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13.000 Gutachter werten Universität Heidelberg als beste deutsche Universität in der Weltliste

11.07.2007 - (idw) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Heidelberg Nr. 1 in Deutschland, beste deutsche Universität in der Weltliste (Platz 73) und Rang 12 in Europa - Neue Studie von Tibor Braun und Koautoren 13 000 internationale Gutachter von Wissenschaftszeitschriften werten die Universität Heidelberg als Nr. 1 in Deutschland, beste deutsche Universität in der Weltliste (Platz 73) und sehen Heidelberg auf Rang 12 in Europa. Das geht aus einer neuen Studie von Tibor Braun und Koautoren aus der Eötvös-Loránd-Universität Budapest und der ungarischen Akademie der Wissenschaften hervor.

Die in "Scientometrics" (Vol. 71, Nr. 2) veröffentlichte Studie stellt heraus, dass Universitäten die Inkubatoren von Bildung und wissenschaftlicher Forschung sind. "Ihre Evaluation war und ist von höchster Wichtigkeit, da sie in einem intensiven Markt leben." Eine ganze Serie solcher Rankings sei verfügbar in der Literatur. "Aufgrund der multidimensionalen Natur und Komplexität von Universitäten sind verlässliche Indikatoren ihrer Leistung selten."

Die Autoren weisen auf schlecht geplante und fehlleitende Rankings hin, die trotz sehr kritischer Stimmen über sie weiterhin erscheinen. In einem breiten Tableau zeigen Braun und Koautoren die unterschiedlichsten Kriterien auf, die für Ranglisten herangezogen werden: von der Zahl der Studierenden über Forschungsausgaben, Bibliotheksausstattung, das Verhältnis von Lehrenden zu Lernenden bis hin zu Veröffentlichungen, Zitationen, Büchern, Web-Rankings, Preisen, Nobelpreisträgern und vielem mehr.

In ihrer Studie stellen die Autoren ihre "vorläufigen Experimente" vor, Ranglisten der Welt-Universitäten zu bilden, die sich auf nur einen Indikator stützen: die "gatekeepers" (Gutachter, Torhüter) von internationalen Wissenschaftsjournalen. Vergleiche man die Gutachter mit anderen Kriterien von Rankings, sei hier die höchste professionelle Qualität gegeben. Wie Braun und Koautoren bereits in früheren Studien gezeigt hätten, sei die Zahl der Nobelpreisträger einer Universität kein sinnvoller Wissenschaftsindikator.

Gutachter von Wissenschaftszeitschriften hingegen seien als Indikator von herausragender Bedeutung. Ihre Arbeit ("screening activity"; Bewertung und Auswahl von Texten) für die Redaktionen garantiere den professionellen Standard der Journale. Kritische Mentalität habe in der Vergangenheit die soziale Integrität der Wissenschaft geschützt und werde sie auch in Zukunft sichern. Die Mitglieder der Herausgebergremien und Beiräte würden zurecht als Qualitätssicherer der Journale angesehen.

Grundlage für das ungarische Ranking ist eine Datenbank mit den Gutachtern von jeweils 20 wichtigen Journalen in 12 Wissenschaftsfeldern, also 240 Journalen. Ihre Gesamtzahl belief sich 2005 auf 13.000.

Zudem vergleichen Braun und Koautoren wichtige Universitätsrankings der Welt (Times, Shanghai, webometrics...) und stellen fest, dass es bei ihnen nur schwache Übereinstimmungen gibt. Dies beweise, dass die Wahl der Indikatoren deutlich das Ergebnis des jeweiligen Rankings beeinflusse.

Die jetzt vorgelegte weltweite Rangliste von Braun und Koautoren setzt Harvard deutlich auf Rang 1 in der Welt (100% gegenüber Stanford auf Platz 2 mit 51,18%). Als beste deutsche Universität steht Heidelberg auf Platz 73 der Weltliste, punktgleich mit Western Ontario, der Uni Zürich und dem Albert Einstein College of Medicine in den USA. Nächste deutsche Universitäten sind die LMU und die TU München auf Platz 97, punktgleich mit Lund, Leeds und anderen.

Bei den Top-Universitäten Europas platziert sich Heidelberg punktgleich mit der Uni Zürich auf Rang 12. Hier führen Cambridge, University College London und Oxford die Liste an. Die beiden Münchner Universitäten schaffen es punktgleich mit Kopenhagen, Lund und Leeds auf den 19. Platz. HU Berlin, Mainz, Bonn und Hamburg teilen sich Rang 24 mit Birmingham.


Braun et al., Journal gatekeepers indicator-based top universities of the world, of Europe and of 29 countries - A pilot study. Scientometrics, 2007, vol. 71, no. 2, pp. 155-178)

Rückfragen bitte an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

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