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Heidelberger Akademie der Wissenschaften: "Nur Clash?"

14.05.2002 - (idw) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

"Anmerkungen der Wissenschaft zur Begegnung von Kulturen" - Akademie will primär die kulturellen Aspekte der verschiedenen Kulturen sowie ihre Wechselwirkungen und Gegensätze herausarbeiten

Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften präsentiert in den kommenden Wochen eine Vortragsreihe mit dem Themenschwerpunkt "Nur Clash? Anmerkungen der Wissenschaft zur Begegnung von Kulturen". In vier Vorträgen will die Akademie primär die kulturellen Aspekte der verschiedenen Kulturen sowie ihre Wechselwirkungen und Gegensätze herausarbeiten. Die Reihe beginnt am 17. Mai und endet am 13. Juli.

Die Formel vom "clash of civilizations", vom Zusammenstoß der Kulturen, der das 21. Jahrhundert bestimmen werde, mit der der amerikanische Politikwissenschaftler Samuel Huntington vor zehn Jahren Furore machte, beherrscht seit dem 11. September von neuem die Debatten. Das ist nicht erstaunlich. Wird im terroristischen Angriff islamischer Gruppen auf Zentren der amerikanisch dominierten Hegemonialzivilisation nicht tatsächlich ein "Zusammenprall von Kulturen" im Sinne Huntingtons sichtbar? Die Wohlmeinenden weisen solche Gedanken zurück, aber viele Menschen haben das Gefühl, dass etwas daran sei.

Wie man auch darüber denkt, unbezweifelbar ist, dass wir die Frage, wie die Kulturen der Welt, die einander immer näher rücken, miteinander leben können, viel ernsthafter stellen müssen, als wir es in der Vergangenheit getan haben. Denn wenn sie das Miteinander-Leben nicht lernen, kann das katastrophale Folgen haben.

Die Kulturwissenschaften können einiges dazu beitragen, dass wir die Herausforderungen, auf die Huntingtons Formel verweist, besser verstehen und dann auch besser mit ihnen umzugehen im Stande sind. Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften hat sich deshalb entschlossen, in einer öffentlichen Vortragsreihe das Thema "Begegnung der Kulturen" aufzunehmen. Sie löst sich dabei ganz bewusst aus der Fixierung auf die Gegenwart, auch aus der Fixierung auf den Islam. Sie geht die Thematik des spannungsreichen Umgangs von Kulturen miteinander historisch weit ausgreifend an. Dabei spiegelt sich in der Konzeption der Vorlesungsreihe wider, dass die Akademie der Wissenschaften in Deutschland der einzige Ort sind, an dem noch ein stetiges Gespräch zwischen den Wissenschaften geführt wird.

Der Freiburger Althistoriker Hans-Joachim Gehrke wird eingangs über den Ost-West-Gegensatz als eine Denkfigur sprechen, die in der europäischen Vorstellungswelt über mehr als zwei Jahrtausende hinweg eine bestimmende Rolle gespielt hat (17. Mai, 18.15 Uhr). Der Freiburger Neuzeithistoriker Wolfgang Reinhard wird sich sodann mit der Geschichte des europäischen Kolonialismus als einer Geschichte von Zusammenstößen von Kulturen beschäftigen (14. Juni, 18.15 Uhr).

Die Bamberger Islamwissenschaftlerin Rotraud Wielandt wird der Frage nachgehen, wie der Islam und der Westen sich wahrnehmen und warum sie sich so wahrnehmen, wie sie sich wahrnehmen (25. Juni, 18.15 Uhr). Der Tübinger Philosoph Otfried Hoffe schließlich wird erörtern, ob und wie in einer Welt unterschiedlicher Kulturen eine gemeinsame Weltrechtsordnung möglich ist (13. Juli, 18.15 Uhr). Alle Vortragenden sind Mitglieder der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.

Rückfragen bitte an:
Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Tel. 06221 543265, Fax 543355
marion.freerk@urz.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
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