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Psychoonkologie für Logopäden

05.10.2007 - (idw) Universität Leipzig

Für Logopäden, die Patienten während einer Krebstherapie behandeln, wird derzeit an der Universität Leipzig ein Fortbildungsprojekt in Psychoonkologie angeboten. Psychische Belastungen von Tumorpatienten

Patienten mit Tumorerkrankungen des Kopf-Hals-Bereiches leiden neben der operationsbedingten Einschränkung der Sprechfähigkeit vergleichsweise häufig unter psychischen Begleiterkrankungen. In Untersuchungen mit kehlkopfoperierten Patienten an der Abteilung Sozialmedizin wurde bei fast 20 Prozent der Befragten eine psychische Störung diagnostiziert. Jedoch erhält nur ein geringer Anteil der betroffenen Patienten eine angemessene psychosoziale Betreuung. So bekommt die logopädische Therapie teilweise den Charakter einer psychosomatischen Grundversorgung.

Integration psychosozialer Aspekte in die Therapie

Grundlegendes Ziel des Kurses ist es, die psychosoziale Kompetenz der Logopäden und Sprechwissenschaftler dahingehend zu stärken, den Patienten mit Karzinomen im Kopf-Hals-Bereich bei der Verarbeitung von Belastungssituationen Hilfe zu geben, ihnen die Anpassung an eine weitgehend veränderte Lebenssituation zu erleichtern, psychische Begleiterkrankungen zu erkennen und den Weg zur Weiterbehandlung durch psychoonkologische Fachkräfte zu ebnen.

Die Inhalte des psychosozialen Kursprogramms reichen von der Vermittlung medizinisch onkologischer Grundkenntnisse bis hin zu Einblicken in psychische Belastungen und Erkrankungen sowie deren Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten. Dabei werden die besonderen Aspekte der Krankheitsverarbeitung bei Tumorpatienten vertieft. Die Kursteilnehmer werden sich in Kleingruppen unter fachkundiger Supervision über die eigenen Erfahrungen im Umgang mit ihren Patienten austauschen können. Darüber hinaus sollen themenzentrierte Gesprächsführungskurse dazu beitragen, besser mit schwierigen Situationen im logopädischen Therapieverlauf umgehen zu können.

Es finden insgesamt acht zweitägige Fortbildungen in der Villa Tillmanns - dem Gästehaus des Akademischen Begegnungszentrums Leipzig e.V.-statt. Die gesamte Veranstaltung wird wissenschaftlich begleitetet und soll über den Vergleich mit einer zufällig ausgewählten Kontrollgruppe Aufschlüsse über die Kurswirkungen geben.

S.H.

weitere Informationen:

Prof. Dr. Reinhold Schwarz
Telefon: 0341 97-15407
E-Mail: liebb@medizin.uni-leipzig.de
www.uni-leipzig.de/~sasm

Dorit Wollbrück
E-Mail: Dorit.Wollbrück@medizin.uni-leipzig.de

Helge Danker
Telefon: 0341 - 9715458
E-Mail: Helge.Danker@medizin.uni-leipzig.de

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