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Sachsen wächst anders - das zeigt eine Leipziger Studie

14.08.2007 - (idw) Universität Leipzig

Die sächsische Wirtschaft kommt bei ihrem Anpassungsprozess unerwartet gut voran, wie die Spitzenpositionen des Freistaates beim Wirtschaftswachstum im Ländervergleich zeigen. Wichtiger ist, insbesondere in längerfristiger Perspektive, dass die gleichen Wirtschaftszweige, z. B. neben dem Verarbeitenden Gewerbe insgesamt, die Metallerzeugung und -bearbeitung und die Unternehmensdienstleistungen, in Sachsen deutlich kräftiger expandieren als im übrigen Bundesgebiet.

Dies ist das wichtigste Ergebnis der Untersuchung:
Sachsen wächst anders - konjunkturelle, sektorale und regionale Bestimmungsgründe der Entwicklung der Bruttowertschöpfung 1992 bis 2006. Von Ullrich Heilemann und Stefan Wappler. Diskussionsbeiträge Nummer 62, Universität Leipzig - Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät. Der Regionalvergleich macht ferner deutlich, dass sich auch die Sektorenstruktur des Freistaates ("Branchenmix") verbessert und sich bereits sehr weitgehend der des Bundesgebietes angenähert hat. Angesichts der noch immer hohen Arbeitslosigkeit des Landes dürfte der Angleichungsprozess sogar noch weiter fortgeschritten sein als es die Zahlenwerte signalisieren: Bei niedrigeren Arbeitslosenquoten wäre der Anteil der privaten Dienstleister deutlich höher.
In statistischer Sicht belastet wird der Anpassungsprozess durch den in mittelfristiger Perspektive zu hohen Anteil der Bauwirtschaft - ein Befund der allerdings auch für die Wirtschaft der Bundesrepublik insgesamt zutrifft. Ähnliches gilt auch für die "Öffentlichen und privaten Dienstleister", hier vor allem für den Staatssektor - ein Ergebnis das für alle Neuen Länder gilt.

Die Ursachen dieser günstigen Entwicklung Sachsens im Vergleich der Bundesländer sind vielfältig. Neben der offenbar erfolgreichen Ansiedlungspolitik dürften die günstigen Standortbedingungen, wettbewerbsfähige Lohn- und Kostensituation, Spezialisierungsbemühungen der Unternehmen, aber auch die unmittelbare und via Infrastrukturpolitik mittelbare Wirtschaftsförderung diesen Prozess eingeleitet und beschleunigt haben.
Auf absehbare Zeit spricht bei entsprechender gesamtwirtschaftlicher Entwicklung vieles für eine Fortsetzung dieses Prozesses. Mittelfristig wird sich weisen müssen, inwiefern zusätzlich zur bisherigen Stärke des Verarbeitenden Sektors auch die privaten Dienstleistungen zu einer tragenden Säule des sächsischen Wachstumsprozesses werden.

Die Dominanz des Verarbeitenden Gewerbes bzw. dessen außerordentlich günstige Entwicklung erklären im sächsischen Vergleich auch das Davoneilen der Landeshauptstadt gegenüber Chemnitz und Leipzig. Die Entwicklung hat sich zwischen den drei Großstädten bis vor kurzem zunehmend differenziert, was für den Ablauf großräumiger Wachstumsprozesse nicht ungewöhnlich ist. Immerhin hat Leipzig im vergangenen Jahr durch die Großansiedlungen bereits Boden gut gemacht.

Untersuchungszeitraum der Arbeit ist der Zeitraum 1992 bis 2006. Methodische Grundlage sind der Shift/Share-Ansatz und die "Norm-Struktur-Hypothese". Erstere gestattet es, statistisch die Bestimmungsgründe der sektoralen Entwicklung zu identifizieren. Die Norm-Struktur-Hypothese gibt
Hinweise zur Bewertung der aktuellen Sektorstruktur und ihrer weiteren Entwicklung.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Ullrich Heilemann
Telefon: 0341 97-33782
E-Mail: heilemann@wifa.uni-leipzig.de
www.uni-leipzig.de/wifa/emp

Stefan Wappler
Telefon: 0341 97-33535
E-Mail: wappler@wifa.uni-leipzig.de
www.uni-leipzig.de/wifa/emp

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