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Mathematischer Nachwuchs an der Universität Potsdam

11.03.2003 - (idw) Universität Potsdam

Mathematischer Nachwuchs an der Universität Potsdam
65. Arbeitstagung Allgemeine Algebra und 18. Konferenz für junge Algebraiker vom 21. bis 23. März 2003

Zwei internationale Mathematik-Konferenzen finden vom 21. bis 23. März 2003 an der Universität Potsdam statt, die 65. Arbeitstagung Allgemeine Algebra und die 18. Konferenz für junge Algebraiker. Dabei handelt es sich um zwei Serien von Konferenzen, die regelmäßig an Universitäten in Deutschland, Österreich, Tschechien und der Schweiz organisiert werden. Zur diesjährigen Konferenz werden 80 Teilnehmer von Universitäten und wissenschaftlichen Einrichtungen aus Europa, Asien, Afrika und Nordamerika erwartet. Die Tagung wendet sich vor allem an den akademischen Nachwuchs, aber auch an alle anderen Interessierten. Diplomanden und Doktoranden, die auf algebraischem Gebiet arbeiten, sollen ermutigt werden, erste Forschungsergebnisse vorzutragen und darüber mit erfahrenen Wissenschaftlern zu diskutieren.
In 50 Vorträgen werden die Mathematiker über aktuelle Forschungsergebnisse berichten und ihre Ergebnisse zur Diskussion stellen. Dabei geht es nicht nur um disziplinäre algebraische Resultate, sondern vor allem um ihre Anwendbarkeit. Gerade durch ihre Abstraktheit sind algebraische Aussagen in vielen Gebieten anwendbar. Ein Beispiel dafür liefern die Verbandstheorie und Galoisverbindungen. Sie lassen sich auf Wissensverarbeitung jeder Art anwenden. Auf ihrer Grundlage werden zum Beispiel an der Technischen Universität Darmstadt intelligente Suchsysteme, aber auch Entscheidungshilfen für komplexe Probleme und Archivstrukturen entwickelt. Grafisch gleichen solche Ordnungssysteme den Skizzen, die man zur Unterstützung des Nachdenkens zu Papier bringt. Zwischen verschiedenen Aspekten, Ideen oder Begriffen zeigen Striche Verbindungen, Abhängigkeiten und Hierarchien. Mathematisch handelt es sich dabei vielfach um Diagramme von gewissen algebraischen Strukturen, den Verbänden. Oft sind Klassifikationsverfahren zu mechanistisch, respektieren nicht die Art, wie Menschen denken und werden der Komplexität der Welt nicht gerecht. Der Befund bei Krebszellen führt beispielsweise zu einer Vielzahl von Parametern, doch zur Vereinfachung ordnen Ärzte bösartige Tumore in nur vier Klassen ein. Für Therapie und Heilungsaussichten ist dies oft nur bedingt aussagekräftig.
Automaten, die in der Lage sind, Mengen von Daten zu erkennen und zu verarbeiten, lassen sich als endliche algebraische Strukturen auffassen, und Klassen solcher Strukturen entsprechen Klassen von Automaten mit bestimmten Eigenschaften. Derartige Klassen endlicher Strukturen, auch Pseudovarietäten genannt, werden gegenwärtig an der Universität Potsdam untersucht. Mit Hilfe algebraischer Strukturen lassen sich auch Satzstrukturen in natürlichen Sprachen analysieren. Wenn Computer in natürlichen Sprachen kommunizieren sollen, sind bei ihrer Programmierung algebraische Methoden anzuwenden.

Hinweis an die Redaktionen:
Zeit der Konferenz: 21. bis 23. März 2003, Beginn: 21. März 2003, 9.00 Uhr
Ort der Konferenz: Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik, Hörsaal 1, Prof.-Dr.-Helmert-Straße 2-3, 14482 Potsdam
Für weitere Auskünfte steht Ihnen Prof. Dr. Klaus Denecke aus dem Institut für Mathematik der Universität Potsdam telefonisch unter 0331/977-1415,
E-Mail: kdenecke@rz.uni-potsdam.de zur Verfügung.
Informationen sind auch unter http://www.math.uni-potsdam.de/~denecke/Aaa65.htm abrufbar.
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