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Denkpause für das Erfolgsmodell "Zielvereinbarung" in der externen Hochschulsteuerung

23.10.2007 - (idw) HoF Wittenberg - Institut für Hochschulforschung

Zehn Jahre nach den ersten Hochschulverträgen regt das Institut für Hochschulforschung in Wittenberg eine Denkpause für die Verhandlungen zwischen Staat und Hochschulen an. Der Forschungsbericht "Kooperation wagen" und eine aktualisierten Datenbank mit 320 Vertragsdokumenten aus allen Bundesländern dokumentieren die Entwicklung von Zielvereinbarungen, Hochschulverträgen und Hochschulpakten und geben Diskussionsanregungen. Das von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Projekt "Modernisierte Hochschulverwaltung" kommt zu dem Ergebnis, dass die Möglichkeiten des Kontraktmanagements zwischen Staat und Hochschulen häufig nicht optimal ausgenutzt werden. So führen fehlende Transparenz der Verfahren und Unklarheiten über die Möglichkeiten der Interessenvertretung bei den Verhandlungen zu Konflikten, die das jeweilige Ergebnis belasten. Auch die in vielen Landeshochschulgesetzen verankerte Möglichkeit der Zielvorgabe durch die Landesregierung und das in Deutschland vollständige Fehlen einer institutionell verankerten und unabhängigen Schlichtungsstelle für die Verhandlungen werden als Ausdruck eines noch immer präsenten Anweisungsdenkens interpretiert. Für die Studie wurden die Verhandlungsprozesse in allen Bundesländern dokumentiert und in zehn Bundesländern anhand der vorliegenden Dokumente und umfangreichen Befragungen der Verhandlungsakteure analysiert.
Angesichts der Tatsache, dass für zwei Drittel aller Hochschulen in Deutschland externe Zielvereinbarungen oder Verträge vorliegen, die mindestens bis Ende 2008 gelten, empfiehlt HoF Wittenberg eine konstruktive Denkpause, in der Wissenschaftsministerien und Hochschulen gemeinsam über die Weiterentwicklung der Verfahren und nicht sofort über Inhalte diskutieren sollten.
Mit der Veröffentlichung der ersten Ergebnisberichte tragen die Länder Berlin und Bremen zu einer wachsenden Transparenz der Verfahren bei. Hier können erstmals nicht nur die Ziele, sondern auch die in Bezug auf die Vereinbarungen erbrachten Leistungen der Hochschulen von der Öffentlichkeit zur Kenntnis genommen werden.
Auf der Webseite des Instituts für Hochschulforschung können sowohl diese Ergebnisberichte, als auch alle bisher veröffentlichten vertragsförmigen Vereinbarungen zwischen Landesregierungen und Hochschulen heruntergeladen werden. Insgesamt sind 320 Dokumente als allen 16 Bundesländern und den vergangenen zehn Jahren sowie der Hochschulpakt 2020 dokumentiert und abrufbar: http://www.hof.uni-halle.de/steuerung/vertrag2007.htm

Der Arbeitsbericht "Kooperation wagen - 10 Jahre Hochschulsteuerung durch vertragsförmige Vereinbarungen" (HoF-Arbeitsbericht 1/2007; 116 Seiten) steht als Download bereit und kann in gedruckter Fassung bestellt werden:

http://www.hof.uni-halle.de/cms/download.php?id=107
institut@hof.uni-halle.de
Telefon 03491 - 466 254

Für inhaltliche Fragen wenden Sie sich bitte an:

Karsten König
karsten.koenig@hof.uni-halle.de
03491-466211 (bzw. -254)

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