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Stuttgarter Sportwissenschaftler legen Studie zu E-Sport vor - Computerspieler widerlegen Klischees

28.11.2007 - (idw) Universität Stuttgart

E-Sportler sind jung, männlich und haben höchstens einen Hauptschulabschluss - so lautet, überspitzt formuliert, das Klischee von Menschen, die Computerspielen zum Sport gemacht haben. PD Dr. Ralf Brand und Dr. Christian Stahl vom Institut für Sportwissenschaft der Universität Stuttgart schauten genauer hin - und förderten Überraschendes zutage. So sind Gymnasiasten im Vergleich zur Bundesbevölkerung unter den E-Sportlern deutlich überrepräsentiert. Zudem ergaben sich große regionale Differenzen. Im Sommer dieses Jahres führten die Wissenschaftler eine umfassende quantitativ-empirische Untersuchung zum Phänomen E-Sport durch. Ziel war es, die Sozialfigur des E-Sportlers zu ergründen und die Ergebnisse mit dem Stereotyp eines E-Sportlers zu vergleichen, der durch die Berichterstattung in den Massenmedien erzeugt wird. Zudem sollte die Einstellungen der E-Sportler zu ihrem Hobby erfasst werden. Mit Blick auf das Geschlecht, das Alter oder den Berufsstatus der Spieler bestätigt die jetzt abgeschlossene Auswertung zunächst Ergebnisse älterer Untersuchungen. So sind E-Sportler fast ausschließlich männlich (98,1 Prozent) und überwiegend (74,2 Prozent) zwischen 16 und 21 Jahren alt. Dementsprechend sind in der Untersuchung überwiegend Schüler (37,3 Prozent), Auszubildende (20,2 Prozent) oder Studierende (16,6 Prozent) zu finden.

Bei der Frage des Bildungshintergrunds und der Regionalität/Wohnregion der E-Sportler dagegen widersprachen die Untersuchungsergebnisse den Klischees. So ist unter den E-Sportlern die Gruppe der Gymnasiasten im Vergleich zur Bundesbevölkerung deutlich überrepräsentiert. "Dieses Ergebnis ist deswegen überraschend, weil das über die Massenmedien transportierte Klischee des computer-spielenden Jugendlichen eine Überrepräsentanz unterer Bildungsschichten suggeriert", sagen die Wissenschaftler.

Wenig Süddeutsche
Bei der Befragung unter fast 6.000 E-Sportlern überwog der Anteil von Personen mit deutscher Staatsbürgerschaft mit 92 Prozent deutlich. Aus dem EU-Ausland stammen weitere 5,2 Prozent, aus einem Land außerhalb der EU noch einmal 2,7 Prozent. Den Daten zufolge kann mit einiger Vorsicht davon ausgegangen werden, dass regionale Unterschiede bestehen. So wohnt die Mehrzahl der E-Sportler in den alten Bundesländern und dort besonders in den westlichen und nördlichen Regionen Deutschlands, während Bewohner der neuen Bundesländer eher selten "e-sportlich" aktiv sind. "Interessant ist an dieser Verteilung, dass die gesellschaftliche Debatte über das Gefährdungspotenzial gewaltorientierter Computerspiele vor allem auch von politischen Akteuren aus Baden-Württemberg und Bayern getragen wurde. In diesen Regionen ist jedoch ebenfalls eine deutliche Unterrepräsentanz an E-Sportlern festzustellen", so die Wissenschaftler.

Weitere Informationen am Institut für Sportwissenschaft bei PD Dr. Ralf Brand,
Tel. 0711/685-63188, ralf.brand@sport.uni-stuttgart.de, sowie bei Dr. Christian Stahl, Tel. 0711/685-68037, christian.stahl@sport.uni-stuttgart.de

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