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Botanischer Garten: Attraktiv trotz Baustelle

14.05.2002 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Besucher sollen sich am Eingang nicht abschrecken lassen

Endlich ist der Frühling so richtig da. Wer sich jetzt im Botanischen Garten am Dallenberg ein paar schöne Stunden machen will, bekommt am Eingang erst einmal einen Schreck: Statt vor einladendem Grün und bunten Blüten steht der Besucher vor einem unüberwindlich aussehenden Hindernis: Es klafft eine Baugrube, der Weg in den Garten scheint von Bagger, Kran und Bauzäunen verstellt.


Anja Heigl, Gärtnerin im Botanischen Garten der Uni Würzburg, im Blütengang der Schaugewächshäuser. Foto: Emmerich
Markus Riederer, Leiter des Botanischen Gartens der Uni Würzburg, zeigt den Bereich der Felsheide. Foto: Emmerich Im Botanischen Garten der Uni Würzburg wird gebaut. Der übliche Zugang ist von der Baustelle versperrt und so mancher Besucher fragt sich angesichts dieser Barriere, ob der Garten überhaupt geöffnet ist. "Der Garten ist zu den üblichen Zeiten zugänglich, man muss aber schon vor dem Eingang nach links gehen und den Wegweisern um die Institutsgebäude herum folgen", so Prof. Dr. Markus Riederer, Leiter des Botanischen Gartens.

Grundfalsch wäre es, sich von der Baustelle abschrecken zu lassen, denn zurzeit und in den kommenden Wochen hat die grüne Oase am Dallenberg einige Attraktionen zu bieten - allen voran die kräftig blühende Felsheide des Mittelmeergebiets und des Vorderen Orients, die Waldabteilungen und der Blütengang in den Schaugewächshäusern.

Die große Baustelle am Eingang bleibt bis Ende 2002. Grund: Teile der Institutsgebäude werden für insgesamt sieben Millionen Euro erweitert und saniert, derzeit läuft der erste Bauabschnitt. Dabei entstehen zusätzliche 690 Quadratmeter Fläche für Forschung und Lehre, darunter auch Labor- und Seminarräume für die Ausbildung der Studierenden.

Im später folgenden zweiten Bauabschnitt werden unter anderem die Schaugewächshäuser saniert und in Sachen Energieeinsparung auf den neuesten Stand gebracht. Auch dann wird es Einschränkungen geben: Laut Riederer müssen die Besucher voraussichtlich einen Sommer lang auf Spaziergänge in den Glashäusern verzichten. Auch der in die Häuser führende Trakt wird verändert.

Derzeit gibt es im Botanischen Garten - zusätzlich zum Eingangsbereich - eine weitere unschöne Stelle: Die große Freifläche zwischen den Institutsgebäuden und den Gewächshäusern wird umgestaltet. Früher lernten die Studierenden dort anhand von Hunderten verschiedener Pflanzenarten in kleinen quadratischen Beeten die wissenschaftliche Gliederung des Pflanzenreichs kennen. Aber das Interesse daran hat stark nachgelassen, und darum soll an dieser Stelle künftig eine Staudenpflanzung gedeihen.

Keine gewöhnlichen Gartenblumen wie Rittersporn und Tränendes Herz werden dort wachsen, sondern Pflanzen aus den Prärien und Steppen Nordamerikas und Asiens. "Damit wollen wir der Öffentlichkeit zeigen, dass man auch mit ausgefallenen Wildpflanzen Beete so gestalten kann, dass sie das ganze Jahr hindurch attraktiv aussehen", sagt Markus Riederer.

Neue und außergewöhnliche Pflanzen findet man bereits auch an anderer Stelle: Links vom Hauptweg, der zu den Schauhäusern führt, war früher eine bunte Sammlung von Stauden zu sehen. Jetzt stehen dort seltene Gehölze aus China und Japan, zum Beispiel Fleischbeere, Orangenkirsche und Zwerg-Eberesche. Doch noch ist die Pflanzung neu, und die Sträucher werden noch rund fünf Jahre benötigen, bis sie zu ansehnlicher Größe herangewachsen sind.

Trotz all dieser Umbrüche lohnt sich ein Besuch im Botanischen Garten auch weiterhin - wegen des Regenwaldhauses und der Kakteensammlung, wegen Felsheide, Bauerngarten, Mediterranhaus oder wegen des Arzneipflanzengartens, um nur einige Beispiele zu nennen.

Öffnungszeiten: Das Freigelände ist täglich von 8.00 bis 18.00 Uhr zugänglich, die Schaugewächshäuser täglich von 8.00 bis 12.00 Uhr und von 13.00 bis 15.45 Uhr. Der Eintritt ist frei. Tropische Regenwaldakustik: jeden 1. Sonntag im Monat, 14.00 bis 15.45 Uhr. Kostenlose öffentliche Führung: jeden 3. Samstag im Monat ab 14.30 Uhr.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Markus Riederer, T (0931) 888-6200, Fax (0931) 888-6234, E-Mail:

riederer@botanik.uni-wuerzburg.de
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