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Uni Mainz und FH München überzeugen durch vorbildliche Reformarbeit

14.05.2002 - (idw) CHE Centrum für Hochschulentwicklung

Das Centrum für Hochschulentwicklung verleiht den Titel best practice-Hochschule 2002

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz und die Fachhochschule München haben überzeugend umfassende Reformen ihrer Hochschule erreicht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Gutachterkommission im Auftrag des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE). Sie ließen profilierte Mitbewerber wie die Universitäten Dortmund, Hamburg, Ulm und Witten-Herdecke bzw. die Fachhochschule für Wirtschaft Berlin, die Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg sowie die Fachhochschulen Niederrhein und Wismar hinter sich. Beiden Hochschulen sei es gelungen, durch professionelles und innovatives Management ihre Wettbewerbschancen zu verbessern und insgesamt leistungsfähiger zu werden, sagte heute der Leiter des CHE Professor Müller-Böling, bei der Bekanntgabe der als best practice-Hochschule 2002 ausgezeichneten Bewerber.

Die Gutachterkommission war davon beeindruckt, dass sich gerade eine klassische Volluniversität wie die Universität Mainz mit knapp 28.000 Studierenden und einem breiten naturwissenschaftlichen wie geisteswissenschaftlichen Fächerspektrum so konzentriert einem umfassenden Reformprojekt verschrieben hat. Konsequent setzt die Universität Mainz auf effiziente Verwaltung und professionelles Management, um exzellente Lehre und Forschung zu ermöglichen. Einundzwanzig aufeinander abgestimmte Projekte im strukturellen, finanziellen, inhaltlichen und personellen Bereich wurden angegangen. Über 80 Mitarbeiter aus allen Bereichen der Hochschule konnten für die zusätzliche Arbeit an der Reform gewonnen werden. Die Motivation dafür ziehen sie nicht zuletzt aus einer vorbildlichen Personal- und Qualitätsentwicklung.

Die Universität Mainz kann Ergebnisse vorweisen: Die Schwerpunktbildung in der medizinisch-naturwissenschaftlichen Forschung, im Medienbereich und in den künstlerischen Fächern lassen ein deutliches Profil erkennen. Neue Modelle der leistungsbezogenen internen Mittelverteilung haben eine erhöhte wirtschaftliche Effizienz ermöglicht. Aus eingesparten Mitteln wurden Forschungsfonds aufgelegt, um die wissenschaftliche Exzellenz der Hochschule weiter zu steigern. Durch Kooperationen mit externen Partnern, Ausgründungen und Public-Private-Partnerships hat die Universität sich gezielt geöffnet, konnte die Forschung stärken und zusätzlichen finanziellen Spielraum schaffen. Ein zentrales Studienbüro bietet Studierenden umfassenden Service. Die Uni Mainz nimmt inzwischen einen Spitzenplatz im Rahmen der EU Internationalisierungsprogramme ein und liegt mit 15 Prozent ausländischen Studenten und 500 ausländischen Wissenschaftlern deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

Die FH München ist mit circa 13.000 Studierenden die drittgrößte Fachhochschule Deutschlands und bietet neben Technik und Wirtschaft auch die Ausbildungsrichtungen Sozialwesen und Gestaltung an. Seit 1999 befindet sie sich in einem umfassenden Reformprozess. Ein Hochschulrat - mit Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft - hat Aufsichtsratsfunktion. Mit allen 14 Fachbereichen hat die Hochschulleitung Zielvereinbarungen abgeschlossen und sich bindend z.B. darüber verständigt, dass Ressourcen an Studierendenzahlen gebunden werden oder darüber wie die Qualität der Studienangebote verbessert werden soll. Zusammen mit den Fachbereichen ist ein leistungsbezogenes internes Mittelverteilungssystem realisiert worden, das transparent ist, den Fachbereichen große Handlungsfreiheit einräumt und wichtige Anreize für bessere Leistungen schafft. Dies ist besonders bemerkenswert, weil das bayerische Landesrecht eine solche Praxis eigentlich nicht vorsieht.

Zur Verbesserung der Lehre wurden Weiterbildungsveranstaltungen für Professoren in der Hochschuldidaktik durchgeführt oder ein Kooperationsabkommen mit dem Dachverband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie abgeschlossen, um gemeinsame Bildungsbedarfe zu identifizieren. Die Gründung der Technologie- und Wissenstransfer AG zeigt, dass die Wirtschaftlichkeit vieler Bereiche der Hochschule angestrebt wird. Verwaltungshürden bei der Internationalisierung konnten abgebaut werden. Heute hat die FH München den höchsten Ausländeranteil aller FHs in Bayern. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Virtualisierung: Hier wurden Studienangebote erarbeitet, eine Abteilung Medien und Lehre wurde eingerichtet und rund 800 Studierende bewerben sich jährlich für eine kostenlose Zusatzqualifizierung, die in Form eines Multimediazertifikats angeboten wird. Die besonderen Leistungen der FH München bilden sich auch im Verhältnis von sechs Bewerbern pro Studienplatz ab.

Die Gutachterkommission des CHE wurde von Professor Hans N. Weiler, Stanford University/USA geleitet. Für die Vergabe des Titels best practice-Hochschule war - neben dem In-novationsgehalt der Maßnahmen und dem Stand ihrer Umsetzung - der ganzheitliche Reformansatz entscheidend. Dies umfasst nach Ansicht der Gütersloher Denkfabrik die Handlungsfelder Autonomie, Wissenschaftlichkeit, Wettbewerblichkeit, Profilierung, Wirtschaftlichkeit, Internationalität und Virtualität. Im vergangenen Jahr ging der Titel best practice-Hochschule 2001 an die TU Darmstadt und die FHTW Berlin. Im Jahr 2000 wurden die Hochschule Bremen und die TU München ausgezeichnet.

Das CHE setzt sich für international wettbewerbsfähige Hochschulen in Deutschland ein. Neben gutachterlichen Stellungnahmen werden mit Hilfe internationaler Vergleiche Modelle zur Modernisierung der Hochschulen entwickelt und im Dialog mit den Entscheidungsträgern aus Hochschulen und Politik konkretisiert. Das CHE setzt sich darüber hinaus als Partner von Hochschulen und Wissenschaftsministerien für die Umsetzung von Pioniervorhaben ein und wird von der Bertelsmann Stiftung und der Hochschulrektorenkonferenz getragen.


Rückfragen an: Johanna Witte, Telefon: 0 52 41 / 97 61 54
E-Mail: johanna.witte@che.de
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