die Reihe schließt mit dem Vortrag "´Ich sah sie...` - Der Liebesroman und seine Gesetze".
Alle Vorträge beginnen um 20 Uhr im Gebäude An der Universität 7/Hörsaal 105.

Außerdem findet am Freitag, 6. Juli, im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia ein Kolloquium mit Hanns-Josef Ortheil statt, das den Titel "Kunst erzählen. Das literarische Werk Hanns-Josef Ortheils" trägt.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Hanns-Josef Ortheil, 1951 in Köln geboren, lebt seit 1982 als Schriftsteller in Stuttgart. Seine frühe Kindheit verbringt Ortheil ohne zu sprechen: Die Ärzte diagnostizieren eine autistische Ich-Versenkung, zurückzuführen auf die Sprachlosigkeit seiner Mutter, die nach einer Kriegsverletzung an einer schweren Sprachstörung leidet. Noch bevor er das Sprechen erlernt, wird für den erst Vierjährigen das Schreiben zum zentralen Ausdrucksmedium. "Der Zauber der Schrift", hält Ortheil rückblickend über den Beginn seines Schreibens fest, "hatte mich angesteckt, er war nicht mehr zu verdrängen, nie mehr."

Neben der Literatur ist die Musik für den anfangs Sprachlosen von großer Bedeutung. 1971 muss er nach einer Krankheit die musikalische Karriere abrupt aufgeben, studiert stattdessen Germanistik, Musikwissenschaft und Philosophie in Mainz, Rom, Göttingen und Paris. Er schließt das Studium 1976 in Mainz mit der Promotion ab. Neben seiner literarischen Laufbahn übernimmt Ortheil zahlreiche Poetik-Dozenturen an verschiedenen deutschen Hochschulen. Seit 2003 ist er Professor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim.

1979 debütiert der Schriftsteller mit seinem Roman Fermer, den das ZDF im gleichen Jahr mit dem Aspekte-Literaturpreis auszeichnet. Zahlreiche Romane und Essaybände folgen und haben Hanns-Josef Ortheil inzwischen als einen der renommiertesten deutschen Gegenwartsautoren etabliert. Der Autor greift historisch-politische Zäsuren deutscher Vergangenheit auf, thematisiert die deutsche Kriegs- und Nachkriegsgeschichte und inszeniert dabei die konfliktbeladene Auseinandersetzung mit der Vätergeneration. Daneben erzählen Ortheils Romane, beispielhaft seine Künstlertrilogie Faustinas Küsse (1998), Im Licht der Lagune (1999) und die Nacht des Don Juan (2000), von der Leidenschaft für Kunst, Literatur und Musik, insbesondere von der großen Bewunderung für das Werk Mozarts.

Hanns-Josef Ortheil wurde unter anderem mit dem Literaturpreis der Landeshauptstadt Stuttgart ausgezeichnet und ist Literarischer Ehrenbürger Venedigs.

Die Bamberger Poetikprofessur als Ort der Begegnung von Literatur und Wissenschaft besteht seit 1986, unter anderem lasen Lutz Rathenow, Marcel Beyer und Uwe Timm an der Otto-Friedrich-Universität. Letzterer war im Sommer 2005 in Bamberg zu Gast. Im Kontext seiner Bamberger Poetik-professur sind jetzt sämtliche Beiträge des Kolloquiums unter dem Titel "Erinnern - Vergessen - Erzählen" bei Wallstein erschienen.


Weitere Informationen erhalten Sie unter
http://www.uni-bamberg.de/split/germanistik/ndl/poetikprofessur

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