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DGPPN-Preis für Philosophie in der Psychiatrie zum Thema "Psychisches Trauma" verliehen

22.11.2007 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)

Presse-Information zum DGPPN-Kongress 2007 / 21. - 24. November 2007

DGPPN-Preis für Philosophie in der Psychiatrie zum Thema "Psychisches Trauma" verliehen

Interdisziplinäre Zusammenarbeit von Soziologie und Psychotherapie ausgezeichnet

Zum dritten Mal vergab die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) am heutigen Mittwoch, den 21. November 2007, in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Philosophie und Wissenschaften der Psyche und dem Unternehmen Janssen-Cilag den Preis für Philosophie in der Psychiatrie. Ausgezeichnet wurde die gemeinsame Arbeit von Prof. Dr. Kurt Lüscher, Konstanz, und Prof. Dr. Gereon Heuft, Münster, zum Thema "Ambivalenz - Belastung - Trauma". Mit dem 3.000 Euro dotierten Preis werden hervorragende wissenschaftliche Arbeiten im Grenzgebiet zwischen Psychiatrie und Philosophie ausgezeichnet. In diesem Jahr konnten Arbeiten eingereicht werden, die sich mit dem Themenkomplex "Psychisches Trauma" im Kontext von geisteswissenschaftlicher und empirischer Forschung auseinandersetzen und einen Bezug zur Psychiatrie, Psychopathologie oder Psychotherapie aufweisen. In ihrem Beitrag entwickeln der emeritierte Konstanzer Lehrstuhlinhaber für Soziologie, Kurt Lüscher, und der Direktor der Münsteraner Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie, Gereon Heuft, ein Verständnis der posttraumatischen Belastungsstörung als Ausdruck der Desintegration intrapsychischer Verarbeitungskapazitäten angesichts schwerster Belastungen. Dem Problem, dass dem Individuum weitaus mehr psychische Reaktionen zukommen als die Ausbildung einer posttraumatischen Belastungsstörung, begegnen die Wissenschaftler mit einem Rekurs auf das Konzept der Ambivalenz. Sie erarbeiten eine differenzierte operationale Definition dieses Konzeptes und zeigen anhand klinischer Beispiele, dass dieses als Leitbegriff eines psychodynamischen Verständnisses fungieren kann.

Dr. Martin Heinze, Leiter des DGPPN-Referats "Philosophische Grundlagen der Psychiatrie und Psychotherapie", betonte in seiner Laudatio: "Insgesamt überzeugt der Beitrag durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Soziologie und Psychotherapie, wobei ein Erkenntnisgewinn für beide Seiten entsteht." Dies insbesondere solle mit dem diesjährigen Preis ausgezeichnet werden. Die Arbeit der Preisträger ist im Jahre 2006 in der Zeitschrift "Psyche" (Verlag Klett-Cotta) erschienen.

Kontakt:
PD Dr. Martin Heinze
Klinikum Bremen Ost
Züricher Str. 40
28325 Bremen
Tel.: 0421.4081363; Fax: 0421.4082253
E-mail: martin.heinze@klinikum-bremen-ost.de

Download-Service zum DGPPN-Kongress für die Presse: http://www.dgppn.de/de_2007_144.html
Weitere Informationen: http://www.dgppn.de
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