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Ein großes Zentrum für den Süden Deutschlands

25.03.2003 - (idw) Universitätsklinikum Heidelberg

500. Lebertransplantation und erste Leberlebendspende am Universitätsklinikum Heidelberg / Zahl der Transplantationen in den letzten zwei Jahren verdoppelt


Bei der Leberlebendspende wird ein Leberlappen entfernt und transplantiert / Foto: Chirurgisches Universitätsklinikum Heidelberg
Prof. Dr. Markus W. Büchler, Ärztlicher Direktor der Abteilung Allgemeine, Viszerale, Unfallchirurgie und Poliklinik der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg, Leiter des Transplantationszentrums Heidelberg Am Transplantationszentrum Heidelberg ist die 500. Lebertransplantation durchgeführt worden. Im September 2002 fand die erste Leberlebendspende statt. Damit wurde dieser Eingriff erstmals in Baden-Württemberg vorgenommen. Ein dreißigjähriger Sohn hat seinem Vater, der an einem auf die Leber beschränkten bösartigen Tumor litt, einen Teil seiner Leber gespendet. Eine zweite Leberlebendspende fand einige Wochen später statt; weitere sind in Vorbereitung.

"Die Lebendspende kann eine Alternative sein, wenn ein Angehöriger sich bereit erklärt und medizinisch geeignet ist, einen Teil seiner Leber entfernen zu lassen", sagte Prof. Dr. Markus W. Büchler, Ärztlicher Direktor und Leiter des Transplantationszentrums an der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg heute bei einer Pressekonferenz in Heidelberg. Nach wie vor müssen Patienten im Durchschnitt 300 Tage auf die Spenderleber eines Verstorbenen warten; etwa ein Drittel überlebt die Wartezeit nicht. Allerdings müssen vor einer Lebendspende medizinische Risiken für den gesunden Spender weitgehend ausgeschlossen werden. Außerdem stellen Psychologen des Klinikums und eine unabhängige Kommission der Landesärztekammer die Freiwilligkeit der Entscheidung des Spenders fest und schließen jegliche kommerziellen Aspekte aus.

Voraussetzung für ein erfolgreiches Lebendspendeprogramm ist ein umfangreiches Lebertransplantationsprogramm mit Organen verstorbener Spender hat. Seit 1987 sind in Heidelberg mittlerweile mehr als 500 Lebertransplantationen vorgenommen worden. In den vergangenen beiden Jahr konnte die Zahl der Lebertransplantationen verdoppelt werden. So wurden im Jahr 2002 insgesamt 39 Lebertransplantationen durchgeführt werden, im Vergleich zu 18 im Jahr 2001. Auch die Zahl der Patienten, die im Transplantationszentrum Heidelberg für eine Lebertransplantation angemeldet sind, konnte auf 90 gesteigert werden. In diesem Jahr wurden in Heidelberg bereits 16 Lebertransplantationen vorgenommen.

Wissenschaftliches Umfeld in Heidelberg fördert Innovationen

"Die Patienten im Süden Deutschlands sollten die Möglichkeit haben, sich heimatnah an einem großen Zentrum mit umfangreichen Erfahrungen transplantieren zu lassen", sagte Prof Büchler und weist darauf hin, dass die größten Lebertransplantationszentren Deutschlands in Hannover, Berlin, Hamburg und Essen sind.

Der Standort Heidelberg sei auch wegen seines wissenschaftlichen Umfeldes für die Lebertransplantation, aber auch die Transplantation von Niere, Herz, Lunge und Pankreas, besonders geeignet. Das wissenschaftliche Umfeld in Heidelberg bietet beste Voraussetzungen für wegweisende Entwicklungen in der Transplantationsmedizin. So beschäftigt der Sonderforschungsbereich "Immuntoleranz und ihre Störungen" der Deutschen Forschungsgemeinschaft in mehreren Projekten mit der Abstoßung fremder Organe und der Vermeidung. Am Universitätsklinikum Heidelberg wird seit über 20 Jahren die größten internationalen Studie zur Transplantation durchgeführt, mit deren Hilfe bereits wichtige Behandlungsstrategien erarbeitet werden konnten.

Prof. Büchler wies zudem auf eine erfolgreiche Kooperation mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum hin. Durch die enge Zusammenarbeit des Transplantationszentrums Heidelberg mit der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Hans-Peter Meinzer konnte u.a. mehr Sicherheit in die Lebendspende gebracht werden. Dreidimensionale Darstellungen der Blutgefässe und Gallengänge in der Leber erlauben eine genaue Planung der Schnittführung bzw. einen Ausschluss von ungeeigneten Lebendspendern.

Die Perspektive für Heidelberg, so erklärte Prof. Büchler, liege daher für die kommenden fünf Jahren im Aufbau eines überregionalen Transplantationszentrums Süd, das alle klinisch und wissenschaftlich tätigen Gruppen der Universität Heidelberg integriert.

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