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Aus der Krise Stärke gewinnen

26.10.2007 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Ringvorlesung "Wendepunkte in viereinhalb Jahrhunderten Jenaer Universitätsgeschichte" startet am 1. November um 18.15 Uhr in den Rosensälen (Fürstengraben 27) Jena (26.10.07) Dass die Universität Jena im kommenden Jahr ihr 450-jähriges Bestehen feiern kann, verdankt sie einer Niederlage: Landesherr Johann Friedrich I. unterlag 1547 schmachvoll dem Heer Kaiser Karls V. Damit verlor der Anführer des zur Verteidigung des Protestantismus geschlossenen Schmalkaldischen Bundes nicht nur seine alte Residenz, sondern auch die Universität zu Wittenberg. Um trotzdem auch weiter protestantische Geistliche und Lehrer ausbilden zu können, wurde in Jena eine Universität gegründet, die am 2. Februar 1558 ihre reichsweite Annerkennung durch Kaiser Ferdinand I. feiern konnte.

"Nicht nur dieser ,Geburtsstunde' der Alma Mater Jenensis gingen zahlreiche politische, soziale und militärische Wirren voraus", sagt Prof. Dr. Helmut G. Walther von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. "Kritische Phasen, in denen die Weiterentwicklung der Universität, ja sogar ihre Existenz auf der Kippe standen, haben ihre lange Geschichte seither begleitet", so der Inhaber des Lehrstuhls für Mittelalterliche Geschichte weiter. Diese Krisen nicht nur zu meistern, sondern gestärkt aus ihnen hervorzugehen, das zeichne die Jenaer Universität bis heute aus.

Ihrer wechselvollen Geschichte widmet die Friedrich-Schiller-Universität im Jubiläumsjahr eine Ringvorlesung. Unter dem Titel "Wendepunkte in viereinhalb Jahrhunderten Jenaer Universitätsgeschichte" halten ab kommendem Donnerstag (1. November) namhafte Referenten im vierzehntägigen Rhythmus öffentliche Vorträge in den Rosensälen (Fürstengraben 27). Beginn ist jeweils 18.15 Uhr.

Zum Auftakt am 1. November spricht Prof. Dr. Volker Leppin über "Nutzen und Nachteil der Profilierung einer Universität. Jena im 16. und 17. Jahrhundert". Der Kirchenhistoriker geht in seinem Vortrag der Entwicklung der Universität zu einem der führenden Zentren der Reformation nach und beleuchtet dabei die Rolle, die innerlutheranische Streitigkeiten im ersten Jahrhundert der Universität spielten. Wie die Jenaer Universität in der Zeit des Großen Universitätssterbens an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert ihr Überleben sicherte und welche Rolle Goethe als Universitätsgestalter dabei spielte, ist Thema des zweiten Vortrags am 15. November.

Anschließend stehen die Etablierung der angewandten Naturwissenschaften durch Ernst Abbe in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und der "Streit der Fakultäten" nach 1900 auf dem Programm. "Aber auch die Zeit des Nationalsozialismus, in der die Friedrich-Schiller-Universität ihren Namen bekam, oder die Zeit der DDR, in der die Universität drei Hochschulreformen überstand, werden thematisiert", kündigt Prof. Walther an, der die Ringvorlesung konzipiert hat. Zum Abschluss der Ringvorlesung berichten die damaligen Prorektoren Prof. Dr. Gottfried Meinhold und Prof. Dr. Gerd Wechsung über die Universität während des politischen Umbruchs 1989/90.

Das vollständige Programm der Ringvorlesung sowie aller weiteren Jubiläumsveranstaltungen der Universität Jena sind zu finden unter: http://www.450.uni-jena.de.

Kontakt:
Prof. Dr. Helmut G. Walther
Historisches Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Fürstengraben 13, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 944410
E-Mail: helmut.walther[at]uni-jena.de
Weitere Informationen: http://www.450.uni-jena.de http://www.uni-jena.de
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