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Fit für Zusammenarbeit mit EU: Universität Hohenheim übernimmt europaweite Mentoren-Rolle für Russlands Universitäten

09.07.2007 - (idw) Universität Hohenheim

Knapp 5 Millionen Euro Etat - über 300 Austauschstipendien für Studenten, Doktoranden, Postdocs und Hochschullehrer - Projektstart September 2007

Europa setzt auf die Universität Hohenheim, um Russlands Hochschulen fit für die Kooperation mit EU-Ländern zu machen. Konkret wird das Hohenheimer Osteuropazentrum die Rolle eines Mentors übernehmen, der das russische Bildungssystem an EU-Standards und Normen heranführt. Im Rahmen des neuen EU-Mobilitätsprogramm ERASMUS Mundus ''External Cooperation Window'' stellt die EU insgesamt 5 Millionen Euro für das Projekt zur Verfügung. Neben dem Russland-Etat hatte die EU zur Betreuung von acht weiteren Ländergruppen einen Etat von insgesamt 29 Millionen Euro aufgelegt, um im akademischen Bereich die Mobilitäten zwischen der EU und den Drittländern zu fördern. Die Universität Hohenheim ist die einzige deutsche Hochschule, die bei dem europaweiten Wettbewerb um das neue ERASMUS-Programm für die Kooperation mit elf Universitäten der Russischen Föderation einen Zuschlag erhielt. Starke Partner, ein schlüssiges Konzept und gut 10 Jahre Erfahrung mit dem Export akademischer Lehre nach Mittel- und Osteuropa - das ist das Gewicht, das das Osteuropazentrum der Universität Hohenheim beim Wettbewerb um die neuen Fördergelder in die Waagschale werfen konnte. Dreieinhalb Jahre lang wird die Universität Hohenheim nun den wissenschaftlichen Austausch zwischen russischen und europäischen Universitäten im Auftrag der EU koordinieren.

In diesem Zeitraum kann das Osteuropazentrum insgesamt über 300 Stipendien für den gegenseitigen Austausch von Bachelor- und Master-Studenten, Doktoranden, Postdocs und Professoren durch den EU-Etat finanzieren. Das Programm umfasst Stipendien mit einer Laufzeit von drei Monaten bis drei Jahren. Den Kern des akademischen Austauschprogramms bilden die Agrarwissenschaften und angrenzende Disziplinen, für dessen Koordination die Universität Hohenheim eine besondere Expertise vorweisen kann.

"Als Deutschlands führende agrarwissenschaftliche Fakultät verfolgen wir das einzigartige Konzept, im Bereich der Agrarwissenschaften im Zusammenspiel mit der Lebensmitteltechnologie und der Ernährungsmedizin zu lehren und zu forschen, um so die gesamten Life Sciences entlang der Food Chain beleuchten zu können", erklärt der Rektor der Universität Hohenheim, Prof. Dr. Hans-Peter Liebig.

In Zusammenarbeit mit der Universität Hohenheim sollen die russischen Universitäten ihre Defizite hinsichtlich Studienstruktur, Lehrinhalte und interdisziplinären Forschungsmethoden aufholen und über die umfangreichen Austauschaktivitäten an den Europäischen Hochschulraum herangeführt werden. Der Agrar- und Ernährungsbereich, der für Russland, den größten Flächenstaat der Erde, eine besondere Rolle spielt und mehr als ein Drittel aller Arbeitskräfte beschäftigt, wird somit eine Vorreiterrolle für das gesamte russische Hochschulsystem übernehmen.

In der Projektdurchführung kann die Universität Hohenheim auf ein eingespieltes Netzwerk exzellenter Partner zurückgreifen: "Bei dem Austausch mit Russland nutzen wir vor allem unseren Zusammenschluss in der Euroleague of Life Sciences, in der sich Europas Top-Universitäten in den Bereichen Life Sciences, Agrarwirtschaft und Food Chain zusammengeschlossen haben. Für dieses Projekt haben wir außerdem die Moskauer Lomonossov-Universität und die Universität Tübingen als Partner gewonnen, um fachlich eine größere Bandbreite abzudecken", sagt Prof. Dr. Liebig.

Russland und Hohenheim
Russland und Hohenheim - die Kooperation zwischen Ost und West beginnt nicht erst im 20. Jahrhundert, sondern bereits 1818 mit der Gründung der Universität Hohenheim. Die war nämlich schon ein Gemeinschaftsprojekt zwischen König Wilhelm I. von Württemberg und seiner Frau, der russischen Zarentochter Katharina Pawlowna und späteren Königin von Württemberg. Damals musste in Württemberg eine Hungersnot überwunden werden, heute engagiert sich die Universität Hohenheim in der Reform des russischen Agrarsektors.

ERASMUS Mundus Mobilitätsprogramm ''External Cooperation Window''
Die europäische Kommission hat ein neues Stipendienprogramm für Drittländer aufgelegt, das so genannte "Erasmus Mundus External Cooperation Window". Stipendien sollen die Mobilität von Studenten, Graduierten, Doktoranden und Promovierten und den Austausch zwischen den Hochschulen fördern, die Stipendien richten sich auch an Hochschuldozenten, die an Lehr-, Fortbildungs- und Forschungstätigkeiten interessiert sind. Das Konzept sieht die Bildung gemischter Konsortien vor, die sich aus Hochschulen der EU-Mitgliedsstaaten und der Drittländer zusammensetzen.

Osteuropazentrum der Universität Hohenheim
Das Osteuropazentrum der Universität Hohenheim ist laut DAAD-Statistik 2006 unangefochtener Spitzenreiter in Deutschland bei der Einwerbung von EU-finanzierten Hochschulreformprojekten. Das Osteuropazentrum bündelt als fakultätsübergreifende Einrichtung die wissenschaftlichen Kompetenzen der Universität Hohenheim in den Natur-, Agrar-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, um fachwissenschaftliche Kooperationen mit Partnern in Mittel- und Osteuropa zu initiieren und interdisziplinäre Projekte länderübergreifend zu koordinieren. Die wesentlichen Ziele und Aktivitätsbereiche des Osteuropazentrums sind: Netzwerkbildung zwischen der Universität Hohenheim und Hochschulen in Mittel-, Südost- und Osteuropa, Lehrplanentwicklung, Forschungskooperationen sowie Beratung und Weiterbildung.


Osteuropazentrum: http://www.uni-hohenheim.de/oez/index_frame.htm

Kontaktadresse:
Dr. h.c. Jochem Gieraths, Universität Hohenheim, Geschäftsführer des Osteuropazentrums
Tel.: 0711 459-3572, E-Mail: osteurop@uni-hohenheim.de

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