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Optimaler Hörgenuss für Cineasten - Klangfeldsynthese fürs Kino

10.03.2003 - (idw) Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, Bereich Angewandte Elektronik

Im Kinosaal gibt es meist nur wenige Plätze, wo man den optimalen Hörgenuss hat. Das soll sich ändern: Forscher der Arbeitsgruppe für Elektronische Medientechnologie AEMT des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS haben in Ilmenau ein revolutionäres Soundsystem entwickelt, das hervorragenden Klang auf jeden Platz bringt. Dass die neue Technologie nicht nur in Versuchsaufbauten sondern auch im Kinosaal funktioniert, wurde im Februar erstmals in den Ilmenauer "Lindenlichtspielen" präsentiert.

Auf der diesjährigen CeBIT kann man die Klangfeldsynthese im D-Cinema-Demokino genießen. Gezeigt wird ein sehenswerter Kurzfilm: Die Audioquellen wurden hier zusammen mit Positions-Trackingdaten aufgenommen, so dass in der Abmischung eine individuelle Positionierung der Schallquellen im Raum als auch außerhalb des realen Raums möglich ist. Die Besucher können aktiv testen, wie es klingt, wenn man Schall quellen virtuell um drei Meter in den Außenraum verlegt.

"Das innovative System verbessert den Kinosound deutlich. Der Qualitätssprung ist größer als der Schritt von der Mono- zur Stereo-Wiedergabe", sagt Prof. Karlheinz Brandenburg, Leiter der Arbeitsgruppe.

Eine extrem realistische Audiowiedergabe in beliebigen Räumen wird mit dem neuen Soundsystem ermöglicht. Das Hörerlebnis basiert auf dem Prinzip der Klangfeldsynthese, das an der TU Delft (Niederlande) erforscht wurde. Anders als bei bereits existierenden Verfahren, wie zum Beispiel bei der 5.1-Kanal-Surround-Sound-Technologie, kann ein neues Aufnahmeverfahren verwendet werden. Nicht nur der Ton an sich, sondern auch die Schallcharakteristik des umgebenden Raums sowie Informationen über die räumliche Anordnung der Schallquellen werden aufgezeichnet. Der Vorteil dieser Technik liegt im Besonderen darin, dass ein natürlicher räumlicher Klangeindruck über einen großen Bereich des Wiedergaberaums möglich ist. "Unabhängig davon wo der Zuschauer im Kino sitzt, hört er die Dialoge und Effektgeräusche immer aus der richtigen Richtung und Entfernung", so die Wissenschaftlerin Dr. Sandra Brix zum Klangerlebnis.

Doch auch mit herkömmlich aufgezeichnetem Filmmaterial lässt sich eine deutliche Qualitätsverbesserung verzeichnen. Bei der 5.1-Surround-Sound kompatiblen Wiedergabe ist nicht wie bisher der optimale Klangeindruck auf einen kleinen Teil des Kinosaals, den "Sweet Spot", beschränkt. Im D-Cinema-Demokino auf der CeBIT 2003 sorgen 96 Lautsprecher für den optimalen Sound. Damit wird jeder Film zu einem besonderen Hörgenuss.

Mit diesem neuen Soundsystem, das seit Februar 2003 aktiv vermarktet wird, sollen in diesem Jahr mehrere Filmtheater in Deutschland und in Übersee ausgestattet werden.

Entsprechendes Bildmaterial erhalten Sie auf Anfrage.
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