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Einer der führenden Katalyseforscher hält Bayreuther Otto Warburg-Chemie-Vorlesung 2007

29.10.2007 - (idw) Universität Bayreuth

Einer der führenden europäischen Katalyseforscher, Prof. Dr. Robert Schlögl, ist der diesjährige Referent der von der Bayreuther Otto Warburg-Chemie-Stiftung ausgelobten und mit einem Preisgeld ausgestatteten Otto Warburg-Chemie-Vorlesung. Prof. Schlögl ist ein Schüler und Kollege des diesjährigen Nobelpreisträgers für Chemie, Prof. Gerhard Ertl, und forscht am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin. Die Auszeichnung wird für seine international herausragenden Beiträge zur Aufklärung der strukturellen Dynamik und Funktionsweise heterogener Katalysatoren auf Basis anorganischer Festkörper verliehen. Bayreuth (UBT). Einer der führenden europäischen Katalyseforscher, der am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) in Berlin forschende Prof. Dr. Robert Schlögl, ist der diesjährige Referent der von der Bayreuther Otto Warburg-Chemie-Stiftung ausgelobten und mit einem Preisgeld ausgestatteten Otto Warburg-Chemie-Vorlesung. Die Auszeichnung wird für seine international herausragenden Beiträge zur Aufklärung der strukturellen Dynamik und Funktionsweise heterogener Katalysatoren auf Basis anorganischer Festkörper verliehen. Sein Vortrag am Donnerstag, 15. November (18 Uhr s.t., Hörsaal H 14, Gebäude NW I) trägt den Titel "Heterogen-katalytische Oxidationsprozesse: Was wissen wir heute über ihre Selektivität?"
Prof. Schlögl (Jahrgang 1954) ist Direktor am Fritz-Haber-Institut der MPG und leitet dort die Abteilung für Anorganische Chemie. Die Arbeiten Prof. Schlögls zielen auf die Erforschung der Dynamik und Reaktivität von Festkörper-Oberflächen ab, wobei es ihm ein besonderes Anliegen ist, nicht nur Modellsysteme zu untersuchen, sondern er erhebt vielmehr den Anspruch, reale industrielle Katalysatoren verstehen zu wollen.
Etwa 30 Prozent unseres Bruttosozialproduktes werden durch Produkte und Prozesse der Katalyse erwirtschaftet. Nun sind aber Katalysatoren höchst komplexe Materialien, deren Funktionsweise sich nicht so ohne weiteres erschließen lässt und die deshalb nur schwierig gezielt zu optimieren sind. Es ist daher essentiell, Katalysatoren sozusagen bei der Arbeit zu beobachten.
Prof. Schlögl, ein Grenzgänger zwischen Festkörperchemie, Kristallographie und Festkörperphysik, ist ein international anerkannter Meister der Kombination verschiedener, aufwändiger cutting edge in-situ-(Oberflächen-)Analysenverfahren, die es ihm dann in der Zusammenschau erlauben, die bei der Katalyse ablaufenden Vorgänge in ihrer ganzen Komplexität zu erfassen. Auf den so gewonnenen Erkenntnissen gelang es ihm dann bereits in mehreren Fällen, verbesserte Katalysatoren zu entwickeln. Stofflich richtet Prof. Schlögl den Fokus auf auf polykristalline Oxide des Kupfers, des Molybdäns und des Vanadiums, aber auch die Kohlenstoff-Allotrope und Münzmetalle werden untersucht. Bei den Reaktionstypen konzentriert er sich auf selektive Oxidationen.
Schlögl schloss sich 1986 der Arbeitsgruppe des diesjährigen Nobelpreisträgers für Chemie, Prof. G. Ertl, am Fritz-Haber-Institut in Berlin an, wo er dann bereits 1989 auch seine Habilitation abschloss. Von 1989 bis 1994 hatte er einen Lehrstuhl an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt inne, bevor er dann als Direktor an das Fritz-Haber-Institut nach Berlin zurückkehrte. Er war von 2003-2006 Vorsitzender der Chemisch-Physikalisch-Technischen Sektion des Wissenschaftlichen Rats der Max-Planck-Gesellschaft und ist gegenwärtig Vorsitzender des Panel PE4 (Material and Chemical Sciences) des European Research Council (ERC). Er wurde mit dem Otto-Bayer-Preis und dem Schunk-Preis für innovative Materialien ausgezeichnet und ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Die Katalyse hat in den letzten Jahrzehnten eine rasante Wandlung durchgemacht - weg von einer rein empirischen Wissenschaft, in der die für eine Reaktion am besten geeigneten Katalysatoren durch reines "Ausprobieren" gesucht wurden - hin zu einer zunehmend exakten Wissenschaft. Prof. Schlögl hat mit mehr als 600 Veröffentlichungen an entscheidender Stelle zu dieser Entwicklung in einer Schlüsseltechnologie beigetragen, deren wirtschaftliche Bedeutung in Zeiten sich verknappender Ressourcen weiter zunehmen wird.

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