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Freie Universität Berlin untersucht internationale Verflechtung von Theaterkulturen - Am Institut für Theaterwissenschaf

19.09.2007 - (idw) Freie Universität Berlin

Ensembles großer Bühnen sind international besetzt, Theaterfestivals Treffpunkt für Akteure aus aller Welt: Kaum ein anderer Bereich der Kunst arbeitet so "grenzübergreifend" wie das Theater. Aber was bedeutet die internationale Verflechtung von Theaterkulturen? Welche Auswirkungen hat sie auf die kulturelle Identität und die soziale Gemeinschaft? Diesen Fragen wollen die beiden Wissenschaftlerinnen vom Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin, Professor Dr. Erika Fischer-Lichte und Professor Dr. Gabriele Brandstetter, nachgehen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert zu diesem Zweck die Einrichtung eines geisteswissenschaftlichen Kollegs an der Freien Universität mit knapp zehn Millionen Euro über vorerst sechs Jahre. "Theater stellt in allen Kulturen keine rein künstlerische Institution dar, sondern hat auch immer eine politische Dimension sowie soziale Implikationen, und es ist häufig auch in religiöse Rituale eingebunden", sagt Erika Fischer-Lichte. Durch die Globalisierung wachse die Theaterwelt zusammen, unterschiedliche Kulturen begegneten und beeinflussten sich gegenseitig. Die Bühne werde dabei zu einem "Labor", in dem neue Formen des Zusammenlebens erprobt würden.

Die beiden Wissenschaftlerinnen der Freien Universität gehen dabei von der Hypothese aus, dass derartige Verflechtungen nicht zu einer Homogenisierung der Theaterkulturen führen, sondern zu vielfältigen neuen Differenzierungen. "Ein gutes Beispiel stellen Inszenierungen wie die von Ong Keng Sen oder Ariane Mnouchkine dar, die mit Elementen aus verschiedenen Theaterkulturen arbeiten, wobei diese Inszenierungen jeweils sehr unterschiedliche Funktionen erfüllen und ganz neue Differenzen entstehen lassen", sagt Erika Fischer-Lichte. Als weiteres Beispiel nennt Gabriele Brandstetter das Tanztheater. Durch internationale Begegnungen und Workshops sei mittlerweile weltweit eine tänzerische Mischform aus Ballett, Modern Dance und Hip Hop anzutreffen. "Doch es handelt sich nur scheinbar um einen Einheitsstil. Beim genaueren Hinsehen zeigen sich große regionale Unterschiede."

Im Rahmen der Forschungen sollen Diversifizierungen beschrieben und unter Berücksichtigung regionaler Gesichtspunkte analysiert werden. Das neue Kolleg wird deshalb eng mit dem Center for Area Studies der Freien Universität Berlin sowie den Kunst- und Kulturwissenschaften zusammenarbeiten, ebenso wie mit dem Haus der Kulturen der Welt und dem Goethe-Institut.

Mit dem Fördergeld des Bundes werden auch die Aufenthalte von zehn Gastwissenschaftlern finanziert. Die Fellows kommen unter anderem aus Asien, Indien, Afrika, Südamerika, Osteuropa und dem Nahen Osten und garantieren nicht nur einen Forscherblick aus internationaler Perspektive. Sie werden auch in die Ausbildung der Studenten einbezogen. Erika Fischer-Lichte und Gabriele Brandstetter sind deshalb sicher, dass das neue Kolleg "einen großen Zuwachs für Forschung und Lehre bedeutet".

Weitere Auskünfte erteilen Ihnen gern:
- Professor Dr. Erika Fischer-Lichte, Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität, Telefon: 030 / 838-50340
- Professor Dr. Gabriele Brandstetter, Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität, Telefon: 030 / 838-50336

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