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Zehn Jahre Simulationsmedizin in Würzburg

23.10.2007 - (idw) Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Für Flugzeugpiloten ist das Training alltäglicher oder kritischer Situationen in Simulatoren schon lange etabliert. In der Medizin dagegen hat diese Technik erst in den vergangenen Jahren einen bedeutenden Stellenwert erreicht - so auch in der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie der Uni Würzburg, die auf diesem Gebiet zu den Pionieren gehört. Mit einem Symposium feiert sie am Freitag, 26. Oktober, das zehnjährige Bestehen ihres Simulationszentrums. So genannte Full-Scale-Simulatoren, die einen Menschen in Lebensgröße mit fast all seinen Funktionen abbilden, wurden schon in den 1960er-Jahren entwickelt. Doch diese Geräte waren groß, kompliziert und setzten sich nicht durch. Erst dank leistungsfähigerer Computer und der zunehmenden Miniaturisierung stand Anfang der 90er-Jahre eine neue Generation von Simulatoren zur Verfügung, seinerzeit für einen noch recht kleinen Markt.

Der Direktor der Uniklinik für Anästhesiologie, Professor Norbert Roewer, bewies schon damals Weitblick: Bei seiner Berufung nach Würzburg im Jahr 1995 unterstützte er die Anschaffung der ersten Simulationseinheit. Die Klinik war 1997 damit die zweite deutsche Einrichtung, die über ein solches Gerät verfügte. Unter dem damaligen Oberarzt Herbert Kuhnigk wurde die Simulation zügig ausgebaut.

War sie anfangs noch in einem nicht mehr genutzten Operationssaal untergebracht, so stehen dem Würzburger Simulationszentrum seit dem Umzug in das Zentrum für Operative Medizin im Jahr 2004 eigens konzipierte Räumlichkeiten mit modernster Simulations- und Videotechnik zur Verfügung. Inzwischen haben dort zahlreiche Ärzte aus ganz Deutschland an Kursen in Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin teilgenommen. Seit der Änderung der Approbationsordnung halten die Anästhesiologen einen großen Teil des studentischen Unterrichts in Kleingruppen am Simulator ab. Auch in der Weiterbildung für Pflegekräfte setzen sie die Simulation regelmäßig ein.

Pünktlich zum zehnjährigen Jubiläum hat die Klinik weitere Simulatoren angeschafft. Ihr anästhesiologisches Simulationszentrum verfügt jetzt über mehrere Erwachsenensimulatoren sowie über einen Kinder- und einen Säuglingssimulator. "Damit kann die Ausbildung an künstlichen Patienten jeder Altersklasse durchgeführt werden", freut sich Oberarzt Mathias Kilian, der inzwischen die Leitung des Zentrums übernommen hat.

Zu dem internationalen Symposium erwartet die Klinik am 26. Oktober renommierte Referenten aus dem In-und Ausland, die in Vorträgen und Workshops den aktuellen Stand der Simulationsmedizin zeigen werden. Die Tagung findet im Hörsaal des Zentrums für Operative Medizin (ZOM) in der Oberdürrbacher Straße 6 statt. Weitere Informationen gibt es unter

http://www.anaesthesie.uni-wuerzburg.de/de/aktuelles/sains.html

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