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Lokale Bevölkerung unterstützt Schutzmaßnahmen für den Nationalpark Hainich

16.07.2007 - (idw) Georg-August-Universität Göttingen

Göttinger Wissenschaftler befragen Bürger zur Bedeutung der thüringischen Nationalparkregion

Artenreiche Naturlandschaften wie der Nationalpark Hainich erbringen ökologische "Dienstleistungen", die auch für den Menschen von besonderer Bedeutung sind, in dem sie beispielsweise zum Schutz vor Umweltgefahren beitragen. Um diese Schutzfunktion des Nationalparks zu erhalten, sind die Bürgerinnen und Bürger der umliegenden Gemeinden bereit, ein entsprechendes Waldmanagement in großem Umfang finanziell mitzutragen: Ihre Zahlungsbereitschaft liegt bei mehr als zwei Millionen Euro. Das haben Wissenschaftler der Universität Göttingen in einer Befragung ermittelt. Dabei gaben Anlieger der thüringischen Nationalparkregion Auskunft darüber, welche Bedeutung der Nationalpark Hainich mit seiner Vielfalt an Pflanzen und Tieren für sie hat und in welchem Umfang sie Vorsorgemaßnahmen gegenüber Gefährdungen wie Schädlingsbefall oder Sturmschäden unterstützen. Das Forschungsprojekt ist am Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung angesiedelt und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Pressemitteilung
Göttingen, 16. Juli 2007 / Nr. 198/2007

Lokale Bevölkerung unterstützt Schutzmaßnahmen für den Nationalpark Hainich
Göttinger Wissenschaftler befragen Bürger zur Bedeutung der thüringischen Nationalparkregion

(pug) Artenreiche Naturlandschaften wie der Nationalpark Hainich erbringen ökologische "Dienstleistungen", die auch für den Menschen von besonderer Bedeutung sind, in dem sie beispielsweise zum Schutz vor Umweltgefahren beitragen. Um diese Schutzfunktion des Nationalparks zu erhalten, sind die Bürgerinnen und Bürger der umliegenden Gemeinden bereit, ein entsprechendes Waldmanagement in großem Umfang finanziell mitzutragen: Ihre Zahlungsbereitschaft liegt bei mehr als zwei Millionen Euro. Das haben Wissenschaftler der Universität Göttingen in einer Befragung ermittelt. Dabei gaben Anlieger der thüringischen Nationalparkregion Auskunft darüber, welche Bedeutung der Nationalpark Hainich mit seiner Vielfalt an Pflanzen und Tieren für sie hat und in welchem Umfang sie Vorsorgemaßnahmen gegenüber Gefährdungen wie Schädlingsbefall oder Sturmschäden unterstützen. Das Forschungsprojekt ist am Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung angesiedelt und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Dr. Jan Barkmann befragten insgesamt 302 Personen aus 14 Hainich-Gemeinden und der Stadt Eisenach. Themen der Befragung waren verschiedene Gefährdungen des Waldes und mögliche Schutzmaßnahmen. Dabei ging es unter anderem um Schädlinge, nicht-einheimische Pflanzen und die Auswirkungen des Klimawandels. "Fast alle Interviewpartner kannten die Schutzfunktion des Waldes gegenüber Gefahren durch Klimaveränderung", berichtet die wissenschaftliche Mitarbeiterin Sandra Rajmis. Der Erhalt der vielfältigen ökölogischen Funktionen des Waldes ist den Befragten viel wert: 54 Euro pro Jahr und Haushalt würden sie für ein Bündel an Maßnahmen zur Verfügung stellen. "Werden hier alle Haushalte der Untersuchungsregion berücksichtigt, so ergibt dies eine Summe von insgesamt rund zwei Millionen Euro", so Sandra Rajmis. Nach ihren Angaben wurden im Jahr 2005 in ganz Thüringen 2,93 Millionen Euro für den Waldschutz ausgegeben. "Die Ergebnisse unserer Befragung können der Politik außerdem wichtige Hinweise liefern, welche Naturschutz-Maßnahmen von der lokalen Bevölkerung erwünscht sind", betont die Forscherin.

Der Nationalpark Hainich wurde 1997 gegründet. Mit einer Gesamtfläche von rund 16.000 Hektar ist der Hainich das größte zusammenhängende Laubwaldgebiet Deutschlands. 90 Prozent der Gesamtfläche des Nationalparks sind ungenutzt; lediglich Nadelwaldbestände und Weideflächen unterliegen noch einer Nutzung. In den vergangenen 50 Jahren konnten sich im Südteil des Hainichs Waldbestände entwickeln, die den in Mitteleuropa längst verschwundenen natürlichen Wäldern vermutlich sehr nahe kommen.


Kontaktadresse:
Sandra Rajmis, Georg-August-Universität Göttingen
Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung
Telefon (0551) 39-4856, e-mail: srajmis@uni-goettingen.de
Weitere Informationen: http://www.uni-goettingen.de/de/sh/19261.html
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