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Horst Seehofer Absteiger des Monats

09.07.2007 - (idw) Universität Hohenheim

Monatliche Politiker- und Themen-Rankings:
alle vier Wochen im Mediaskop/politics der Universität Hohenheim

Alle Infos und ausführliche Auswertungen auch unter
http://www.uni-hohenheim.de/mediaskop

Das Image von Horst Seehofer befindet sich im freien Fall. Keiner der TopTen-Politiker in Deutschland wird so schlecht bewertet wie er. Und bei keinem Poli-tiker verschlechterte sich sein Bild in der Öffentlichkeit so stark wie bei Seehofer im Monat Juni. Die anhaltenden Berichte über sein Privatleben, vor allem aber seine Angriffe auf innerparteiliche Gegner im Machtkampf um die Nachfolge von Edmund Stoiber als Vorsitzender der CSU, haben ihn in der Öffentlich-keit ins Aus katapultiert, ermittelte Kommunikationswissenschaftler Prof. Dr. Frank Brettschneider in der aktuellen Ausgabe des Mediaskop/politics der Universität Hohenheim. Seine Chancen auf den CSU-Vorsitz schwinden und es ist auch fraglich, ob er sich als Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz noch lange halten kann. Analysen wie diese sind Ergebnisse des neuen Mediaskop/politics der Universität Hohenheim - einem Gemeinschaftsprodukt des Kommunikationswissenschaftlers Prof. Dr. Frank Brettschneider mit dem internationalen Institut für Media Intelligence, Media Tenor. Als Trendmesser für politische Themen und ihre Top-Repräsentanten listet das Hohenheimer Mediaskop die Auf- und Absteiger des Monats, ermittelt die TopTen der Politiker in den Medien und rankt die führenden Spitzenpolitiker und Sachthemen. Dabei stützt sich das Mediaskop/politics auf die tagesaktuelle Auswertung über 26 Leitmedien von der Tageszeitung bis zum Nachrichtenjournal.

Auf- und Absteiger im Juni (Anlage AfAb0607)

"Wenn wir bei Horst Seehofer die Anzahl aller positiven Aussagen mit der Anzahl aller negativen vergleichen, überwiegt die negative Berichterstattung sehr deutlich", erklärt Prof. Dr. Brettschneider. In der Summe kommt Seehofer auf einen Saldo von -16,7 Prozentpunkte. Im Mai lag der Saldo noch bei -4,6 Prozentpunkten.

Den Titel "Absteiger des Monats Juni" teilt sich Horst Seehofer allerdings mit dem SPD-Vorsitzenden Kurt Beck. Sowohl über Horst Seehofer als auch über Kurt Beck wurde im Juni häufiger und schlechter berichtet als im Mai. Das Image von Kurt Beck ist vor allem durch Zweifel geprägt, ob er der SPD politische Orientierung verschaffen und sie in der Auseinandersetzung mit der Union auf der einen und der Links-Partei auf der anderen Seite stabilisieren kann. Durch den Ansehensverlust von Kurt Beck und den gleichzeitigen Ansehensgewinn von Oskar Lafontaine im Zuge des Parteitags der Links-Partei liegen jetzt beide fast gleichauf. Zwischen den ehemaligen "Parteifreunden" ist ein Kampf um die öffentliche Aufmerksamkeit entbrannt, der für die weitere Entwicklung beider Parteien von großer Bedeutung ist.

TopTen-Politiker mit der stärksten Medienpräsenz (Anlage ToTe0607)

Der G8- und der EU-Gipfel bescherten Angela Merkel im Juni unangefochten den Spitzenplatz in der Medienaufmerksamkeit und in der Bewertung. Ob sie diese Position halten kann, wenn sich die politische Debatte wieder stärker um innenpolitische Fragen dreht, werden die nächsten Monate zeigen. Franz Müntefering verschaffte sich mit seiner Kritik am Koalitionspartner in Sachen Mindestlohn zwar eine deutlich größere Medienaufmerksamkeit als im Mai - unter den TopTen-Politikern liegt der Vizekanzler hinter Angela Merkel, Kurt Beck und Oskar Lafontaine auf Platz 4 - er wurde jedoch im Saldo negativ bewertet. Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle hat im Juni den Sprung unter die TopTen geschafft - und dies bei einer ausgewogenen Bewertung.

Sachthemen-Ranking (Anlage Sate0607)

Der Streit in der Großen Koalition um die gesetzliche Verankerung von Mindestlöhnen brachte das Thema Arbeitsmarktpolitik an die Spitze der Themenrangliste. Da-von konnten jedoch weder die SPD noch die Union profitieren. Mit dem G8-Gipfel in Heiligendamm stieg die Beachtung der Umweltpolitik. Klimawandel etabliert sich in der Spitzengruppe der politischen Themen. Und mit dem EU-Gipfel Ende Juni erlangte das Thema "Europa" eine noch nie da gewesene Medienpräsenz, die vor allem Angela Merkel zugute kam.


Kontaktadresse:
Prof. Dr. Frank Brettschneider, Universität Hohenheim, Fachgebiet Kommunikationswissenschaft
Tel.: 0711 459-24030 oder -22870, E-Mail: frank.brettschneider@uni-hohenheim.de
http://www.uni-hohenheim.de/mediaskop

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