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Strahlenschutz in der Medizin

31.08.2007 - (idw) Justus-Liebig-Universität Gießen

Informationsveranstaltung für Bürgerinnen und Bürger mit Ausstellung am 15. September 2007 an 10.30 Uhr in der Uni-Aula

Eine Informationsveranstaltung rund um den Strahlenschutz findet am 15. September 2007 in der Universitäts-Aula (Hauptgebäude, Ludwigstraße 23, 35390 Gießen, von 10.30 Uhr bis 13.30 Uhr) statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung, die von Prof. Dr. Gerhard Alzen, Leiter der Kinderradiologie am Fachbereich Medizin zusammen mit dem Sozialministerium des Landes Hessen und Priv.-Doz. Dr. Michael Walz, Leiter der Ärztlichen Stelle Hessen, TÜV SÜD Live Service GmbH, organisiert wird, sollen die Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie man vor vermeidbarer Strahlung in der Medizin geschützt werden kann. Wissenschaftler des Universitätsklinikums Gießen und Marburg, der Fachhochschule Gießen/Friedberg sowie ein auswärtiger Forscher halten allgemeinverständliche Referate über ihr Spezialgebiet. Gegenstand ihrer Forschung und Lehre ist es, den Strahlenschutz weiter zu verbessern und die heute zu fordernden Qualitätsmaßstäbe im Strahlenschutz zu definieren. Aufgabe der ärztlichen Stelle Hessens ist es, im Auftrag des Sozialministeriums des Landes Hessen darüber zu wachen, dass die Betreiber von Röntgeneinrichtungen ihre Patienten mit der geringst möglichen Dosis bei best möglicher Bildqualität diagnostizieren. Eine Reihe von Anwendern haben diese Anforderungen in der Vergangenheit vorbildlich erfüllt. Ihnen soll im Rahmen der Veranstaltung hierfür ein Zertifikat überreicht werden.

Kaum ein schwerwiegendes körperliches Gebrechen kann ohne Röntgenaufnahmen diagnostiziert werden. Seit der Entdeckung der Röntgenstrahlen durch Wilhelm Conrad Röntgen hat die Röntgendiagnostik ungeheure Fortschritte gemacht. Angefangen von der Entwicklung der Verstärkerfolien über die Fernsehtechnik bis zur modernsten Computertechnologie konnten in den vergangenen Jahrzehnten große Fortschritte gemacht und die medizinische Diagnostik geradezu revolutioniert werden. Die Möglichkeiten den menschlichen Körper darzustellen wurden immer vielfältiger, die gewonnenen Bilder immer aussagekräftiger. Darüber hinaus lassen sich inzwischen Behandlungen durchführen, die nur unter Sichtkontrolle eines Röntgenverfahrens wie Durchleuchtung oder Computertomographie möglich wurden. So lassen sich z.B. Gefäße wiedereröffnen oder ihr vollständiger Verschluss verhindern, Gewebeproben entnehmen, ohne den Körper chirurgisch öffnen zu müssen, Drainagen und Katheter platzieren, Fremdkörper entfernen und vieles mehr.

Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass die Anwendung von Röntgenstrahlung am menschlichen Körper nicht ohne Risiken ist. Die Strahlung kann unter anderem die Erbsubinformation der Zellen schädigen. Dies kann noch nach Jahrzehnten die Entstehung bösartiger Tumore bewirken oder zu Fehlbildungen der Nachkommen führen. Besonders Kinder und junge Erwachsene im gebärfähigen Alter sollten deshalb vor vermeidbarer Röntgenstrahlung besonders geschützt werden.

Den Organisatoren der Informationsveranstaltung ist es außerdem gelungen, eine Ausstellung über den nichtmedizinischen Einsatz der Röntgenstrahlung bei der Bekämpfung von Kriminalität, Schmuggel und Terrorismus nach Gießen zu holen. Prof. Dr. Hermann Vogel, Chefarzt des Albers-Schönberg-Instituts Hamburg, sammelt seit Jahren Bilder von Röntgen-Kontrollen an Grenzen und hat bereits mehrere Ausstellungen zu den Themen: "Grenzen, Drogen, Waffen, Menschen - Fahndung mit Röntgenstrahlung" oder "Gewalt im Röntgenbild - Krieg, Folter, Gesellschaft" organisiert und ist Autor des international beachteten Buches: "A Radiologic Atlas of Abuse, Torture, Terrorism, and Inflicted Trauma".


Kontakt:

Prof. Dr. Gerhard Alzen
Zentrum für Radiologie
Abteilung Kinderradiologie
Feulgenstraße 12, 35392 Gießen
Telefon: 0641 99-41931
Gerhard.Alzen@radiol.med.uni-giessen.de
Weitere Informationen: http://www.uniklinikum-giessen.de/kirad/
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