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Die Heilungsprozesse der Nerven im Blick

08.11.2007 - (idw) Universitätsklinikum Heidelberg

Professor Dr. Martin Bendszus ist neuer Ärztlicher Direktor der Abteilung Neuroradiologie in der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg Seit dem 1. November 2007 hat die Abteilung Neuroradiologie der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg einen neuen Leiter: Professor Dr. Martin Bendszus tritt die Nachfolge von Professor Dr. Klaus Sartor an, der 18 Jahre lang die Neuroradiologie in Heidelberg maßgeblich prägte.

Mit dem mehrfach ausgezeichneten Wissenschaftler halten neue Forschungsschwerpunkte und innovative Bildgebungsverfahren für Nervengewebe Einzug in die Heidelberger Neuroradiologie: "Heidelberg bietet optimale Voraussetzungen für erfolgreiche Forschung", so Professor Bendszus. "Zum einen ist das wissenschaftliche Umfeld in Heidelberg hervorragend, zum anderen verfügt das Universitätsklinikum Heidelberg über die deutschlandweit größte Abteilung für Neuroradiologie mit den entsprechenden Möglichkeiten."

Neue Maßstäbe in der Darstellung von Nervengewebe

Der 1968 in Tübingen geborene Mediziner absolvierte seine klinisch-wissenschaftliche Ausbildung in Bonn und wechselte als Assistenzarzt an das Klinikum der Bayerischen Julius-Maximilians-Universität in Würzburg. Dort erhielt er im Alter von 35 Jahren eine Stiftungsprofessur der Schering GmbH Berlin für "Neuroimaging" - die Darstellung des Nervensystems mittels Magnetresonanztomographie.

Auf diesem Gebiet setzte er neue Maßstäbe: So entwickelte er international beachtete Verfahren, um Schäden im Nervengewebe mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) detailgenau darzustellen - ein wichtiges neues Werkzeug für präzise Diagnosen. Zudem gelang es ihm erstmals, Reparaturprozesse an verletzten Nerven auf zellulärer und molekularer Ebene im lebenden Organismus sichtbar zu machen und genauer zu untersuchen.

Dazu markierte er Zellen, die im verletzten Gewebe die Heilung einleiten, oder Bestandteile von Nervenzellen mit speziellen Kontrastmitteln: die Heilungsvorgänge wurden im MRT sichtbar. "An diesen neuen Methoden besteht ein großes Interesse, weil sie unser Verständnis für die Regenerationsfähigkeit von Nervengewebe vertiefen und auf diese Weise den Boden für effiziente Therapien bereiten", erklärt Professor Bendszus.

Höchste Auszeichnungen der medizinischen Fachgesellschaften

Für seine herausragende Forschung erhielt Professor Bendszus die höchsten Auszeichnungen der wissenschaftlichen Fachgesellschaften, darunter den Kurt Decker- sowie den Innovationspreis Interventionelle Neuroradiologie der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie, den Herrmann Holthusen-Ring der Deutschen Röntgengesellschaft, den Lucien Appel-Preis der Europäischen Gesellschaft für Neuroradiologie, sowie den Coolidge Award, den Innovationspreis für Radiologische Diagnostik. Seit 2006 ist er Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie; er betätigt sich als Gutachter für mehrere renommierte Fachzeitschriften und die Deutsche Forschungsgemeinschaft.

Als neues Verfahren: MRT bei Nervenschäden

Bewährte Behandlungskonzepte möchte Prof. Bendszus ausbauen, neue Konzepte einbringen: "Besonders die interventionelle Neuroradiologie, bei der Gefäßschäden im Bereich des Kopfes über die Blutgefäße behandelt werden, ist hier in Heidelberg sehr gut etabliert", so der Neuroradiologe. Bei diesem Verfahren werden Gefäßstützen und Klammern unter gleichzeitiger Röntgenkontrolle mit Sonden in die geschädigten Blutgefäße geschoben, eine Operation ist nicht notwendig.

Als neues Verfahren wird die Magnetresonanztomographie von peripheren Nerven in Heidelberg eingeführt. In diesem Untersuchungsverfahren, welches bei Nervenerkrankungen außerhalb des Gehirns wie z.B. Druckschäden, Nervenverletzungen oder Tumoren zur Anwendung kommt ist Professor Bendszus ein international ausgewiesener Fachmann.

"Der Start hier in Heidelberg hat problemlos geklappt, besonders die kollegiale Stimmung ist mir sehr positiv aufgefallen", so Professor Bendszus. Er gehe daher davon aus, dass er mit seinem neuen Team bereits in kurzer Zeit mit den neuen Projekten und ersten klinischen Studien beginnen kann.

Kontakt:
Prof. Dr. Martin Bendszus
Tel.: 06221 / 56 7566

E-Mail: martin_bendszus@med.uni-heidelberg.de

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: annette.tuffs(at)med.uni-heidelberg.de

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse

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