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"Verständlichkeit als Bürgerrecht?"

24.10.2007 - (idw) Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Gesetzestexte sind für Nicht-Juristen oft kaum zu verstehen. In einer Demokratie kann das zu einem gravierenden Problem werden. "Verständlichkeit als Bürgerrecht?" lautet denn auch der Titel einer öffentlichen Tagung, die die Gesellschaft für deutsche Sprache gemeinsam mit dem Germanistischen Institut der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) am 1. und 2. November 2007 in Halle veranstaltet. "Ohne Recht gibt es keine Demokratie. Und ohne Verständlichkeit des Rechts bekommt die Demokratie ein Akzeptanzproblem", sagt Professor Gerd Antos, Germanist an der MLU und Mitorganisator der Tagung. "Gerade in Regionen, wo die Demokratie noch Sympathien gewinnen muss, hängt viel davon ab, ob das Recht verstanden wird. Im Osten unseres Landes ist das Thema daher etwas brisanter als im Westen."

In der Schweiz werde jeder Gesetzestext auf Verständlichkeit geprüft, berichtet Antos. "Die Sprachprüfung ist dort institutionalisiert. Auch bei uns ist das Interesse inzwischen da, das zeigt das Pilotprojekt der Bundesregierung." Die Gesellschaft für deutsche Sprache führt gemeinsam mit dem Bundesministerium der Justiz das Projekt "Verständliche Gesetze" durch, das Gerd Antos wissenschaftlich begleitet.

Die Rechts- und Verwaltungssprache ist dementsprechend das Thema der halleschen Tagung Anfang November. Den Eröffnungsvortrag (1. November, 14 Uhr) hält Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn zum Verhältnis von Verständlichkeit und Politik. Weitere prominente Redner haben sich angesagt, u.a. Lutz Diwell, Staatssekretär im Bundesjustizministerium, Prof. Dr. Jutta Limbach, Präsidentin des Goethe-Instituts, und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Bundesjustizministerin a.D.

Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der Gesellschaft für deutsche Sprache referiert Prof. Dr. Albrecht Greule von der Universität Regensburg am 1. November um 19 Uhr zum Thema "Zwischen Sprachgesellschaft, Sprachverein und Sprachrat. 60 Jahre Gesellschaft für deutsche Sprache".

Die Tagung ist öffentlich und kostenfrei. Tagungsort sind die Franckeschen Stiftungen zu Halle, Franckeplatz 1, 06110 Halle (Saale).

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Prof. H.c. Gerd Antos
Tel.: 0345 55 23 600
E-Mail: gerd.antos@germanistik.uni-halle.de
Weitere Informationen: http://www.gfds.de/index.php?id=195 Das Tagungsprogramm im Internet
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