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RUB-Studie: Ob Rinder und Bauern sich gegenseitig anstecken - Landwirte aus NRW für Teilnahme gesucht

13.11.2007 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Nr. 333

RUB-Mediziner untersuchen Zoonosen durch Chlamydien

Was bei Rindern unter anderem für Euter-Entzündungen und zu früh geborene Kälber sorgt, steht im Verdacht, bei den Landwirten mitverantwortlich zu sein für eine Häufung chronischer Atemwegserkrankungen: Chlamydien, eine Bakterienart, die unterschiedlichste Zellen befallen kann und zum Beispiel die auf den Menschen übertragbare Papageienkrankheit auslöst. Ob sich Bauern und Rinder gegenseitig mit Chlamydien anstecken können, untersuchen Mediziner der Ruhr-Universität Bochum um Prof. Dr. Gernot Rohde und PD Dr. Dirk Theegarten in einer Studie in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert wird. Für die Studie suchen sie noch Teilnehmer: Landwirte in NRW, die sich und ihre Milchkühe kostenlos auf Chlamydien untersuchen lassen möchten, können sich ab sofort bei Michael Altrogge, Tierarzt der Ruhr-Universität Bochum, melden:
E-Mail: chlamydienprojekt@web.de, Tel. 01577-2081333. Entscheidender Wirtschaftsfaktor für Landwirte

Chlamydien verursachen bei Rindern nicht nur akute Infektionen etwa der Augen, der Gelenke und des Euters, sondern können auch ohne klinische Symptome ihr Unwesen treiben. So beeinträchtigt eine latente Euterentzündung zum Beispiel die Qualität der Milch - ein entscheidender Wirtschaftsfaktor für Landwirte. Auch ein vermindertes Wachstum bei Kälbern und Unfruchtbarkeit bei Kühen kann auf Chlamydieninfektionen zurückgehen.

Lungenbläschen werden zerstört: Häufige Todesursache

Auch beim Menschen können Chlamydien unter anderem für Augeninfektionen und Fehlgeburten verantwortlich sein. Außerdem stehen sie in Verdacht, ein entscheidender Faktor bei der Entwicklung der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (chronic obstructive pulmonary disease ,COPD) zu sein. COPD gehört zu den häufigsten Todesursachen in Industrienationen. Die Wirkung von Schadstoffen, etwa aus Zigarettenrauch oder Umweltgiften, führt dabei gepaart mit bakteriellen Infektionen zu chronischen Entzündungsprozessen, die auf Dauer die Lungenbläschen zerstören.

Der Tierarzt kommt vorbei

In der jetzt startenden Studie wollen die Forscher herausfinden, ob sich Rinder und Menschen gegenseitig mit Chlamydien infizieren können, es sich also um eine so genannte Zoonose handelt. Teilnehmende Landwirte bekommen zweimal Besuch von Tierarzt Michael Altrogge, der verschiedene Proben von ihren Milchkühen nimmt (Blut, Milch, Kot, Nasen- und Augenabstrich). Die Landwirte und andere Personen, die im Betrieb engen Kontakt mit den Tieren haben, werden einmalig im RUB-Klinikum Bergmannsheil in Bochum auf Chlamydien untersucht. Die Untersuchung dauert etwa eine Stunde. Den Landwirten entstehen keinerlei Kosten.

Weitere Informationen

Michael Altrogge, Medizinische Fakultät der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-28807 bzw. 0234/302-6752 (nachmittags), E-Mail: chlamydienprojekt@web.de

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