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Vielfalt von Religion(en) in Bildung, Kultur und Gesellschaft

14.09.2007 - (idw) Universität Bremen

400 Religionswissenschaftler tagen vom 23. - 27. September 2007 in der Universität Bremen zum Thema "Pluralität und Repräsentation von Religion(en) in Bildung, Kultur und Gesellschaft". Es ist das größte Treffen von Religionswissenschaftlern in Deutschland seit der Weltkonferenz von 1960 in Marburg. Mehr als 400 Teilnehmerinnen und -teilnehmer kommen zur ersten gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen Vereinigung für Religionswissenschaft (DVRW) und der European Association for the Study of Religions (EASR) vom 23. - 27. September 2007 nach Bremen. Die Veranstaltung wird vom Institut für Religionswissenschaft/-pädagogik der Universität Bremen unter Federführung von Professor Gritt Klinkhammer und Dr. Wanda Alberts organisiert. Das Thema "Pluralität und Repräsentation von Religion(en) in Bildung, Kultur und Gesellschaft" wird in 300 Vorträgen behandelt und garantiert interessante und kontroverse Diskussionen. Im Fokus stehen dabei die Schwerpunkte der Islam im Westen und Perspektiven von Religionspluralität in Osteuropa an den Beispielen Russland, Weißrussland, Rumänien oder Tschechien. Diese Thematik wird in einigen Vorträgen auch auf Afrika und Asien ausgeweitet. Klammer der Gesamtveranstaltung ist die Frage nach der Integration von religiöser und wertbezogener Pluralität angesichts der weltweiten Globalisierungs- und Migrationsprozesse.

Die Besonderheit der Bremer Religionslehrerausbildung

Dank der "Bremer Klausel" im Grundgesetz ist die Bremer Lehrerbildung für das Fach Religion Sache des Staates und nicht der Kirchen - einzigartig in Deutschland. Von Beginn an wurde in der Universität Bremen eine Ausbildung in Religionswissenschaft gemeinsam für die akademische Ausbildung und für die Lehrerbildung organisiert. Insofern ist in Bremen die Akademische Ausbildung der Religionslehrer einem offenen, integrierenden, vergleichenden, kulturwissenschaftlich orientiertem Ansatz von Religionslehre verpflichtet. Im Kontrast dazu steht die christlich theologische Ausbildung von konfessionell katholisch oder evangelisch festgelegten Religionslehrern in den meisten anderen Bundesländern. Das Bremer Konzept führt in Deutschland eher ein Schattendasein und wird von der herkömmlichen, theologischen Religionspädagogik oft kritisiert. Ein Blick nach Europa, vor allem nach Nordeuropa belegt allerdings, dass der Bremer Weg eher in einem allgemeinen Trend zum integrativen Religionsunterricht liegt.

Die Bremer Religionspädagogik wird auf der Tagung zusammen mit internationalen Neuansätzen Erfahrungen, Forschungsergebnisse und die Zukunftsaufgabe von Religion an öffentlichen Schulen vor dem Hintergrund einer kulturellen und religiösen Pluralität der Gesellschaften diskutieren. Nach Meinung der Bremer Religionswissenschaftler sind der integrative Religionsunterricht und religiöspädagogische Neukonzeptionen geeignet, viel über Konzepte einer gelungen Koexistenz verschiedener Kulturen und Religionen vor Ort zu lernen. Forschung im Bereich religionswissenschaftlicher Religionspädagogik trägt viel dazu bei, Antworten zur friedlichen Koexistenz auch in außerschulischen Zusammenhängen einer Gesellschaft zu finden.


Weitere Informationen:

Universität Bremen
Fachbereich Kulturwissenschaften
Institut für Religionswissenschaft/-pädagogik
Prof. Dr. Gritt Klinkhammer
Tel. 0421 218 2067/-3287
E-Mail klinkham@uni-bremen.de
Dr. Wanda Alberts
Tel. 0421 218 3529
E-Mail albertsw@uni-bremen.de
Tagungsbüro: 24.-27. September von 9 - 15 Uhr, Tel.: 0421-218-2975 (Uta Gentsch)
Website: http://www.religion.uni-bremen.de/dvrweasr2007/de/?cat=1/

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