Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDonnerstag, 23. Januar 2020 

Uni Ulm: 10 Jahre Ludwig Erhard-Stiftungslehrstuhl für Wirtschaftspolitik

11.07.2007 - (idw) Universität Ulm

Mit einem Festakt im Ulmer Stadthaus feierten Universität und Universitätsgesellschaft am Montag das zehnjährige Bestehen des Ludwig Erhard-Stiftungslehrstuhls für Wirtschaftspolitik. "Er war die Keimzelle der bisher sehr erfolgreichen Entwicklungen unserer Wirtschaftswissenschaften und hat entscheidend zum Wachstum und zur Profilierung der Fakultät sowie der Universität beigetragen", sagte der Dekan der Fakultät für Mathematik und Wirtschaftswissenschaften, Professor Frank Stehling. Komplimente auch vom prominenten Festredner des Abends: "Die Fakultät genießt in unserer Branche einen ausgezeichneten Ruf", stellte der Mannheimer Wirtschaftswissenschaftler Professor Wolfgang Franz fest, Mitglied des Sachverständigenrats der Bundesregierung ("Fünf Weisen") und Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung. Er sprach in seinem Festvortrag über die "Herausforderungen an den Wirtschaftsstandort Deutschland, nicht ohne kritische Anmerkungen zu den drei zentralen Fragen dieses Themas: Arbeitsmarktreform, Staatsverschuldung und Unternehmenssteuerreform. Eingangs hatte der Präsident der Universität Ulm, Professor Karl Joachim Ebeling, an Parallelen zwischen der dieser Tage gefeierten Universitätsgründung vor 40 Jahren und der Einrichtung der Stiftungsprofessur erinnert. In beiden Fällen sei die enge Verbindung von Bürgerschaft und Wirtschaft der Stadt wie der Region deutlich geworden. Die 1999 als jüngster Studiengang der Universität eingerichteten Wirtschaftswissenschaften bezeichnete Ebeling als absolutes Erfolgsmodell. Ihrer stark quantitativen Ausrichtung wegen erfreuten sie sich bei Banken und Versicherungen einer großen Resonanz. "Damit haben wir eine wichtige Nische erfolgreich besetzt", sagte der Uni-Präsident weiter, der in diesem Zusammenhang auch allen Beteiligten für die Unterstützung bei der Einrichtung des Stiftungslehrstuhls dankte.

"Gute und erfolgreiche Ideen regen zur Nachahmung an", stellte dessen erster Inhaber, Professor Rainer Klump (1997 bis 2000) fest und beglückwünschte die Ulmer Verantwortlichen zu ihrem "strategischen Weitblick". Auch an der Universität Frankfurt sei jetzt ein Stiftungslehrstuhl für Wirtschaftspolitik eingerichtet worden, berichtete der inzwischen dort wirkende Wissenschaftler. Sein Nachfolger in Ulm, Professor Werner Smolny, befand: "Die Einrichtung des Lehrstuhls hat sich gelohnt, auch als Basis für den Studiengang Wirtschaftswissenschaften, einem der erfolgreichsten der Uni Ulm." Smolny umriss bei dieser Gelegenheit die Forschungsschwerpunkte seines Institutes und nannte hier unter anderem nationale und internationale Arbeitsmärkte sowie die Konjunktur.
Zuvor hatte Hans Hengartner als Vorsitzender der Ulmer Universitätsgesellschaft an die Vorgeschichte des Stiftungslehrstuhls erinnert. "Spiritus rector" des Vorhabens sei seinerzeit Professor Joachim Voeller gewesen, damals Dekan der Fakultät und überzeugt davon, dass die Wirtschaftspolitik in Deutschland angesichts gravierender Zukunftsaufgaben vor verstärkten Grundsatzdiskussionen stünde. Zudem sei der Lehrstuhl als entscheidender Faktor für die Einrichtung des komplett neuen Studienganges Wirtschaftswissenschaften gesehen worden, wie dies auch Dekan Professor Stehling bestätigte. Nachdem Universitätsleitung und Land von der Idee überzeugt gewesen seien, habe auch die regionale Wirtschaft ihre Unterstützung signalisiert. Koordiniert von der Ulmer Universitätsgesellschaft seien schließlich Zusagen für mehr als 2,5 Millionen Mark eingeworben und das Projekt realisiert worden, berichtete Hengartner, der dabei auch die beteiligten Unternehmen und Stiftungen nannte.


"Wissenschaftliche Beiträge zur Lösung wichtiger Probleme zu leisten", sei ein Ziel des neu eingerichteten Lehrstuhls gewesen, so der UUG-Vorsitzende weiter. Bei der Umsetzung in der Politik gelte freilich nicht nur die reine Lehre, räumte Professor Wolfgang Franz in der kurzen Diskussion nach seinem Vortrag ein. "Natürlich sehe ich die Notwendigkeit von Mehrheiten", sagte der Wissenschaftler, versicherte indes: "Man hört uns zu." Zumindest mittelfristig würden ihre Vorschläge in der einen oder anderen Form umgesetzt.

uniprotokolle > Nachrichten > Uni Ulm: 10 Jahre Ludwig Erhard-Stiftungslehrstuhl für Wirtschaftspolitik
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/140568/">Uni Ulm: 10 Jahre Ludwig Erhard-Stiftungslehrstuhl für Wirtschaftspolitik </a>