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Buch zu Adel in Sachsen-Anhalt erschienen

05.09.2007 - (idw) Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

"Adel in Sachsen-Anhalt - Höfische Kultur zwischen Repräsentation, Unternehmertum und Familie" ist der Titel eines gerade im Böhlau Verlag Köln erschienenen Buches (ISBN 978-3-412-12906-4).
Herausgeberin ist Eva Labouvie, Professorin für Neuere Geschichte und Geschlechterforschung an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Der Band untersucht ein Panorama regionaler höfischer Lebenswelten und adliger Kulturen, indem er seinen Blick auf die Menschen selbst, auf Innenperspektiven und ,hinter die Kulissen' richtet. Dabei bilden Paar- und Geschwisterbeziehungen, das Verhältnis einer ehemaligen Regentin zu ihren Kindern oder von Fürsten zu bürgerlichen Frauen, die Bedeutung von Leben und Tod oder Geburt und Begräbnisstätte grundlegende Aspekte einer regionalen Adelsforschung als Adelskulturforschung. Weitere wissenschaftliche Betrachtungsfelder sind Ehrvorstellungen adliger Offiziere im Regiment Alt-Anhalt, Erfahrungen junger Adelssöhne und Fürstengattinnen auf Reisen, Emotionalität und herrschaftspolitische Rationalität sowie adlige Lebenswelten zwischen Standesherrschaft, Rittergut und industriellem Unternehmertum.

Die 13 Autorinnen und Autoren zeigen in ihren Beiträgen auf, dass höfische Ballette der Stärkung der Geschwisterbeziehungen dienten, wie intensiv individuelle Beziehungskulturen mit der repräsentativen Festkultur verbunden waren oder dass eine Kavalierstour nicht nur Bildung und Ausbildung auf, sondern auch durch Reisen brachte. Aber auch wie unternehmerisch innovativ und modern streng pietistische Grafen handelten oder wie viele hochadlige Frauen und Männer trotz vorgegebener Spielregeln ihren eigenen, oft unkonventionellen Lebensweg gingen, wird dargestellt.

Der Band gründet auf einem Hauptseminar, das Prof. Dr. Eva Labouvie am Institut für Geschichte der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg zur höfischen Kultur und adligen Lebenswelt im Raum Sachsen-Anhalt anbot. Aus diesem Seminar entsprangen die ersten Ideen zu einer kultur- und geschlechtergeschichtlichen Annäherung und erste studentische Vorarbeiten, die für den Band auf der Grundlage von Archiv- und Quellenstudien ausgearbeitet wurden. Er vereint daher die Beiträge von Studierenden der Geschichtswissenschaft mit denen bereits ausgewiesener Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die sich seit geraumer Zeit intensiv mit der regionalen Geschichte des heutigen Bundeslandes Sachsen-Anhalt beschäftigen. Denn, gemeinsamer Bezugspunkt und historisch-geographisch naher Raum - im Sinne eines Kultur-, Transfer-, Kommunikations- und Handlungsraumes - aller Beiträge bildet das Land Sachsen-Anhalt in seiner heutigen Gestalt.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Eva Labouvie, Institut für Geschichte, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Tel: 0391 67-16129, E-Mail: eva.labouvie@ovgu.de od. eva.labouvie@gse-w.uni-magdeburg.de

Ein Rezensionsexemplar kann über den Verlag bezogen werden (ISBN 978-3-412-12906-4).

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