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Netzwerk zur Erhaltung der heimischen Pflanzenvielfalt

25.10.2007 - (idw) Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Eine gemeinsame Strategie zur Erhaltung der Pflanzenvielfalt in Deutschland wurde jetzt in Bonn diskutiert und weiterentwickelt. 50 Expertinnen und Experten aus Naturschutzbehörden, Verbänden und der Wissenschaft trafen sich unter Federführung der Botanischen Gärten der Universität Bonn im Rahmen des "Netzwerks Botanischer Naturschutz in Deutschland" im Vorfeld des 9. UN-Biodiversitätsgipfels. Die Tagung wurde vom Bundesamt für Naturschutz finanziert. Die "Globale Strategie zur Erhaltung der Pflanzen" (GSPC: Global Strategy for Plant Conservation) ist eine international verbindliche Vereinbarung im Rahmen der "Konvention über die Biologische Vielfalt" (CBD: Convention on Biological Diversity).

"Nach wie vor sind zahlreiche Arten von Wildpflanzen auch in Deutschland stark bedroht, beispielsweise der Lungen-Enzian und die Sibirische Schwertlilie", sagte Professor Wilhelm Barthlott, Direktor der Bonner Botanischen Gärten. "Die Globale Strategie zur Erhaltung der Pflanzen soll diesen Prozess endlich aufhalten."

Anlässlich des Expertentreffens liegt die Globale Strategie nun erstmalig in deutscher Sprache vor. Sie ist im Internet unter www.florenschutz.de verfügbar. Die Strategie besteht aus 16 konkreten Zielen. Bis zum Jahr 2010 sollen messbare Ergebnisse vorliegen. So sollen beispielsweise bis dahin 60 % der weltweit gefährdeten Pflanzenarten am Wildstandort geschützt sein und 50 % der für die Pflanzenvielfalt wichtigsten Gebiete unter Schutz stehen.

"Wir wollen ein europaweit gültiges Gütesiegel für Schutzgebiete etablieren", erläuterte Professor Wolfgang Schumacher, Professor für Geobotanik und Naturschutz an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Bonner Uni. "Damit sollen Gebiete ausgezeichnet werden, die für die Erhaltung der Pflanzenvielfalt besonders wichtig sind. Es geht nicht darum, eine neue Art von Schutzgebieten einzuführen."

Die Globale Strategie zur Erhaltung der Pflanzen wurde von allen Vertragsstaaten der Konvention über die Biologische Vielfalt einstimmig verabschiedet. Auch Deutschland hat sich damit verpflichtet, diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen. Auf dem UN-Biodiversitätsgipfel im Mai 2008 in Bonn, zu dem über 5000 Delegierte erwartet werden, wird diese Strategie ein wichtiges Thema sein.

Die 50 Expertinnen und Experten rufen in einem Abschlusskommunique alle interessierten Personen aus Wissenschaft, Verbänden und Behörden auf, ihren Beitrag zum Gelingen der großen Aufgabe zu leisten, die Vielfalt der Pflanzenwelt zu erhalten.

Ansprechpartner :
Marliese von den Driesch
Botanische Gärten der Universität Bonn
Meckenheimer Allee 171
53115 Bonn,
Tel. 0228-73 9055
E-Mail: info@florenschutz.de
Weblink: www.florenschutz.de

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Fortschritte bei der Erhaltung der heimischen Pflanzenvielfalt
Abschlusskommunique des Expertenworkshops zur Umsetzung der "Globalen Strategie zur Erhaltung der Pflanzenvielfalt"

Am 10. und 11. Oktober fand ein Treffen des "Netzwerks Botanischer Naturschutz in Deutschland" in den Botanischen Gärten Bonn statt. Es nahmen etwa 50 Personen teil, die beruflich oder ehrenamtlich mit dem Schutz und der Erhaltung von Pflanzen in Deutschland zu tun haben, darunter Vertreter von Naturschutzbehörden und -verbänden und aus der Wissenschaft. Bei dem Treffen sollte der Stand der Umsetzung der "Globalen Strategie zur Erhaltung der Pflanzen" (Global Strategy for Plant Conservation, GSPC) in Deutschland bilanziert sowie der weitere Handlungsbedarf und dessen Prioritäten diskutiert werden. Das Treffen wurde im Rahmen des BfN-Projektes zur Umsetzung der GSPC in Deutschland von den Botanischen Gärten der Universität Bonn organisiert und aus Mitteln des BMU finanziert.
Die "Globale Strategie zur Erhaltung der Pflanzen" ist eine international verbindliche Vereinbarung im Rahmen der "Konvention über die Biologische Vielfalt" (CBD, Rio-Konvention). Sie besteht aus 16 konkret formulierten Erhaltungszielen, die bis zum Jahr 2010 weltweit erreicht sein sollen. So sollen beispielsweise bis dahin 60 % der gefährdeten Pflanzenarten am Wildstandort geschützt sein und 50 % der für die Pflanzenvielfalt wichtigsten Gebiete unter Schutz stehen. Auf der 9. Vertragsstaatenkonferenz der CBD nächstes Jahr in Bonn (19. - 30.5.2008) wird der Stand der Umsetzung dieser Strategie ein wichtiges Thema sein.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer rufen dazu auf, die Vielfalt der Pflanzenwelt auf allen Ebenen zu erhalten. Dazu gehören alle Wild- und Nutzpflanzen, die gesamte Vielfalt der Pflanzenarten, die genetische Vielfalt innerhalb der Arten und auch die Vielfalt der Ökosysteme auf regionaler, nationaler, kontinentaler und weltweiter Ebene. Diese Forderung berücksichtigt die große Bedeutung der Pflanzen für den Naturhaushalt der Erde (unter anderem durch das Binden von CO2 im großen Stil), für die Ernährung (alles Leben auf der Welt beruht letztlich auf Pflanzen) und als landschaftsprägende Elemente, als Zierpflanzen, in der Bildungsarbeit und Freizeitgestaltung.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehen es als eine sehr wichtige Aufgabe an, das Bewusstsein für die Bedeutung der Pflanzen und den Schutz ihrer Vielfalt in der Bevölkerung zu vermehren, zu schärfen und zu erweitern.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fordern alle an der Erhaltung der Pflanzenvielfalt interessierten Personen, Behörden und Organisationen auf, die sich den genannten Zielen verbunden fühlen, ihren Beitrag zum Gelingen dieser gesellschaftlichen Aufgabe zu leisten.
Weitere Informationen: http://www.florenschutz.de
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