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Vorlesungsreihe im Rathausfestsaal vom 2. bis 5. Juli

29.06.2007 - (idw) Universität des Saarlandes

Gemeinsame Pressemitteilung der Landeshauptstadt Saarbrücken und der Universität des Saarlandes

Saarländische Mundart, Elisabeth von Lothringen, das Wissen im Web und die Kulturtechnik des Lesens sind Themen der Vorlesungsreihe im Saarbrücker Rathausfestsaal, zu der alle Interessierten im Rahmen der Aktionswoche der Saarbrücker Geisteswissenschaften herzlich eingeladen sind. Aus unterschiedlichen Perspektiven eröffnen vom 2. bis 5. Juli Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Einblicke in die Facetten der Forschung rund um das Thema Sprache.

Montag, 2. Juli 2007, 18.30 Uhr
Prof. Dr. Ulrike Demske, Universität des Saarlandes:
"Gudd gess. Saarländisch ist nicht gleich Saarländisch"

Die saarländischen Mundarten gehören allesamt zu den Mundarten des Westmitteldeutschen und teilen deshalb viele sprachliche Merkmale, die sich in anderen Dialekten in dieser Form nicht finden. Gleichzeitig bestehen innerhalb des Saarlandes große Unterschiede zwischen einzelnen Mundarten. In einem Forschungsprojekt an der Universität des Saarlandes werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei der Bildung von Verbformen für möglichst alle saarländischen Mundarten erfasst, kartografisch dargestellt und interpretiert. Nach verschiedenen Umfragen im Jahr 2006 liegen nun erste Forschungsergebnisse vor, die im Rahmen des Vortrags vorgestellt werden.

Dienstag, 3. Juli 2007, 18.30 Uhr
Prof. Dr. Wolfgang Haubrichs, Universität des Saarlandes
"Kluge Frauen, wilde Helden. Die Romane der Elisabeth von Lothringen, Gräfin von Nassau-Saarbrücken zwischen Deutschland und Frankreich"

Vor etwas mehr als 550 Jahren ist sie gestorben, beigesetzt in der Stiftskirche St. Arnual. Geboren wurde sie um 1397/98 im südlichen Lothringen. Im Alter von etwa 14 Jahren wurde sie mit dem um 30 Jahre älteren Philipp, Graf von Nassau Saarbrücken, vermählt. Mit 32 Jahren ist sie Witwe, verwaltet die Grafschaft klug und vorsichtig für ihre noch unmündigen Kinder, dies in der eisernen Zeit des großen Krieges zwischen Frankreich, England und Burgund, in der Zeit der aus Lothringen stammenden Jeanne d'Arc, Schillers Johanna von Orléans. Und das Wunder ist, dass sie in dieser bewegten Zeit doch noch die Muße findet, vier französische Heldenlieder, die in bunten, wilden Geschichten von tapferen Helden, großen Schurken, vitalen Männern und tapferen, treuen Frauen erzählten, ins Deutsche zu übersetzen, ja zu kleinen Historien oder Romanen zu gestalten. Sie wird damit - ohne es selbst zu wissen - zur Gründerin des deutschen Prosaromans. Was sie da erzählte, warum sie es erzählte, wie sie es erzählte und übersetzte und wie sie damit französische Kultur nach Deutschland vermittelte, das ist der Gegenstand des Vortrags.

Mittwoch, 4. Juli 2007, 18.30 Uhr
Prof. Dr. Gerhard Weikum, Max Planck Institut für Informatik
"Wissen im Web"

Die Gesamtheit der über das World Wide Web zugänglichen Informationen,
einschließlich der darüber erreichbaren digitalen Bibliotheken, haben das Potenzial zu einer allumfassenden enzyklopädischen Wissensbank, die vom Schüler bis zum Nobelpreisträger genutzt werden könnte. Dieses Wissen ist jedoch zu schwach organisiert, und es ist schwer, präzise Antworten für komplexere Wissensanfragen zu erhalten, wenn man auf Google-artige Suchmaschinen und das manuelle Durchstöbern von Wikipedia angewiesen ist.
Der Vortrag stellt drei aktuell verfolgte Forschungsrichtungen vor, mit denen
es möglich sein könnte, die Rohinformationen des Webs zu sammeln, zu
sublimieren und zu einer strukturierten Wissensbasis zusammenzustellen.
Diese Richtungen kann man plakativ mit den Schlagwörtern "Semantic Web",
"Statistical Web" und "Social Web" assoziieren und werden im Vortrag am 4. Juli vorgestellt.

Donnerstag, 5. Juli 2007, 18.30 Uhr
Prof. Dr. Karlheinz Stierle, Universität Konstanz
"Wenn ein Reisender in einer Winternacht - Zur Kulturtechnik des Lesens"

In seinem Roman "Wenn ein Reisender in einer Winternacht..." macht Italo Calvino Leser und Leserin zu Helden seines Romans. Der Vortrag beschäftigt sich mit Technik und Kunst des Lesens. Er geht kurz auf die Rolle des Lesens in den Geisteswissenschaften und die Kulturgeschichte des Buchs ein und fragt dann: Was heißt lesen und wie verhält sich das Lesen zum Buch? Er schließt mit einer Betrachtung über die Unersetzbarkeit des Lesens als Zugang zur sozialen und kulturellen Welt.


Programm der Aktionswoche und Kontakt:
http://www.geist-begeistert-saarbruecken.de

Prof. Dr. Patricia Oster-Stierle
Tel.: 0681/302-3007, E-Mail: p.oster-stierle@mx.uni-saarland.de
Christel Drawer, Landeshauptstadt Saarbrücken
Tel.: 0681/905-4904, E-Mail christel.drawer@saarbruecken.de
Weitere Informationen: http://www.geist-begeistert-saarbruecken.de
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