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Die banale Differenz: Das Spiel mit Unterschieden und die Standards der Anpassung

01.11.2007 - (idw) Fachhochschule Potsdam

Civitas-Vortrag von Professor Dr. Hermann Voesgen am 5. November im "Schaufenster" der Fachhochschule Potsdam Am 5. November 2007 um 18.00 Uhr wird die Vortragsreihe "Civitas" an der Fachhochschule Potsdam mit dem Vortrag von Prof. Dr. Hermann Voesgen zum Thema "Die banale Differenz: Das Spiel mit Unterschieden und die Standards der Anpassung - Beispiele aus der Hochschule und dem Kulturbetrieb" fortgesetzt.

In seinem Vortrag stellt der Sozialwissenschaftler Voesgen den Konsens über das "Lob der Differenz" in Frage und setzt sich kritisch mit der Übernahme von Marketingkategorien in Politik, Kultur und Wissenschaft auseinander.
Es sei zwar normal geworden, Differenz zu propagieren und zu praktizieren, ob die in der Welt des Konsums unabdingbare Anforderung "to make a difference" aber auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen zielführend und von Belang sei, bezweifelt Hermann Voesgen. Er verweist darauf, dass die Versuche von Städten, die in Leitbildern ihre Einmaligkeit, im Unterschied zu anderen Städten, positionieren, meistens in einer beliebigen Variation immer gleicher Stichwörter enden.

Auch die Kunst ist nach Ansicht von Hermann Voesgen zu einer "Differenzmaschine" geworden, deren Anspruch, Normen, Konventionen in Frage zu stellen und eingefahrene Sichtweisen zu irritieren, zu einem Ritual verkommt, das in den Eröffnungsreden gebetsmühlenartig wiederholt wird.
Das Dilemma besteht nach Einschätzung von Hermann Voesgen darin, dass Abweichungen vom Durchschnitt nicht nur von Künstlern, sondern von allen, die in die Jobs der "creative industries" drängen, erwartet werden, dass die Akteure aber ökonomisch mit den Innovationen und Provokationen umgehen müssen, da sie den Gesetzen der Mode unterliegen. Die entscheidende Frage lautet dabei, ob sich aus dem Wust banaler Differenzen Unterschiede von Belang herausfinden lassen.

Prof. Dr. Hermann Voesgen arbeitete nach dem Abschluss als Dipl. Sozialwissenschaftler in mehreren Forschungsprojekten an der Universität Oldenburg. Schwerpunkte der Arbeiten waren Fragen der Stadtentwicklung und die Untersuchung neuer Wohnformen. 1986 promovierte er mit einer Arbeit über die Geschichte der Bedürfnistheorien (Bedürfnis und Widerspruch). Zwischen 1989 und 1993 leitete Hermann Voesgen ein Modellprojekt des Bundesministeriums für Bildung und Wissenschaft. Mit dem Vorhaben sollten neue Wege in der ländlichen Kulturarbeit entwickelt und erprobt werden.
Von 1993 bis 1995 arbeitete Hermann Voesgen als freiberuflicher Kulturberater und wurde im WS 1995/96 zum Professor für Kultur und Projektarbeit im Studiengang KulturArbeit der Fachhochschule Potsdam berufen. Seit 1999 ist er Leiter des Studiengangs und Prodekan im Fachbereich Architektur und Städtebau. Im Studiengang ist Prof. Dr. Voesgen verantwortlich für Theorie und Praxis der Projektarbeit. Er hat in den letzten Jahren zahlreiche Kulturprojekte in Berlin und Brandenburg initiiert. In seinen Forschungsarbeiten beschäftigt er sich mit dem Problem der Kontinuität der Projektarbeit. Ein weiterer Schwerpunkt sind die Arbeitsbedingungen in der "freien" Kulturszene. Seit sechs Jahren ist Voesgen im Vorstand von ENCATC (European Network of Cultural Administration Training Centres, Sitz in Brüssel) und seit 2005 dessen Präsident.

Die Fachhochschule Potsdam setzt im Wintersemester 2007/08 ihre erfolgreiche interdisziplinäre Vortragsreihe "Civitas" fort. Die nunmehr achte Staffel widmet sich dem Thema "Das Andere - Das Fremde".


Die FH Potsdam lädt alle Potsdamerinnen und Potsdamer, Berlinerinnen und Berliner, alle Studierenden und Lehrenden und alle sonstigen Interessierten herzlich zu einem spannenden Vortrag am 5. November 2007, um 18 Uhr ins Schaufenster der FH Potsdam am Alten Markt, Friedrich-Ebert-Straße 6, 14467 Potsdam, ein. Für das Wohlbefinden der Gäste sorgt ein kleiner Imbiss vor der Veranstaltung. Im Anschluss an die Vorträge besteht die Möglichkeit zur Diskussion und zum Austausch bei einem Glas Wein.
Weitere Informationen: http://www.fh-potsdam.de/3078.html
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