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Klimaforschung auf der Zugspitze - LMU tritt Forschungsstation Schneefernerhaus bei

12.10.2007 - (idw) Ludwig-Maximilians-Universität München

Die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München wird ihre Forschungsarbeit auf der Zugspitze in Zukunft deutlich verstärken. Nachdem die LMU schon seit Jahren in der Umweltforschungsstation wissenschaftlich präsent ist, ist sie heute mit Wirkung zum 1. Januar 2008 auch formal dem Konsortium beigetreten und damit Dauernutzer von Deutschlands höchster Forschungsstation geworden. Sie erhält eigene Forschungsflächen in der Station und die Sicherheit, dort dauerhaft wissenschaftlich arbeiten zu können. Dem Konsortium gehören bislang - neben dem Freistaat Bayern - das Umweltbundesamt, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., das Forschungszentrum Karlsruhe GmbH, der Deutsche Wetterdienst und das GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit an. Neben der LMU tritt am Freitag auch die Technische Universität München dem Konsortium bei. Die Partner etablieren im Schneefernerhaus ein Kompetenzzentrum für Höhen- und Klimaforschung. Insbesondere wollen sie auf der Zugspitze innovative Technologien für Klima- und Atmosphärenbeobachtung voranbringen, Satellitendaten auswerten und auf dem Gebiet der Höhenmedizin forschen. Zudem sollen mithilfe der Station Naturgefahren frühzeitig erkannt werden können.

Bereits jetzt sind die Fakultäten für Medizin, Physik (Meteorologie) und Geowissenschaften (Geophysik) der LMU als externe Nutzer in der Umweltforschungsstation vertreten: Teams des Meteorologischen Instituts etwa messen mögliche klimabedingte Änderungen der UV-Strahlung und erforschen mithilfe von Fernerkundungsmethoden mikrophysikalische Wolkeneigenschaften. Die Arbeitsgruppe Höhenmedizin im Bereich Pneumologie der Medizinischen Klinik Innenstadt untersucht auf der Zugspitze Patienten mit metabolischem Syndrom, Lungen- und Herzerkrankungen sowie nächtlichen Atemregulationsstörungen. Rechtsmediziner befassen sich mit Ethanolmetabolismus und Atemalkoholmessung in Abhängigkeit vom Luftdruck. Und Wissenschaftler der Sektion Geophysik gehen unter anderem dem Effekt rauher Topographie auf die Ausbreitung seismischer Wellen nach. Vertreter der LMU im "Science Team" des Konsortiums - für den Bereich Umwelt- und Höhenmedizin - wird Professor Rudolf M. Huber von der Medizinischen Klinik Innenstadt sein.

Das Schneefernerhaus, am Südhang der Zugspitze gelegen, ist Eigentum der Bayerischen Zugspitzbahn Bergbahn AG. Seit 2004 wird sie von der Betriebsgesellschaft Umweltstation Schneefernerhaus GmbH gemietet, dessen 75-prozentiger Gesellschafter der Freistaat Bayern ist. Einst als Hotel genutzt, wurde es in den Neunziger Jahren in eine Forschungsstation umgewandelt. Es ist ganzjährig mit Seilbahnen und Zahnradbahn erreichbar und bietet Forschern Labore, Messterrassen, Büros und Übernachtungsmöglichkeiten. Einer Nutzungsvereinbarung zufolge erhält die LMU eigene Forschungsflächen samt vorhandener Technik und Ausstattung. Der Vertrag tritt am 1. Januar 2008 in Kraft und gilt zunächst bis Ende 2011.

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