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Prof. Timm Rautert wird zum Ende des Sommersemesters 2007 emeritiert. Zu seiner Verabschiedung findet das Symposium &quo

19.07.2007 - (idw) Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

Timm Rautert, 1941 in Tuchel geboren, studierte bei Otto Steinert an der Folkwangschule für Gestaltung in Essen. 1993 erhielt er einen Ruf an die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Bis einschließlich des Sommersemesters 2007 leitete er eine der Klassen für Fotografie im Hauptstudium.

In zahlreichen nationalen und auch internationalen Ausstellungen sind seine Arbeiten in den letzten 40 Jahren gezeigt worden. Einen umfassenden Überblick seines ¼vre dokumentierte erst kürzlich die umfangreiche Ausstellung "Wenn wir dich nicht sehen, siehst du uns auch nicht -Fotografien 1966 - 2006", die vom 09. Dezember 2006 bis zum 18. Februar 2007 im Museum der bildenden Künste in Leipzig zu sehen war (2008 wird diese Ausstellung im Sprengel Museum in Hannover gezeigt). Timm Rautert gehört zu den wenigen Fotografen, die sowohl im angewandten wie auch im künstlerischen Feld der Fotografie überaus erfolgreich sind. Seine Bilder erschienen u.a. in "Geo", "Stern", "Sunday Times Magazine", "Time Life" und vor allem im "ZEITmagazin". Zudem veröffentlichte er zahlreiche Bücher, z.B. "Gehäuse des Unsichtbaren", "Eigenes Leben" und "Deutsche in Uniform". Neben der intensiven Auseinandersetzung mit der sich verändernden Arbeitswelt, sozialen Randgruppen und modernen Welten spielt auch das Künstlerporträt in allen Jahren eine wesentliche Rolle. Berühmt geworden sind seine Porträts, um nur einige zu nennen, von Andy Warhol und Gerhard Richter. Aus den frühen 70er Jahren stammt sein Zyklus der so genannten Bildanalytischen Photographie. Zentrale Frage ist dabei: Wie (!) stellen Fotografien Abgebildetes dar? Diese Frage zieht sich bis heute durch sein gesamtes Werk.

Mit seiner Klasse hat Timm Rautert in den Jahren seiner Lehrtätigkeit zahlreiche große Ausstellungsprojekte realisiert, die bundesweit und auch international zu sehen waren. Dazu gehören: "Silver & Gold" (2003 - 2004 in vier deutschen Städten zu sehen), "Chemnitz - Die Stadt" (Kunstsammlungen Chemnitz 2003), "Kalte Herzen" (München, Amsterdam und Leipzig), 2004/05) und "Vor aller Augen" (Goetheinstitut Paris, September 2005 - März 2006). Die Frage nach seiner Lehrauffassung beantwortet Rautert in einem Interview mit Wolfgang Brückle (Camera Austria 98/2007): "Die Fotografie taugt noch immer zur Welterkenntnis auch dann, wenn sie als Kunst auftritt. Ich lasse die Experimente frei verlaufen, und vor allem will ich nicht kopiert werden."

Viele seiner Studentinnen und Studenten haben schon während oder auch nach dem Studium in seiner Klasse eine große künstlerische Anerkennung erhalten. In diesem Zusammenhang sind beispielsweise Ricarda Roggan, Sven Johne, Sebastian Stumpf, Tobias Zielony, Grit Hachmeister und Claudia Angelmaier zu erwähnen. Letztgenannte hat soeben den renommierten Kunstpreis der Leipziger Volkszeitung erhalten.

Timm Rautert lebt und arbeitet in Essen und Leipzig.

"Perspektiven für eine (il)legitime Kunst"
Ein sommerliches Symposium zur Verabschiedung von Timm Rautert
Donnerstag 26.07.2007, 14.00 - 19.00 Uhr, HGB Leipzig, Festsaal

Welche Rolle spielt die Fotografie an einer Kunstakademie? - Diese Frage wirkt heute im ersten Moment überholt, gibt es doch inzwischen an vielen deutschen Kunsthochschulen Klassen für Fotografie. Interessant wird diese Frage jedoch, stellt man sie vor dem Hintergrund eines alten Gegensatzpaares, welches die Fotografie seit den 1970er Jahren auf ihrem Weg durch die Museen und Ausstellungshäuser begleitet hat: "Foto-Kunst" versus "Foto-Foto".
Diese alte Polarität scheint sich gegenwärtig langsam aufzulösen. Einerseits bedienen sich heute viele dokumentarische Positionen (also genuine Haltungen des "Foto-Foto") konzeptueller Mittel und Errungenschaften aus der Kunst der letzten 30 Jahre, um neue Wege der Erzählung jenseits der abgenutzten Wege der journalistischen Berichterstattung zu gehen. Auf der anderen Seite finden sich junge Künstlerinnen und Künstler mit fotografischer Ausbildung, deren Haltung dem Paradigma einer im weitesten Sinne konstruierenden Fotografie zuzurechnen ist. Ihre Arbeiten - seien es Installationen, Skulpturen, performative Aktionen - entstehen für die Kamera, in einer sehr präzisen fotografischen Qualität. Anstelle der alten, klar abgegrenzten Polarität gibt es heute ein vielfältiges Nebeneinander verschiedenster Positionen, die nicht zuletzt auch immer wieder die kulturelle Rolle der Fotografie selbst thematisieren. Ein Blick auf die jungen Positionen aus der HGB Leipzig scheint dies zu bestätigen.

Wie geht es weiter? Die Galeriewand und das Künstlerbuch sind die zeitgenössischen Orte dieser (um das Medium Video) erweiterten Fotografie. Hat die Fotografie nun endlich ihre völlige künstlerische Autonomie erreicht? Oder ist die Fotografie doch zu reich, um ganz in der Kunst aufzugehen? Die kurzen Vorträge der Referenten versuchen eine fragmentarische Positionsbestimmung vorzunehmen.

Simon Starling (London/Berlin) - About my work

Stefan Gronert (Bonn) - Eine kurze archäologische Betrachtung, wie die Fotografie zur Kunst wurde

Susanne Witzgall (München) - Kunst/Fotografie/Wissenschaften

Christoph Ribbat (Berlin) - Leicht verletzt: Die Fotografie und das wirkliche Leben


Hellen van Meene (Heiloo) - About my work

Mit Projektionen von: Frank Berger, Sveinn Johannsson, Sven Johne, Jana Müller & Wiebke Elzel, Sebastian Stumpf, Tobias Zielony, Rebecca Wilton

Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
Academy of Visual Arts
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Marion Sprenger
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04107 Leipzig
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Fax. 0341 2135-101
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