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Heilungschancen bei Lungenkrebs verbessern

14.05.2002 - (idw) Deutsche Krebshilfe e. V.

Deutsche Krebshilfe unterstützt Therapie-Optimierung

Heidelberg (nh) - Lungenkrebs ist ein vermeidbares Leiden: Es ist erwiesen, dass 85 bis 90 Prozent der Bronchialkarzinome auf das Rauchen zurückzuführen sind. Die Therapie-Erfolge sind bei dieser Krebsform nach wie vor sehr schlecht. Daher ist Lungenkrebs noch immer der häufigste zum Tode führende Tumor des Menschen. Auffällig ist, dass dieselbe Chemotherapie bei verschiedenen Lungenkrebs-Patienten unterschiedlich gut wirkt. Oft sind die Tumorzellen sogar resistent gegenüber der Therapie, wobei die Ursachen dafür teilweise genetisch bedingt sind. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums und der Thoraxklinik Heidelberg wollen jetzt den Zusammenhang zwischen genetischen Faktoren und der individuellen Reaktion des Tumors auf die Chemotherapie entschlüsseln. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Projekt mit dem Ziel, in Zukunft für jeden Lungenkrebs-Patienten eine individuell abgestimmte Therapie einsetzen zu können, mit rund 296.000 Euro.

Jedes Jahr sterben in Deutschland 30.000 Männer und 10.000 Frauen an Lungenkrebs. Damit steht das Bronchialkarzinom an der Spitze der Krebs-Todesfälle. Während bei den Männern in den letzten Jahren die Lungenkrebsfälle leicht abgenommen haben, nehmen sie bei den Frauen deutlich zu. Die Ursache: Immer mehr Frauen rauchen. Die gesundheitsschädliche Wirkung des Tabaks ist seit langem erwiesen. Der Rauch von Zigaretten enthält mehr als 4.000 überwiegend giftige Chemikalien. Davon sind 40 nachgewiesenermaßen krebserregend. Die lange Latenzzeit zwischen Rauchbeginn und Auftreten der ersten Gesundheitsschäden täuscht viele Menschen über die Gefahren des Nikotinkonsums hinweg. Und diese haben tödliche Folgen: Schließt man die anderen Erkrankungen mit ein, die auf das Rauchen zurückzuführen sind, sterben jährlich 100.000 Menschen in Deutschland an den Folgen des Tabakkonsums - das sind 300 Personen pro Tag.

"Das Bronchialkarzinom hat eine besonders ungünstige Prognose", erläutert Professor Dr. Peter Drings von der Thoraxklinik Heidelberg. "Nur 12 bis 15 Prozent aller Patienten leben noch fünf Jahre nach der Diagnosestellung". Je früher Lungenkrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Aber gerade an der Früherkennung hapert es. Da dieser Tumor keine Frühsymptome zeigt, kommen die Patienten oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium zum Arzt.

Die bevorzugte Therapie bei fortgeschrittenem Lungenkrebs ist die chemotherapeutische Behandlung. Dabei werden so genannte Zytostatika verabreicht. Diese Zellgifte sollen das Tumor- und Metastasenwachstum rückgängig machen oder zumindest einschränken und dadurch die Überlebensrate des Patienten erhöhen. Leider ist diese Therapiemethode nicht immer erfolgreich. "Wir beobachten nicht selten, dass dieselbe chemotherapeutische Behandlung eines Tumortyps bei verschiedenen Patienten unterschiedlich effektiv wirkt", erklärt Professor Dr. Helmut Bartsch vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg. Genetische Faktoren können hierfür eine Ursache sein. Wenn bestimmte Gen-Veränderungen vorliegen, können zum Beispiel Medikamente verschieden schnell verstoffwechselt werden. Dadurch könnte die Wirksamkeit der Chemotherapie eingeschränkt werden, vermuten die Wissenschaftler.

"Um in Zukunft möglichst für jeden einzelnen Patienten eine optimal abgestimmte Tumorbehandlung entwickeln zu können, wollen wir heraus finden, welche genetischen Faktoren dazu führen, dass Tumorpatienten unterschiedlich auf die Chemotherapie ansprechen", erklärt Dr. Angela Risch vom Deutschen Krebsforschungszentrum das Ziel des Projektes. Die Ursache der unterschiedlichen Wirkung der Medikamente wird an über 600 Patienten untersucht.

"Das Problem Lungenkrebs kann aber nicht nur durch eine verbesserte Therapie gelöst werden. Noch wichtiger ist die Prävention: Nichtrauchen!", so Professor Drings. Eines der besten Mittel gegen den Krebs ist und bleibt die Vermeidung von Risikofaktoren.

Interviewpartner auf Anfrage!

Hinweis: Pressekonferenz zum "Welt-Nichtrauchertag 2002"

Montag, 27. Mai 2002, 10.00 Uhr, Sitzungssaal der Sportwissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig, Jahnallee 59, 04109 Leipzig
Zusagen unter: 02 28/7 29 90 - 275
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