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Martin-Luther-Universität nimmt neuen Hochleistungsrechner in Betrieb

29.06.2007 - (idw) Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Die Wissenschaftler der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg können in Kürze für ihre Arbeit auf einen neuen Hochleistungsrechner zurückgreifen. Am Donnerstag, 5. Juli 2007, findet im Universitätsrechenzentrum die feierliche Übergabe des Rechners an die Nutzer statt. Die Rahmendaten des Rechengiganten: 832 Gigabyte Hauptspeicher, mehr als eine Billion Rechenoperationen pro Sekunde und eine Festplattenkapazität von 50 Terabyte. Anlässlich der Übergabe beginnt um 13 Uhr eine Informationsveranstaltung. Bei dem neuen Rechnersystem handelt es sich um ein Cluster aus 18 Rechenknoten der Firma Sun Microsystems auf der Basis von AMD-Opteron-Prozessoren, die im AMD-Werk in Dresden produziert wurden. "Mit 300 Prozessorkernen, einem Gesamthauptspeicher von 832 Gigabyte, der in verschiedenen Teilgrößen genutzt werden kann, einer Rechenleistung von mehr als einem Teraflops, einer Kommunikationsbandbreite zwischen den Rechenknoten von je zweimal 20 Gigabit pro Sekunde und einer Festplattenkapazität von 50 Terabyte handelt es sich um das momentan sicher leistungsfähigste Computersystem in Sachsen-Anhalt", konstatiert Dr. Frank Wossal, Direktor des Universitätsrechenzentrums. "Flops" steht für "floating point operations per second". Er bezeichnet die Anzahl der sogenannten Gleitkommaoperationen (Additionen oder Multiplikationen), die pro Sekunde ausgeführt werden können.

Dass derartige Leistungsparameter für die wissenschaftliche Arbeit an der Universität tatsächlich erforderlich sind, veranschaulicht folgendes Beispiel: Mit einem Drittel der jetzt verfügbaren Prozessorkerne ist es der Arbeitsgruppe "Computational Physics" möglich, Ergebnisse einer einzigen Rechnung anstatt auf einer modernen, leistungsfähigen Workstation in sieben Monaten bereits nach zwei Tagen zu erhalten. "Für solcherart Rechenanforderungen erwarten eine Vielzahl von Wissenschaftlern mit Ungeduld die Inbetriebnahme des neuen Systems", sagt Frank Wossal.

Mehr als 50 Forschungsprojekte von 16 Forschungsgruppen aus den Bereichen Biochemie, Biotechnologie, Chemie, Informatik, Ingenieurwissenschaften, Landwirtschaft, Materialwissenschaften, Mathematik, Pharmazie, Physik und Wirtschaftswissenschaften hängen direkt von den Ressourcen der Universität im Hochleistungsrechnen ab. Auch für die sich im Rahmen der Exzellenzinitiative etablierenden Schwerpunktforschungsbereiche an der Universität wie Bio- und Nanotechnologie stellt das neue System ein unverzichtbares Werkzeug dar.

Die Beschaffung des Rechners erfolgte über das Hochschulbauförderungsgesetz und wurde bereits 2005 als mehrstufiges Projekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft begutachtet und zur Umsetzung empfohlen. Die Kosten für die nun realisierte erste Stufe belaufen sich auf 750.000 Euro. Die zweite Stufe mit dem gleichen Finanzvolumen soll zu einer noch höheren Leistungsfähigkeit führen und 2009 umgesetzt werden. Die Finanzierung erfolgt je zur Hälfte durch das Land Sachsen-Anhalt und aus Bundesmitteln.

Anlässlich der Übergabe des Hochleistungsrechners an die Nutzer findet am 5. Juli ab 13 Uhr im Großen Hörsaal des Instituts für Biochemie und Biotechnologie, Kurt-Mothes-Str. 3, eine Veranstaltung statt, die sich sowohl den hochschulpolitischen und technologischen Aspekten als auch der Bedeutung für die wissenschaftliche Arbeit an der Universität widmet. Dazu wird als Vertreter des Landes Sachsen-Anhalt Staatssekretär Dr. Valentin Gramlich vom Kultusministerium und als Vertreter des Rektorats der Universität Professor Joachim Ulrich, Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, sprechen. Darüber hinaus werden Vorträge über das in Halle installierte System sowie die technischen und technologischen Perspektiven des Hochleistungsrechnens aus der Sicht eines führenden Herstellers zu hören sein. Stellvertretend für die Nutzer des Systems werden Wissenschaftler der Universität anhand ihrer Fachgebiete allgemein verständliche Beispiele für die Anwendung von Hochleistungsrechnern im wissenschaftlichen Alltag geben. Anschließend kann das neue System im Maschinensaal des Universitätsrechenzentrums besichtigt werden.


Ansprechpartner:
Dr. Frank Wossal
Direktor des Universitätsrechenzentrums
Tel.: 0345 55 21800
E-Mail: frank.wossal@urz.uni-halle.de

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